keinesfalls

GrammatikAdverb
Aussprache
Worttrennungkei-nes-falls
eWDG, 1969

Bedeutung

auf keinen Fall
Beispiele:
das darf keinesfalls geschehen
so geht es keinesfalls weiter
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

kein · keinerlei · keinesfalls · keineswegs
kein Indef.pron. das Vorhandensein einer Person oder Sache vollständig ausschließend, ‘nicht ein, nichts von’ in substantivischer Verwendung keiner ‘nicht einer, niemand’. Die älteste Zeit kennt ein verneinendes Pronomen ahd. nih(h)ein (9. Jh.), noh(h)ein (bereits 8. Jh.), dann auch neh(h)ein (um 1000), mhd. nehein und (mit verschobener Silbengrenze) nechein, nekein, schließlich (durch Austausch gegen die proklitische Form der vermeintlichen Negationspartikel) enhein, enkein. Dieses ahd. nihein, dessen Entsprechungen asächs. nigēn (neben seltenerem niēn, nēn), mnd. gēn, negēn, engēn (neben häufigerem nēn), mnl. gheen, negheen, engheen, nl. geen ein g aufweisen, das mit grammatischem Wechsel erklärt wird, setzt sich aus dem Zahlwort ahd. mhd. ein (s. ↗ein Num.) und einer im Ahd. nicht mehr sicher nachzuweisenden (s. aber ↗noch Konj.), jedoch in got. nih ‘und nicht, auch nicht’ (got. ni ‘nicht’, verbunden mit enklitischem -uh, -h ‘und’) erhaltenen germ. Konjunktion zusammen, die mit lat. neque, osk. nep übereinstimmt (ie. *nekue ‘und nicht’). Außerdem kann die Bedeutung ‘nicht ein’ durch verneinten Gebrauch von ahd. theh(h)ein, thoh(h)ein, auch thih(h)ein (alle 9. Jh.), mhd. dehein, dechein, dekein ‘irgendein’ umschrieben werden, dessen erstes Glied wahrscheinlich aus einer Kasusform (Lokativ oder Genitiv) vom Pronominalstamm ie. *te-, *to- (s. ↗der) und (hier nur verstärkendem?) enklitischem germ. -h (vgl. got. -(u)h, s. oben) besteht (Grienberger in: ZfdWf. 9 (1907) 74 ff.; Bech in: Studia Neophilologica 35 (1963) 211 ff.). Schwund der Negationspartikel (wie vielfach im Mhd. bei Sätzen mit doppelter Verneinung) läßt mhd. dehein selbst den Sinn ‘nicht ein, kein’ annehmen. Damit wird um 1200 der Untergang von mhd. nehein eingeleitet (letzte Zeugnisse für die Variante enkein im 16. Jh., ein landschaftlicher Rest ist schweiz. nekein), dehein (oft synkopiert dhein) kommt von nun an bis ins Frühnhd. in den beiden gegensätzlichen Gebrauchsweisen vor, ohne daß die Verständigung ernsthaft beeinträchtigt scheint. Die auf Verkürzung beruhende, mit dem Guttural anlautende moderne Form kein, mhd. kein, zuerst an der Wende zum Mhd. belegt (chein ‘irgendein’, 2. Hälfte 11. Jh.), wird Ende des 12. Jhs. üblich; sie zeigt im Mhd. (und noch bis ins 16. Jh.) dieselbe semantische Doppelheit ‘kein, irgendein’, was für ihre Herleitung teils aus mhd. nehein, teils aus mhd. dehein (über die vereinzelt bezeugte Zwischenstufe mhd. ichein?) sprechen könnte. Behaghel lehnt aber wegen der frühen Zurückdrängung von mhd. nehein sowie aus lautlichen Gründen Zusammenfall der beiden Pronomen ab und führt kein ausschließlich auf mhd. dehein zurück; vgl. Beihefte zur Zs. d. Allg. Dt. Sprachvereins 5. Reihe (1913) 180. Auf adverbiell gebrauchten Genitiven beruhen die Zusammenrückungen keinerlei Adv. ‘keine Art von, in keiner Weise’ (schon mhd.?; nachweisbar ist erst spätmhd. keinerleie, 14. Jh., frühnhd. keinerlei, deheinerlei, auch noch in der Bedeutung ‘irgendwelcher Art’), meist bei einem Substantiv und dann wie ein flexionsloses Adjektiv aufgefaßt (zur Bildung s. ↗-lei); keinesfalls Adv. ‘auf keinen Fall’ (1. Hälfte 19. Jh.), anfangs auch keinenfalls, vielleicht nach älterem allenfalls; keineswegs Adv. ‘durchaus nicht’, spätmhd. deheins wegs, deheinswegs, keins wägs (14. Jh.), frühnhd. kein(e)s wegs, vom 16. Jh. an kein(e)swegs (daneben noch bis ins 18. Jh. Getrenntschreibung); vgl. ferner gleichbed. frühnhd. in kein(en) weg.

Thesaurus

Synonymgruppe
(daran ist) nicht zu denken · absolut nicht · alles andere als · auf (gar) keinen Fall · auf keinem Wege · bei weitem nicht · durchaus nicht · egal, wie man es betrachtet, nicht · ganz und gar nicht · ganz und gar unmöglich · gar nicht · in keiner Beziehung · in keiner Weise · in keinerlei Hinsicht · in keinster Weise · jetzt nicht und überhaupt niemals · kein bisschen · keinesfalls · ↗keineswegs · ↗mitnichten · nicht im Entferntesten · nicht im Geringsten · nicht im Mindesten · nicht um ein Haar · nicht und niemals · partout nicht · um kein Haar · unter keinen Umständen · völlig ausgeschlossen · wie auch immer nicht · überhaupt nicht  ●  ↗nicht  Hauptform · hinten und vorne nicht  ugs. · i wo!  ugs., veraltend · mitnichten und mit Neffen  ugs., scherzhaft
Assoziationen
  • alles andere als · beileibe nicht · bestimmt nicht · durchaus nicht · gewiss nicht · in der Tat nicht · sicher nicht · sicherlich nicht · wahrhaftig nicht · wahrlich nicht  ●  wirklich nicht  Hauptform · ↗mitnichten  geh. · nicht wirklich  ugs. · weiß Gott nicht  ugs.
  • absolut nie · auf gar keinen Fall · ↗keineswegs · nicht in diesem Leben · nie und nimmer · nie und nirgends · ↗niemals · nimmerdar · ↗nimmermehr · zu keinem Zeitpunkt · zu keiner Zeit  ●  ↗nie  Hauptform · im Leben nicht  ugs. · nie im Leben  ugs.
  • auf gar keinen Fall · auf keinen Fall · ↗ausgeschlossen · ↗keineswegs · ↗mitnichten · nicht doch!  ●  ↗nein  Hauptform · ↗Fehlanzeige  ugs. · Gott behüte!  ugs. · Nachtigall, ick hör dir trapsen.  ugs., Spruch, berlinerisch · denkste  ugs. · ist nicht  ugs. · kein Gedanke  ugs. · keine Spur  ugs. · mit Nichten und mit Neffen (Kalauer)  ugs., Spruch · naa  ugs., süddt. · ↗nee  ugs., regional · ↗negativ  fachspr., Jargon · nicht im Entferntesten  geh. · nicht im Geringsten  geh. · nichts da  ugs. · nix da  ugs. · nä  ugs. · nö  ugs. · von wegen!  ugs. · weit gefehlt  geh.
  • kein bisschen · kein(en) Deut · kein(en) Funken · kein(en) Jota · kein(en) Millimeter · ↗keinerlei · nicht das kleinste Bisschen · nicht das kleinste bisschen · nicht ein bisschen · nicht ein(en) Millimeter  ●  kein Stück  ugs. · keine Spur  ugs. · nicht die Bohne  ugs. · nicht die Spur  ugs. · nicht für zwei Pfennige  ugs., veraltet, Redensart, fig.
  • nichts · nil · ↗null · weit und breit nichts  ●  ↗nix  ugs.
  • alles andere als ein · beileibe kein · bestimmt kein · fürwahr kein · gewiss kein · in der Tat kein · nicht wirklich ein · sicher kein · tatsächlich kein · wahrhaftig kein · wahrlich kein · wirklich kein  ●  weiß Gott kein  ugs.
  • eher nicht · eher weniger · ↗kaum · ↗schlecht · ↗schwerlich · vermutlich kaum · vermutlich nicht · wahrscheinlich kaum · wahrscheinlich nicht · wohl kaum · wohl nicht  ●  nicht so gut  ugs. · nicht so richtig  ugs. · nicht wirklich  ugs., ironisierend
  • ganz bestimmt nicht tun · nicht wollen  ●  (etwas) fällt mir im Traum nicht ein  ugs. · (etwas) würde mir im Traum nicht einfallen  ugs. · den Teufel werd' ich tun (und ...)  ugs. · ich denke nicht daran!  ugs. · ich hab was Besseres zu tun (als)  ugs. · ich werd(e) den Teufel tun (und ...)  ugs. · ich werde mich hüten (zu / und ...)  ugs.
  • dem ist nicht so · dem war nicht so · falschliegen · nicht der Fall sein · sich irren (du irrst dich) · weit gefehlt  ●  (da) sage noch einer (...)  floskelhaft, variabel · nicht zutreffen  Hauptform · womit eindeutig widerlegt wäre (dass)  floskelhaft · (ein) Irrtum vom Amt  ugs. · (ein) typischer Fall von denkste  ugs., salopp, variabel · (einfach) nicht stimmen  ugs. · (so) nicht stimmen  ugs. · keine Rede sein können (von)  ugs. · nicht die Rede sein können (von)  ugs. · so ist das (aber) nicht  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

abfinden abwegig akzeptieren ausreichen ausreichend ausruhen beabsichtigen bedeuten berauschend chancenlos dulden einlassen einverstanden förderlich gewillt gleichsetzen hinnehmbar rechtfertigen schmälern selbstverständlich sicher tolerieren unkomfortabel unterschätzen unumstritten versäumen verwechseln verzichten zufriedengeben zwingend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›keinesfalls‹.

Zitationshilfe
„keinesfalls“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/keinesfalls>, abgerufen am 18.08.2019.

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