klaffen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungklaf-fen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›klaffen‹ als Erstglied: ↗Klaffmuschel  ·  mit ›klaffen‹ als Letztglied: ↗aufklaffen · ↗auseinanderklaffen
eWDG, 1969

Bedeutung

etw. klafftetw. liegt weit und tief offen (vor jmdm.)
Beispiele:
breite Risse, Spalten klaffen in der Mauer
vor uns klaffte ein Abgrund
die Tür klafft
im Pflaster klafften große Löcher [BredelEnkel643]
Dielen so alt und morsch, daß sie weit klafften [G. HermannGebert241]
oft im Part. Präs.
Beispiele:
eine klaffende Wunde
klaffende Ritzen, Dielenfugen, Felsspalten, Schluchten
etw. klafft in zwei Teileetw. ist in zwei Teile gespalten
Beispiel:
Jerusalem klafft durch die neue Mauer in zwei Teile [Tageszeitung1957]
gehoben, bildlich etw. liegt offen zutage
Beispiele:
ein Riss, Abgrund klafft zwischen ihren und meinen Überzeugungen
durch seinen Tod klaffte eine große Lücke
bei ihm klafft ein Widerspruch zwischen Wort und Tat
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

klaffen Vb. ‘(einen Spalt) offenstehen’, ahd. klaffōn ‘schallen, tönen, klatschen’ (9. Jh.), mhd. klaffen ‘schallen, tönen, klappern, schwatzen, viel und laut reden, sich öffnen’, asächs. klapen ‘klappern’, mnd. mnl. klappen ‘klatschen, schallen, schwatzen’, aengl. clappian, engl. to clap ‘schlagen, klatschen’, anord. klappa ‘schlagen, pochen, klopfen, streicheln’, schwed. klappa ist (wie ähnlich gebildetes ↗klopfen, s. d.) ein lautnachahmendes Verb, für das ein Schallwort germ. *klap- bzw. (mit expressiver Gemination) *klapp- angesetzt werden kann. Vgl. dazu mhd. klaf, klapf ‘Knall, Krach’, anord. klapp n. ‘Klatsch, Schlag’ sowie ahd. anaklaph ‘(lärmender) Vorstoß, Ansturm, Zusammenrottung und Geschrei’ (10. Jh.). Als Ausgangsbedeutung der Verben ist ‘klapp machen, schallen, tönen’ anzusetzen, woraus im Dt. (seit dem 16. Jh.) ‘sich mit tönendem Knall plötzlich auftun, bersten’, dann weiter ‘einen Zwischenraum, eine große Spalte bilden, offenstehen’. Die alte Bedeutung ‘schallen, klatschen’ wird daraufhin von ↗klappen (s. d.) weitergeführt.

Thesaurus

Synonymgruppe
(weit) offen stehen · ↗aufstehen · ↗gähnen · klaffen · offen sein
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abgrund Baugrube Baulücke Bundeshaushalt Deckungslücke Etat Finanzierungslücke Finanzloch Finanzlücke Graben Haushalt Kluft Krater Loch Lücke Milliardenloch Milliardenlücke Rentenkasse Riesenloch Riesenlücke Riß Schere Spalt Wirklichkeit Wissenslücke Wunde aufklaffen auseinander auseinanderklaffen dazwischen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›klaffen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dort klaffe noch ein Loch von 122 Millionen Euro und auf das Land kämen weitere Risiken zu.
Der Tagesspiegel, 14.05.2004
Bis auf den heutigen Tag klafft hier ein riesiges Loch.
Süddeutsche Zeitung, 24.02.1994
Zwischen den zahllosen Fotos an den "Wänden des Büros klaffte eine leere Stelle.
Fritsch, Gerhard: Fasching, Hamburg: Rowohlt 1967, S. 89
Sie sah gar nicht gefährlich aus, klaffte kaum und blutete nur noch wenig.
Carossa, Hans: Eine Kindheit, Frankfurt a. M.: Insel-Verl. 1992 [1922], S. 84
Unten klaffte der Riß einen halben Meter, oben unterm Dach erheblich mehr.
Rosendorfer, Herbert: Großes Solo für Anton, Zürich: Diogenes 2000 [1976], S. 195
Zitationshilfe
„klaffen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/klaffen>, abgerufen am 22.10.2019.

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