kentern

GrammatikVerb · kenterte, ist/hat gekentert
Aussprache
Worttrennungken-tern (computergeneriert)
Wortbildung mit ›kentern‹ als Erstglied: ↗Kenterung
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
mit Hilfsverb ›ist‹
umschlagen, umkippen
Beispiele:
das Boot, der Segler ist gekentert
sie kenterten mit ihrem Segelboot
auf der Sandbank liegt ein gekentertes Schiff
eine schwere Böe, die die Bark ... fast zum Kentern brachte [WeitendorfLogbuch120]
2.
mit Hilfsverb ›hat‹
Seemannssprache sich in umgekehrter Richtung bewegen
Beispiele:
der Wind kentert (= dreht sich)
die Flut, Strömung hat gekentert (= die Ebbe hat eingesetzt)
Abends spät würde die »Katharina« mit dem kenternden Wasser (= mit dem bei Ebbe ins Meer hinausströmenden Wasser) auf den Fischfang fahren [OelfkenTraum50]
bildlich
Beispiel:
in den Scheiben [des Flugzeugs] hob sich die Aussicht und kenterte (= senkte sich) [GaiserNascondo111]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

kentern Vb. ‘umschlagen, umkippen’ (von Schiffen). Das in der Sprache der Seeleute übliche Verb nd. kantern, kentern, nl. kenteren (17. Jh.), eigentlich ‘auf die Seite, auf die Kante legen’, eine Ableitung von mnl. cant, cante, nl. kant ‘Seite, Kante’ (s. ↗Kante), dringt in die Literatursprache vor und steht dort (zunächst vereinzelt, 2. Hälfte 17. Jh.) für ‘umlegen, umwälzen’ (z. B. von Walen zum Abspecken), dann (Ende 18. Jh.) für ‘umschlagen’ (von Schiffen).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ablegen Anlegeplatz Beiboot Boot Costa Fischerboot Flüchtlingsboot Flüchtlingsschiff Frachter Fähre Jolle Kahn Kajak Kajakfahrer Kanu Katamaran Kreuzfahrtschiff Kutter Motorboot Ruderboot Schlauchboot Seegang Segelboot Segeljolle Tankschiff Wellengang Windstärke Yacht ertrinken Überladung

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›kentern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn Sie nicht sinken wollen, müssen Sie auf das Meer achten, sonst lässt das Meer Sie kentern.
Die Zeit, 02.08.2010, Nr. 31
Da viele ohnehin mit roten Zahlen arbeiten, drohen manche zu kentern.
Süddeutsche Zeitung, 02.02.1995
Fischerboote, die in die Heringszüge geraten, laufen Gefahr, zu kentern.
Lucanus, Friedrich von: Im Zauber des Tierlebens, Berlin: Wegweiser-Verl. 1926 [1926], S. 154
Zum Entsetzen der Zuschauer kenterte der Kahn, und alle fünf Insassen fielen ins Wasser.
Lehmann, Lilli: Mein Weg. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 23054
Solange das M. über dem Schwerpunkt liegt, ist das Schiff stabil, d.h. es richtet sich nach jeder Neigung wieder auf und kann nicht kentern.
o. A.: M. In: Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1906], S. 39333
Zitationshilfe
„kentern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/kentern>, abgerufen am 24.06.2019.

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