kantonal

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungkan-to-nal
HerkunftFranzösisch
Wortbildung mit ›kantonal‹ als Letztglied: ↗interkantonal
eWDG, 1969

Bedeutung

einen Kanton betreffend
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kanton · kantonal · Kantonist
Kanton m. ‘Bundesland der Schweiz’ (seit dem 16. Jh.), zuvor vereinzelt landschaftlich schon ‘Teilgebiet, Landesteil’ (15. Jh.), in Preußen ‘Aushebungskreis für Rekruten’ (18. Jh.). Der schweiz. Ausdruck stammt aus lombard. cantone ‘Gebiet’, besonders ‘Tal im Gebirge’, das zur Bezeichnung der unabhängig gewordenen Gebirgstäler der Innerschweiz übernommen wird (vgl. ital. cantone ‘Ecke, Kante’, Vergrößerungsform zu ital. canto ‘Winkel, Ecke, Kante, Seite’, auch ‘Ort, Gegend’). Früherer Gebrauch im Dt. (15. Jh.) und wohl auch die Verwendung von Kanton als Einteilungseinheit im preußischen Kantonsystem beruhen dagegen auf mfrz. frz. canton ‘Landstrich, Kreis, Bezirk, Revier’ (seit Ende 18. Jh. ‘Unterbezirk eines Departements’), afrz. canton ‘Winkel, Ecke’, das wahrscheinlich gleichbed. aprov. canton, Ableitung von aprov. can ‘Rand, Kante, Seite’ (vgl. afrz. chant ‘Seite’) fortsetzt. Ital. canto und aprov. can gehen auf lat. cantus ‘Radreifen, Radfelge’ zurück und sind letztlich gall. Herkunft (s. ↗Kante). kantonal Adj. ‘den Kanton betreffend, zu ihm gehörig’ (19. Jh.). Kantonist m. ‘Dienstpflichtiger’ (19. Jh.), zu Kanton ‘preußischer Wehrverwaltungsbezirk’; nur noch in der Fügung unsicherer Kantonist ‘unzuverlässiger Mensch’, eigentlich ‘Dienstpflichtiger, der sich der Gestellungspflicht zu entziehen sucht’.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abstimmung Angelegenheit Behörde Bestimmung Ebene Erziehungsdirektor Fremdenpolizei Gymnasium Hochschule Instanz Klinik Kontingent Kunstmuseum Parlament Recht Steuer Volksabstimmung eidgenössisch kommunal lokal national regional städtisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›kantonal‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Trotzdem spricht fast alles, auch die jüngsten kantonalen Wahlen, für ein ideologisches Auseinanderbrechen der rechtsbürgerlichen Koalition.
Die Zeit, 14.05.2012, Nr. 20
Bei den Wahlen im September 1996 wurden neue nationale, regionale und kantonale Regierungen gewählt.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1997]
Die Kollegialität ist dann ein besonderer Fall des ständischen oder kantonalen Repräsentationsprinzips.
Weber, Max: Wirtschaft und Gesellschaft. In: Weber, Marianne (Hg.), Grundriß der Sozialökonomik, Tübingen: Mohr 1922 [1909-1914, 1918-1920], S. 155
Ähnliche antirömische Bewegungen, wenn auch auf kantonaler Grundlage, entstanden in der Schweiz mit der Tendenz zu einem schroffen Staatskirchenrecht.
Kupisch, K.: Kulturkampf. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 31374
Den Ingenieur vom kantonalen Baudepartement hat er auf seiner Seite.
Knittel, John: Via Mala, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1957 [1934], S. 37
Zitationshilfe
„kantonal“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/kantonal>, abgerufen am 23.10.2019.

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