kalt

GrammatikAdjektiv · Komparativ: kälter · Superlativ: am kältesten
Aussprache
Wortbildung mit ›kalt‹ als Erstglied: ↗Kaltblut · ↗Kaltfront · ↗Kaltleim · ↗Kaltluft · ↗Kaltmamsell · ↗Kaltmiete · ↗Kaltnadel · ↗Kaltschale · ↗Kaltstart · ↗Kaltverpflegung · ↗Kaltwasserbehandlung · ↗Kaltwelle · ↗kaltbleiben · ↗kaltherzig · ↗kaltlassen · ↗kaltlächelnd · ↗kaltmachen · ↗kaltschnäuzig · ↗kaltstellen · ↗kaltverformt
 ·  mit ›kalt‹ als Letztglied: ↗arschkalt · ↗bitterkalt · ↗eisekalt · ↗eisigkalt · ↗eiskalt · ↗feuchtkalt · ↗frostkalt · ↗fußkalt · ↗gefühlskalt · ↗herzenskalt · ↗hundekalt · ↗hundskalt · ↗nasskalt · ↗saukalt · ↗schweinekalt
 ·  mit ›kalt‹ als Grundform: ↗erkalten
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
keine oder wenig Wärme enthaltend
Gegenwort zu warm, heiß
a)
von (spürbar) niedriger Temperatur
Beispiele:
ein kalter Winter
kaltes Wetter, kalte Luft
ein kalter Ostwind
der Einbruch kälterer Luftmassen
die Forelle bevorzugt das kalte, klare Wasser der Gebirgsbäche
ein kalter Regen
das Hotel hat Zimmer mit fließendem warmem und kaltem Wasser
der Arzt verordnete kalte Umschläge
das Kind saß auf der kalten Erde, den kalten Steinen
kalte Getränke
draußen ist es sehr, bitter, grimmig, eisig kalt
für die Jahreszeit ist es viel zu kalt
in den nächsten Tagen soll es noch kälter werden, so kalt bleiben
die Tage sind heiß, aber die Nächte schon etwas, bereits empfindlich kalt
Wein kalt stellen
sich kalt (= mit kaltem Wasser) waschen, duschen
etw. kalt, auf kaltem Wege schmieden, löten
umgangssprachlich die Pfeife, Zigarre kalt rauchen (= unangezündet im Mund halten)
ungeheizt
Beispiele:
die Versammlung fand in einem kalten Raum statt
eine kalte (= schlecht geheizte, schwer heizbare) Wohnung
umgangssprachlich kalt (= im ungeheizten Zimmer) schlafen
umgangssprachlich im Kalten (= in einem ungeheizten Raum) sitzen
die kalte Miete (= ohne Heizungskosten berechnete Miete für eine zentralgeheizte Wohnung)
b)
nicht mehr warm, erkaltet
Beispiele:
kalte Speisen
zum Abendbrot gibt es kalten Braten, kaltes Büfett
ich werde mir eine kalte Platte (= eine Platte mit Wurst, Schinken und kaltem Braten) bestellen
die Gaststätte ist wegen ihrer vorzüglichen warmen und kalten Küche bekannt
glücklicherweise war es ein kalter Schlag (= nicht zündender Blitz)
das Fleisch schmeckt auch kalt gut, können wir auch kalt essen
umgangssprachlich abends essen wir meistens kalt (= essen belegte Brote)
das Essen ist schon kalt
lass die Suppe nicht kalt werden
der Motor sprang nicht an, weil er zu kalt geworden war
das Zimmer, Ofen ist schon wieder kalt
c)
wenig, keine Körperwärme besitzend
Beispiele:
kalte Hände, Füße haben
kalter Schweiß stand ihm auf der Stirn
mir ist, wird kalt (= mich friert)
mir wurde abwechselnd heiß und kalt
er ist schon kalt (= tot)
bildlich
Beispiel:
mir läuft es heiß und kalt über den Rücken (= mich schaudert)
schweizerisch kalt habenfrieren
Beispiel:
ob Frau Julika wirklich nicht zu kalt hätte [FrischStiller188]
d)
übertragen
Beispiele:
kalte Ente (= Bowle mit Zitronenscheiben)
umgangssprachlich jmdm. eine kalte Dusche (= Ernüchterung, Dämpfer) geben
umgangssprachlich eine kalte Mamsell (= Kaltmamsell)
umgangssprachlich etw. auf kaltem Wege (= ohne Aufsehen zu erregen, ohne den vorgeschriebenen Weg einzuhalten) tun, erledigen
salopp was du erzählst, ist ja alles kalter Kaffee (= ist längst bekannt, interessiert mich nicht)
umgangssprachlich die Monarchisierung Deutschlands auf kaltem Wege [Thälm.Reden1,283]
e)
Beispiele:
ein kalter (= unblutiger) Staatsstreich
ein kalter Krieg (= Politik, durch die ständig die Gefahr eines heißen Krieges heraufbeschworen wird)
ein kalter Krieger (= Politiker, der für den kalten Krieg tätig ist)
2.
unfreundlich, frostig, gefühlskalt, abweisend
Beispiele:
ein kalter Blick traf ihn
sie ist eine kalte Natur, hat kalte Augen, ein kaltes Herz
mit kalter Stimme, Miene
mit kaltem Lächeln reichte sie uns die Hand
jmdm. mit kalter Zurückhaltung begegnen
es herrschte kaltes Schweigen
das war eine kalte Begrüßung, ein kalter Abschied
die kalte Atmosphäre der Konferenz
jmdn. kalt anblicken, empfangen, grüßen
er antwortete kalt, sagte das ganz kalt
sie ist intelligent, aber kalt und ohne Feingefühl
salopp jmd. ist kalt wie (eine) Hundeschnauze
Das kalte Herz [HauffKaltes HerzTitel]
keine Behaglichkeit, Gemütlichkeit verbreitend
Beispiele:
kalte Farben
die Lampe spendete kaltes Licht
Alles, wovon man hier umgeben war, konnte man als kalte Pracht bezeichnen [G. Hauptm.3,152]
3.
nüchtern und berechnend, nur vom Verstand bestimmt
Beispiele:
alles war bei ihm kalte Berechnung, Vernunft
ihn leitet nur der kalte Verstand
er ist ein kalter Fanatiker
kalt und berechnend überschlug er seine Chancen
übertragen
Beispiele:
kaltes Blut bewahren (= sich beherrschen, ruhig und besonnen bleiben)
umgangssprachlich jmdm. die kalte Schulter zeigen (= jmdn. gleichgültig behandeln, nicht beachten)
umgangssprachlich jmd. ist weder warm noch kalt (= zeigt keine eigene Meinung, ist gleichgültig)
4.
schauerlich, furchtbar
Beispiele:
jmdn. fasst, packt kaltes Entsetzen, Grausen
das, er hat ihr einen kalten Schrecken eingejagt
in kalter (= blinder) Wut schlug er los
es durchrieselt, durchfährt, überläuft jmdn. kalt
Brennende Neugier und kalte Angst streiten in ihrem Herzen [KästnerLottchen129]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

kalt · Kälte · erkalten · erkälten · Erkältung · kaltblütig · Kaltschale · Kaltschmied
kalt Adj. ‘von niedriger Temperatur, erstarrt, gefühlsarm’, ahd. (9. Jh.), mhd. kalt, asächs. kald, mnd. kōlt, mnl. cout, nl. koud, aengl. ceald, cald, engl. cold, anord. kaldr, schwed. kall, got. kalds (germ. *kalda-) geht aus einer alten Partizipialbildung (auf ie. -to-) hervor, daher eigentlich ‘gekühlt, gefroren’; es stellt sich zu den überlieferten germ. Verben aengl. calan ‘erkalten, abkühlen’ und anord. kala ‘frieren, kalt machen’. Mit den ablautenden Verwandten ↗kühl (s. d.), lat. gelū ‘Kälte, Frost’, gelāre ‘gefrieren’, gelidus ‘eiskalt’ (s. ↗Gelee) setzt es eine (allerdings nur aus dem Germ. und Ital. zu erschließende) Wurzel ie. *gel(ə)- ‘kalt, frieren’ voraus. Kälte f. Adjektivabstraktum, ahd. kaltī (8. Jh.), mhd. kelte. erkalten Vb. ‘kalt werden, abkühlen’, ahd. irkaltēn, -kaltōn (9. Jh.), mhd. erkalten, zum gleichbed., im Nhd. untergegangenen Simplex ahd. kaltēn, kaltōn, mhd. kalten. erkälten Vb. reflexiv ‘durch Kälteeinwirkung erkranken’, mhd. erkelten ‘kalt machen’, zum gleichbed. Simplex mhd. kelten, das nhd. nicht mehr gebräuchlich ist; dazu Erkältung f. (16. Jh.). kaltblütig Adj. ‘leidenschaftslos, unerschrocken, skrupellos’ (18. Jh.). Kaltschale f. ‘kalt serviertes süßes (Suppen)gericht mit Früchten’ (17. Jh.), Zusammenrückung aus kalte Schale. Kaltschmied m. ‘ohne Feuer arbeitender Schmied’ (z. B. Kupferschmied), ahd. kaltsmid (Hs. 12. Jh.), mhd. kaltsmit ‘Kessel-, Kupfer-, Messingschmied’.

Thesaurus

Synonymgruppe
eisig · ↗empfindungslos · ↗gefühllos · ↗grausam · ↗hart · ↗hartherzig · kalt · ↗kaltherzig
Assoziationen
Synonymgruppe
frisch · ↗frostig · kalt · ↗kühl
Unterbegriffe
Assoziationen
Antonyme
Synonymgruppe
bitterkalt · ↗eisig · ↗eiskalt · ↗frostig · ↗frostklirrend · kalt · klirrend kalt · knackig kalt · ↗schweinekalt · ↗winterlich  ●  ↗eisekalt  regional · sehr kalt  Hauptform · ↗arktisch  geh. · ↗arschkalt  derb · ↗saukalt  ugs. · tierisch kalt  ugs. · zapfig (kalt)  ugs., österr., bair., schweiz.
Assoziationen
Synonymgruppe
frigide · ↗gefühlskalt · kalt · ↗kühl · unerregbar
Assoziationen
Synonymgruppe
kalt (Witz) · nicht (wirklich) komisch · nicht zündend · ohne (echte) Pointe
Assoziationen
Synonymgruppe
fühllos · ↗hartherzig · ↗herzlos · kalt · ↗kaltherzig · ↗kaltschnäuzig · ↗lieblos · ↗mitleidlos · ohne Mitgefühl
Assoziationen
Antonyme
  • kalt

Typische Verbindungen
computergeneriert

Buffet Büfett Dusche Fuß Getränk Herz Jahreszeit Kaffee Krieg Krieger Luft Nacht Progression Schauer Schulter Schweiß Wasser Wetter Wind Winter Wintertag Witterung Wut dunkel feucht heiß nass trocken warm ziemlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›kalt‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dabei war es weder heiß noch kalt, es hatte überhaupt keine Temperatur.
Glavinic, Thomas: Die Arbeit der Nacht, München Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 114
Den kritischen Wissenschaftler überfällt bei der Analyse der Ergebnisse das kalte Grausen.
Die Zeit, 31.05.1996, Nr. 23
Der Raum war kalt, das Licht schlecht, die Sitze unbequem.
P. M.: Peter Moosleitners interessantes Magazin, 1993, Nr. 10
Warum wurde ihre kühle Hand kalt zwischen meinen warmen Händen?
Seghers, Anna: Transit, Gütersloh: Bertelsmann 1995 [1943], S. 124
Sie wollte ein Ende, ein Ende, ein Ende - genau wie der Vater, nur kälteren Herzens.
Klepper, Jochen: Der Vater, Gütersloh: Bertelsmann 1962 [1937], S. 982
Zitationshilfe
„kalt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/kalt>, abgerufen am 15.10.2019.

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