köpfen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungköp-fen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›köpfen‹ als Letztglied: ↗einköpfen
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
jmdn. köpfenjmdm. den Kopf abschlagen, jmdn. enthaupten
Beispiel:
der zum Tode Verurteilte sollte geköpft werden
bildlich
Beispiel:
Sie köpfen die Wahrheit! [BrechtGalilei13]
übertragen
Beispiele:
sie köpfte ein gekochtes Ei (= durchschnitt am oberen Ende die Schale)
salopp eine Flasche Wein wird noch geköpft (= geöffnet)
Landwirtschaft Rüben köpfen (= von den Rüben bei der Ernte das obere Ende mit den Blättern abschneiden)
Landwirtschaft den Tabak köpfen (= die Blütenstände der Tabakpflanzen abbrechen)
Disteln köpfendie Blüten der Disteln abschlagen
Beispiel:
Und übe, dem Knaben gleich, / der Disteln köpft, / an Eichen dich und Bergeshöhn [GoethePrometheus]
2.
Fußball den Ball durch Stoß mit dem Kopf weiterbefördern
Beispiele:
er köpfte den Ball ins Tor
ein Abwehrspieler konnte den Ball wieder ins Mittelfeld köpfen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kopf · köpfen · Kopfschmerz
Kopf m. ‘Haupt, Schädel’, ahd. koph ‘Schöpfgefäß, Becher’ (8. Jh.), auch ‘Hinterhaupt’ (Hs. 13. Jh.), mhd. kopf, koph ‘Trinkgefäß, Becher, Hirnschale, Haupt’, mnd. kop, koppe, mnl. cop ‘Schale, Becher, Haupt’, nl. kop, aengl. cuppe, engl. cup ‘Becher, Tasse’, anord. (aus dem Mnd.) koppr ‘Tasse’ sind wahrscheinlich entlehnt aus spätlat. cuppa ‘Becher’ (s. ↗Kuppe), einer Nebenform von lat. cūpa ‘Kufe, Tonne, größeres Holzgefäß’ (s. ↗Kübel, ↗Kufe); vgl. Frings/M. Germania Romana 2 (1968) 211. Die heutige Bedeutung (vorgebildet in ahd. koph ‘Hinterhaupt’) entwickelt sich in mhd. Zeit, und zwar über ‘Gefäß, Schalenförmiges’ zu ‘Hirnschale’ und ‘Haupt’. Kopf verweist danach (vom 16. Jh. an) die ältere Bezeichnung ↗Haupt (die eine ähnliche Bedeutungsentwicklung zeigt, s. d.) in einen gehobeneren Sprachbereich. köpfen Vb. ‘jmdm. den Kopf abschlagen’ (14. Jh.). Kopfschmerz m. (17. Jh.), älter Kopfweh (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(einen) Kopf kürzer machen · (jemandem) den Kopf abschlagen · durch die Guillotine hinrichten · ↗enthaupten · ↗guillotinieren · köpfen · mit dem Schwert richten
Oberbegriffe
  • (jemandem) (den) Lebensfaden abschneiden · ↗auslöschen · ↗ermorden · ins Jenseits befördern · ↗killen · ↗meucheln · tot... · ↗umbringen · ums Leben bringen · zum Schweigen bringen · zur Strecke bringen  ●  (jemandem) das Lebenslicht auslöschen  fig., variabel · ↗töten (absichtlich)  Hauptform · (jemandem) den Garaus machen  ugs. · ↗abmurksen  ugs. · ↗abservieren  ugs., salopp · ↗ausknipsen  ugs., fig., salopp · ↗entleiben  geh. · in die ewigen Jagdgründe schicken  ugs. · ins Gras beißen lassen  ugs., fig. · ins Nirwana befördern  ugs. · ↗kaltmachen  ugs. · ↗totmachen  ugs. · um die Ecke bringen  ugs. · ↗umlegen  ugs. · vom Leben zum Tode befördern  geh. · über die Klinge springen lassen  ugs., fig.
  • (das) Todesurteil vollstrecken · ↗exekutieren · ↗hinrichten · ↗liquidieren · ↗richten

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abpraller Ausgleich Außennetz Ball Eck Eckball Ecke Flanke Freistoß Freistoßflanke Frühstücksei Innenverteidiger Latte Masche Nachspielzeit Pfosten Querlatte Saisontor Siegtor Siegtreffer Tor drüber ein einköpfen freistehend unbedrängt unhaltbar vorbei vorbeiköpfen weg

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›köpfen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er war aufgebrochen, um die slawischen Völker im heutigen Polen zu missionieren, wurde aber 997 von einem widerspenstigen heidnischen Priester geköpft.
Der Tagesspiegel, 18.02.2000
Er köpft den Ball lustlos einem Gegner vor die Füße.
Der Spiegel, 16.06.1986
Man könnte sie köpfen und sie blieben am Leben, sie haben ihre Wurzeln.
Canetti, Elias: Die Blendung, München: Hanser 1994 [1935], S. 458
Man stellt ihn vor Gericht, verurteilt ihn und köpft ihn.
Friedländer, Hugo: Die Ermordung der Medizinalrätin Molitor auf der Promenade in Baden-Baden. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1910], S. 454
Sie werden geköpft, ausgenommen, in heißes Öl getaucht, mit einem Ölaufguß versehen und in Büchsen sterilisiert.
Kölling, Alfred: Fachbuch für Kellner, Leipzig: Fachbuchverl. VEB 1962 [1956], S. 208
Zitationshilfe
„köpfen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/köpfen>, abgerufen am 21.10.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
köpfeln
Kopfdüngung
Kopfdünger
Köpfchen
Kopfbolzen
Kopfende
Kopfeslänge
Kopffesselung
Kopfform
Kopffreiheit