kündigen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungkün-di-gen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›kündigen‹ als Erstglied: ↗kündbar  ·  mit ›kündigen‹ als Letztglied: ↗abkündigen · ↗ankündigen · ↗aufkündigen
 ·  mit ›kündigen‹ als Grundform: ↗verkündigen
eWDG, 1969

Bedeutung

dem Vertragspartner gegenüber ein Vertragsverhältnis, besonders ein Arbeitsrechtsverhältnis oder Dienstverhältnis, als beendet erklären
a)
jmdm. kündigen
Beispiele:
einem Arbeiter, Angestellten (für den Monatsersten, zum Ersten) kündigen
sie wollen ihrer Haushälterin kündigen
der Betrieb hat ihm gekündigt
nach dem Vorfall wurde dem Direktor sofort gekündigt
der Hauswirt hat dem Mieter gekündigt
Er kündigte mir, und ich lag auf der Straße [HartungWunderkinder181]
jmdn. kündigen
Beispiele:
nach dem Vorfall wurde der Direktor sofort gekündigt
der gekündigte Angestellte
b)
jmd. kündigt
Beispiele:
ich habe (in meinem Betrieb) gekündigt
die Sekretärin kündigte für den, zum Ersten
So tat er sich denn heimlich nach einem neuen Dienste um, kündigte und trat ... als Knecht bei Ole Peters ein [StormSchimmelr.7,226]
c)
(jmdm.) etw. kündigen
Beispiele:
er kündigte ihm den Kredit
die Wirtin kündigte ihrem Untermieter das Zimmer
er kündigte das Arbeitsrechtsverhältnis zum 1. März, seine Wohnung zum 15. Juni
die Bank hat das Darlehen, die Hypothek gekündigt
einen Vertrag, die Tarife kündigen
seinen Dienst kündigen
der Handelsvertrag, das Abkommen wurde gekündigt
bildlich
Beispiel:
jmdm. die Freundschaft, den Gehorsam kündigen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

kund · Kunde · Kunde · Kundschaft · Kundschafter · kundschaften · auskundschaften · künden · kundig · kündigen · Kündigung
kund Adj. ‘bekannt, offenbar’, ahd. kund (8. Jh.), mhd. mnd. kunt, asächs. kūð, aengl. cūþ, anord. kunnr, kuðr, got. kunþs (germ. *kunþa-) gehört als Partizipialbildung zu dem unter ↗können (s. d.) dargestellten Verb. Auf Grund vornehmlich prädikativer Verwendung wird kund in jüngerer Sprache vielfach erstes Kompositionsglied in Verbindung mit bestimmten Verben, vgl. kundtun (ahd. kund tuon, mhd. kunt tuon), kundmachen (mhd. kunt machen), kundwerden (mhd. kunt werden), kundgeben (18. Jh.), wozu Kundgebung ‘Bekanntmachung’ (um 1850), ‘Demonstration’ (um 1870). Kunde f. ‘Nachricht, Botschaft, Verlautbarung, Kenntnis, Lehre’, ahd. -kundī (in anakundī ‘Anklage’, um 800, unkundī ‘Unbekanntes, Fremdes’, um 1000), mhd. künde, kunde ‘Kenntnis, Bekanntschaft, Zeichen, Beweis, Mitteilung, Ort, wo man bekannt ist’, mnd. künde. Im Sinne von ‘Kenntnisse, wissenschaftliche Lehre’ in Zusammensetzungen, vgl. Geschichts-, Natur-, Weltkunde (Ende 17. Jh.), Erd-, Heilkunde (18. Jh.), Altertumskunde (19. Jh.). Kunde m. ‘wer (regelmäßig) ein Geschäftsangebot wahrnimmt, einen Laden, Dienstleistungsbetrieb (wiederholt) in Anspruch nimmt, Klient’ (16. Jh.), ahd. kundo ‘Verkünder, Zeuge’, (8. Jh.), ‘Bekannter’ (9. Jh.), mhd. kunde ‘wer bekannt ist, der Einheimische’; seit dem 16. Jh. im oben genannten kommerziellen Bereich für älteres kuntmann (15. Jh.). Kundschaft f. ‘Käuferkreis, Gesamtheit der Kunden’ (18. Jh.), älter ‘Bekanntschaft, Brüderschaft, Gemeinschaft, Freundschaftsbeziehung’ (16. Jh.), mhd. kuntschaft ‘Kenntnis, Nachricht, Auskundschaftung, Bekanntschaft’. Kundschafter m. ‘Nachrichtenermittler, Spion’ (15. Jh.), mhd. kuntschafter ‘auskunftgebende Person, Zeuge’. kundschaften Vb. ‘Nachrichten ermitteln, spionieren’ (15. Jh.). auskundschaften Vb. ‘erforschen, in Erfahrung bringen, ausspionieren’ (16. Jh.). künden Vb. ‘ansagen, kundtun’, ahd. kunden ‘verkünden, bekanntmachen, bezeugen’ (8. Jh.), daneben kundōn ‘verkünden, bekanntmachen’ (um 1000; vgl. anakundōn ‘brandmarken’, urkundōn ‘zeigen’, 9. Jh.), mhd. künden, kunden ‘kundmachen, bekanntmachen, anzeigen’. kundig Adj. ‘informiert, kenntnisreich’, meist auf einem bestimmten Gebiet (präzisierend sachkundig, ortskundig, sprachkundig), ahd. kundīg (Hs. 13. Jh.), unkundīg (Hs. 12. Jh.), mhd. kündec, kündic ‘bekannt, kund, klug, geschickt, stolz, anmaßend’. kündigen Vb. ‘aufsagen, den Rücktritt von einem Vertrag, einer Abmachung amtlich mitteilen’, mhd. kündigen ‘mitteilen, kündigen’; dafür auch aufkündigen (17. Jh.). Kündigung f. ‘Erklärung des Rücktritts von einem Vertrag, einem Dienstverhältnis’ (18. Jh.), älter ‘Nachricht, Kunde’ (15. Jh.), mnd. kündiginge ‘Bekanntmachung, Verkündung, Anfkündung’; vgl. mhd. kündunge ‘Verkündigung, Kunde’.

Thesaurus

Synonymgruppe
abbedingen · ↗abbestellen · ↗abkündigen · ↗abschaffen · ↗annullieren · ↗aufheben · ↗aufkündigen · ↗auflösen · ↗ausgleichen · außer Kraft setzen · für aufgehoben erklären · für nichtig erklären · für null und nichtig erklären · für ungültig erklären · ↗kippen (journal.) · kündigen · ↗stornieren · ↗terminieren · ↗tilgen · ↗zurückziehen
Synonymgruppe
(den) Dienst quittieren · ↗(ein Unternehmen) verlassen · (eine) neue Herausforderung suchen (Bewerbungssprache) · (sein) Büro räumen · (seine) Kündigung einreichen · (seinen) Abschied nehmen · ↗ausscheiden · kündigen · was Besseres finden  ●  (den) Job an den Nagel hängen  fig. · (sein) Bündel schnüren  fig. · ↗künden  schweiz. · seinen Hut nehmen  fig. · ↗(den Kram) hinschmeißen  ugs. · (den) Bettel hinschmeißen  ugs. · (sich) was anderes suchen  ugs. · ↗aufhören (bei)  ugs. · das Handtuch werfen  ugs., fig. · ↗gehen  ugs. · in den Sack hauen  ugs., fig. · ↗weggehen  ugs.
Assoziationen
  • (Amt) niederlegen · ↗(Posten) aufgeben · (sein) Amt zur Verfügung stellen · ↗abdanken · ↗abtreten · ↗zurücktreten  ●  den Staffelstab weitergeben  ugs. · seinen Hut nehmen  ugs.
  • (die) Waffen strecken · (einen) Rückzieher machen · (es mit/bei etwas) bewenden lassen · ↗(es) aufgeben · ↗(es) aufstecken · (etwas) auf sich beruhen lassen · (sich dem) Schicksal ergeben · (sich dem) Schicksal fügen · ↗(sich mit etwas) abfinden · ↗(sich) beugen · (sich) geschlagen geben · aufhören zu kämpfen · ↗kapitulieren · klein beigeben · nicht weiter versuchen · nicht weiterverfolgen · nicht weiterversuchen · ↗passen · passen müssen · ↗resignieren  ●  (das) Feld räumen (müssen)  fig. · ↗aufgeben  Hauptform · (das) Handtuch schmeißen  ugs., fig. · (das) Handtuch werfen  ugs., fig. · (den) (ganzen) Bettel hinschmeißen  ugs. · (den) (ganzen) Bettel hinwerfen  ugs. · (den) (ganzen) Kram hinschmeißen  ugs. · (den) (ganzen) Krempel hinschmeißen  ugs. · (die) Brocken hinschmeißen  ugs. · (die) Brocken hinwerfen  ugs. · (die) Flinte ins Korn werfen  ugs., fig. · (die) Segel streichen  ugs. · ↗(etwas) stecken  ugs. · (sich) ins Bockshorn jagen lassen  ugs. · (sich) schicken (in)  geh., veraltet · ↗abbrechen  ugs. · ↗aufstecken  ugs. · die weiße Fahne hissen  ugs., fig. · ↗einpacken (können)  ugs., fig. · ↗hinschmeißen  ugs. · in den Sack hauen  ugs. · ↗schmeißen  ugs., fig. · ↗zurückrudern  ugs., fig.
  • (die) Arbeit verlieren · (jemandes) Arbeitsverhältnis wird beendet · gehen müssen · gekündigt werden · rausgeworfen werden · wegrationalisiert werden  ●  (der) Stuhl wird (jemandem) vor die Tür gesetzt  fig. · auf die Straße gesetzt werden  fig. · entlassen werden  Hauptform · seinen Hut nehmen müssen  fig. · vor die Tür gesetzt werden  fig. · (die) rote Karte kriegen  ugs., fig. · (sich) was Neues suchen können  ugs. · achtkantig rausfliegen  ugs. · ↗fliegen  ugs., fig. · gefeuert werden  ugs. · gegangen werden  ugs., scherzhaft · geschasst werden  ugs. · hochkant(ig) rausfliegen  ugs. · ↗rausfliegen  ugs. · rausgeschmissen werden  ugs.
  • abberufen · ↗ablösen · ↗absetzen · ↗entlassen · ↗entmachten · seines Postens entheben  ●  ↗abhalftern  ugs. · seines Amtes entheben  geh. · seines Amtes entsetzen  geh., veraltet · seines Kommandos entheben  geh.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ablauf Abonnement Arbeitgeber Arbeitnehmer Arbeitsverhältnis Beschäftigte Eigenbedarf Freundschaft Frist Jahresende Job Kredit Mieter Mietverhältnis Mietvertrag Mitarbeiter Mitgliedschaft Pachtvertrag Tarifvertrag Vermieter Versicherung Vertrag Wohnung an ankündigen ansagen aufkündigen betriebsbedingt fristlos vorzeitig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›kündigen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bereits am heutigen Montag wolle er seinen Job Wissen kündigen.
Der Tagesspiegel, 27.08.2000
Dennoch hat kaum einer gemurrt, niemand hat gekündigt, alle hofften auf bessere Zeiten.
Süddeutsche Zeitung, 14.06.1996
Es ging mir zu müßig und unordentlich zu in diesem Betrieb, und ich kündigte bald wieder.
Strauß, Botho: Der junge Mann, München: Hanser 1984, S. 253
Ich kündigte daher meine kaufmännische Stellung und ging zu meiner Mutter zurück.
Friedländer, Hugo: Ein Landgerichtsrat auf der Anklagebank. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1921], S. 4293
Seit sie hier gekündigt hatte, war es am schlimmsten geworden.
Meisel-Hess, Grete: Die Intellektuellen. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 10964
Zitationshilfe
„kündigen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/kündigen>, abgerufen am 23.07.2019.

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