kerben

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungker-ben
Wortbildung mit ›kerben‹ als Erstglied: ↗Kerbholz · ↗Kerbkarte · ↗Kerbtier · ↗Kerbung
 ·  mit ›kerben‹ als Letztglied: ↗auskerben · ↗einkerben
eWDG, 1969

Bedeutung

etw. mit einer Kerbe versehen
Beispiele:
eine Leiste kerben
der Sims ist gekerbt
eine gekerbte Schnitzerei
übertragen
Beispiel:
seine Lippen kerbte ein bitterer Zug [FusseneggerAntlitz38]
historisch, Wirtschaft etw. auf einer Kerbkarte vermerken
Beispiel:
Für das Jahr 1960 sind folgende Textfelder ... zu kerben [Gesetzblatt DDR1959]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

kerben · Kerbe · Kerbholz · Kerbtier · Kerf
kerben Vb. ‘ritzen, einschnitzen, markieren’. Das ursprünglich starke, nur westgerm. belegte Verb geht allgemein zur schwachen Flexion über. Stark flektiert aengl. ceorfan ‘abschneiden, eingraben’, schwach mhd. kerben ‘einen Einschnitt machen, aufs Kerbholz einschneiden, feststellen’ (mit einem vereinzelten starken Part. Prät. gekurben); starke und schwache Formen zeigen mnd. mnl. nl. kerven, nur schwach ist engl. to carve ‘einschneiden, schnitzen’ (mit einem Part.adj. carven ‘geschnitzt’ in poetischer Sprache). Vielleicht besteht Verwandtschaft mit griech. gráphein (γράφειν) ‘einritzen, zeichnen, schreiben’, aslaw. žrěbъ, žrěbịjь ‘Würfel, Los, Geschick, Erbe’ (eigentlich ‘gekerbtes Stück Holz’), russ. žérebej (жеребей) ‘Los, durch Los zugefallener Anteil, kleines Stück’. Dazu stellt man auch die allerdings nur im Germ. verbreitete Wortgruppe ↗krabbeln, ↗Krabbe, ↗Krebs (s. d.) und vereinigt alle Formen unter einem Ansatz ie. *gerbh-, *grebh- ‘ritzen, kratzen, krabbeln’. Kerbe f. ‘Einschnitt, Einritzung’, mhd. kerbe, auch ‘Kerbholz’. Kerbholz n. ‘Holzstock, in den Zahlen und Zeichen zur Schuldenberechnung eingeritzt werden’ (15. Jh.), noch im 18. Jh. bei Verrechnungsaktionen in Gebrauch; daher etw. auf dem Kerbholz haben eigentlich ‘Schulden auf dem Kerbholz eingeritzt haben’, bildlich ‘etw. Unrechtes getan haben’. Kerbtier n. von Campe (1791) als dt. Ausdruck für ↗Insekt (s. d.) erfolgreich vorgeschlagen; daneben (in nd. Lautung mit f) Kerf m. von Oken (1815) geprägt.

Thesaurus

Synonymgruppe
einfeilen · ↗einkerben · ↗einschneiden · kerben · ↗schneiden · ↗zerteilen
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Gesicht einkerben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›kerben‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Fünf Jahre ist sie alt, graubraun, mit eine kerbe in den Ohren.
Die Welt, 25.09.2004
Die Blätter sind länglich, bis fünf Zentimeter lang und am Rande gekerbt.
Der Tagesspiegel, 28.02.2004
Er sucht und findet den Namen seines Onkels in Stein gekerbt.
Grass, Günter: Die Rättin, Darmstadt: Luchterhand 1986, S. 285
Die Klingen sind kurz und breit, meist gestielt und fast immer gekerbt oder gezähnt.
o. A.: Lexikon der Kunst - W. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1994], S. 31337
Felix verschob den Lauf, ein Fliegenschißmuster kerbte sich stäubend in den Gasthof zur Sonne.
Fritsch, Gerhard: Fasching, Hamburg: Rowohlt 1967, S. 193
Zitationshilfe
„kerben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/kerben>, abgerufen am 17.10.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Kerbelrübe
Kerbelrübchen
Kerbelkraut
Kerbel
Kerbe
Kerberus
Kerbholz
kerbig
Kerbkarte
Kerbnagel