innehaben

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungin-ne-ha-ben
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
gehoben etw. bekleiden, einnehmen
Beispiele:
er hat einen Posten, eine gute Stellung, eine Professur an der Universität, ein wichtiges Amt in der Regierung inne
den Ehrenplatz innehaben
Kraft des Amtes, das er innehat, muß man ihn ernst nehmen, wenigstens solange er es innehat [FrischGantenbein146]
2.
gespreizt etw. besitzen
Beispiel:
eine Wohnung innehaben
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

in · inne · innewerden · innehaben · innehalten · innewohnen · innen · inner · Innereien · innerhalb · innerlich · inmitten · inständig · indem · indessen
in Präp. der räumlichen und zeitlichen Lage, Richtung; vielfach übertragen (vgl. in Eile, in tiefer Trauer, im Namen des Gesetzes). Ahd. (8. Jh.), mhd. asächs. mnd. aengl. engl. mnl. nl. in, anord. ī, schwed. i, got. in setzen mit griech. en (ἐν), lat. in, lit. ị̃, iñ(g), aslaw. , vъ(n)-, russ. v (в) ie. *en, *eni voraus. Im Dt. wird in häufig mit folgendem dem zu im (mhd. imme aus in deme) verschmolzen (im Haus), mit folgendem das zu ins (ins Haus). in ist häufig erstes Glied von Komposita (Inbegriff, Inbrunst, Ingrimm, Insasse), wird mhd. vor starktoniger Silbe zu en- abgeschwächt (z. B. mhd. enzwei, s. ↗entzwei). Zum Adverb ahd. mhd. īn (mit sekundärer Längung aus in), nhd. ein und entsprechenden Komposita s. ↗ein Adv. inne Adv. ‘darin, innen’, Adverbialbildung zur vorgenannten Präposition, ahd. inne (8. Jh.), mhd. inne, asächs. inna, mnd. inne, aengl. inne, anord. inni, schwed. inne, got. inna; dazu die Verbalkomposita innewerden ‘gewahr werden, merken’, mhd. inne werden; innehaben ‘in seiner Gewalt haben, (ein Amt, eine Stelle) bekleiden’, mhd. inne haben, frühnhd. auch inhaben; vgl. ahd. innehabēn ‘(im Körper) behalten’ (um 1000); innehalten ‘stoppen, zurückhalten, aufhören’, auch ‘enthalten, besitzen’ (s. ↗Inhalt), mhd. innehalten; innewohnen ‘enthalten sein’ (18. Jh.). innen Adv. ‘darin, im Inneren’, ahd. in(n)an Adv. Präp. ‘im Innern, innerlich, ins Innere, in’ (8. Jh.), mhd. innen, asächs. aengl. anord. innan, got. innana ‘hinein’; dazu s. ↗binnen. inner Adj. ‘innen liegend, darin befindlich’, älter auch Präp. ‘innerhalb’ (vgl. obd. inner den Grenzen), heute unüblich, ahd. innaro Adj. ‘inner, tief’ (8. Jh.), Komparativbildung zu ahd. inne (s. oben), mhd. inner Adj. ‘inwendig, im Innern liegend’, Präp. ‘innerhalb’; dazu s. ↗erinnern. Davon abgeleitet Innereien Plur. ‘Gedärme, eßbare Tiereingeweide’ (20. Jh.); innerhalb Präp. ‘im Inneren, binnen’, ahd. innarūnhalb ‘innerhalb’ (um 1000), eigentlich ‘auf der inneren Seite’ (zu ahd. halba ‘Seite, Richtung’, s. ↗-halb, ↗-halben), mhd. innerhalbe ‘im Inneren’. innerlich Adj. ‘im Inneren befindlich, seelisch tief veranlagt’, mhd. innerlich. inmitten Präp. ‘in der Mitte von etw.’, ahd. in mitten (8. Jh.), mhd. enmitten(t). inständig Adj. ‘beharrlich, dringlich’ (um 1500), wohl unter dem Einfluß von lat. īnstanter Adv. ‘mit großer Heftigkeit, leidenschaftlich, dringlich’, zu lat. īnstāns (Genitiv īnstantis) ‘gegenwärtig, drängend, angelegentlich’. Davon unabhängig besteht eine vereinzelte frühe Bildung ahd. instentīgo Adv. ‘beständig’ (um 1000), vgl. dazu ahd. anastantan ‘bestehen, beharren’. indem Konj. ‘dadurch daß, während’ (15. Jh.). An die Stelle des Genitivs ahd. innan thes (s. ↗indessen) tritt im Frühnhd. der Dativ in dem mit folgendem daß-Satz, wobei sich unter Ersparung von daß zusammengerücktes indem zur Konjunktion entwickelt. indessen Konj. ‘inzwischen, allerdings, aber, doch’, ahd. innan thes ‘bis dann, unterdessen’, danach (oft einen Nebensatz einleitend) mhd. innen des, woraus die Konjunktion nhd. indeß, indes, seit dem 17. Jh. meist in der gelängten Form indessen.

Thesaurus

Synonymgruppe
amtieren (als) · ↗arbeiten (als) · ↗ausüben (Funktion) · ↗bekleiden (Amt) · innehaben (Position, Funktion) · tätig sein (als) · ↗versehen (Dienst) · ↗wirken (als)
Assoziationen
Synonymgruppe
(der) Besitzer sein · (der) Eigentümer sein · (etwas) in Händen haben · in (seinem) Besitz haben · verfügen über  ●  ↗besitzen  Hauptform · haben  Hauptform · innehaben  geh. · sein Eigen nennen  geh. · zu seinen Besitzungen zählen (können)  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Amt EU-Präsidentschaft EU-Ratspräsidentschaft EU-Vorsitz Ehrenamt Funktion Führungsposition Führungsrolle Lehrstuhl Leitung Ministeramt Monopol Monopolstellung Parteiamt Position Post Posten Professur Präsidentschaft Ratspräsidentschaft Regierungsamt Schlüsselposition Schlüsselrolle Schlüsselstellung Spitzenposition Staatsamt Stellung Vorsitz bis derzeit

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›innehaben‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wer das nicht wisse, dürfe gar nicht erst eine wichtige Position innehaben.
Der Tagesspiegel, 31.05.2003
Außerdem soll eine Person nicht mehrere dieser Ämter gleichzeitig innehaben dürfen.
Die Welt, 06.10.2000
Stellung ist er bis 1503 nachzuweisen; er dürfte sie jedoch bis zu seinem Tode innegehabt haben.
Krautwurst, Franz: Nachtigal. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1961], S. 40055
Zweiundzwanzig verschiedene Personen haben diese neun Stellungen während dieser Zeit innegehabt und von diesen zweiundzwanzig leben noch achtzehn.
o. A.: Siebenundzwanzigster Tag. Freitag, 4. Januar 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 4244
Sie hatte die Stellung zwei Jahre lang innegehabt und ihre Kräfte in angestrengter Arbeit aufgerieben.
Müller-Jahnke, Clara: Ich bekenne. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1904], S. 9224
Zitationshilfe
„innehaben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/innehaben>, abgerufen am 19.10.2019.

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