infam

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungin-fam (computergeneriert)
HerkunftLatein
eWDG, 1969

Bedeutung

abwertend
1.
schändlich, niederträchtig, schuftig
Beispiele:
das ist eine infame Behauptung, Hetze, Heuchelei, Lüge
hier liegt ein infamer Betrug, Trick, ein infames Spiel, Manöver vor
dieser infame Bengel, Lügner, Wüstling!
jmdn. auf infame Weise, infam verleumden, hintergehen
Eine so infame Kreatur durfte sie also duzen [KolbSchaukel159]
veraltet ehrlos
Beispiel:
Es verbietet der König hierdurch allen Offizieren von der Kavallerie bei infamer Kassation, sich ... vom Feinde attackieren zu lassen [Th. Mann11,76]
2.
abscheulich, fürchterlich
Beispiele:
die abscheuliche Dürre des Jahres und das infame Unwetter von vorgestern [ZuchardtSpießrutenlauf293]
Durch eine infame Architektur um einen lohnenden Ausblick gebracht [GrassBlechtrommel62]
Aber während vorn die Mieter schimpften ... woher das so infam röche [G. HermannKubinke83]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

infam · Infamie
infam Adj. ‘niederträchtig, abscheulich, ehrlos’. Gegen Ende des 17. Jhs. wird lat. īnfāmis ‘berüchtigt, verrufen, schmachvoll’ (im 15. Jh. mit ↗anrüchig, s. d., übersetzt) in die Rechtssprache entlehnt und erhält die Bedeutung ‘bürgerlich ehrlos’, die sich später zu ‘schlecht, schändlich’ weiterentwickelt (Einfluß von frz. infâme ‘ehrlos, schändlich’ ist anzunehmen). Lat. īnfāmis, gebildet zu lat. fāma ‘Gerede, öffentliche Meinung, (guter oder schlechter) Ruf’ (s. ↗Fama) mit negierendem in- (s. ↗in-), bezeichnet eigentlich den, ‘der keine fāma hat’, bedeutet also ‘ohne Nachrede’ (inschriftlich bezeugt), meist aber ‘ohne guten Ruf, verrufen’ (s. oben). Seiner Bildung nach ist lat. īnfāmis ein Gegenwort zu lat. fāmōsus, das mit dem Suffix -ōsus den charakterisiert, ‘der fāma in Fülle hat’, daher ‘viel (gut oder schlecht) besprochen’ ist (s. ↗famos). Infamie f. ‘Niederträchtigkeit, Schändlichkeit’ (18. Jh.), frz. infamie.

Thesaurus

Synonymgruppe
arglistig · ↗boshaft · ↗bösartig · ↗böswillig · infam · mit finsteren Absichten · ↗niederträchtig · ↗übelgesinnt · übelwollend  ●  ↗maliziös  bildungssprachlich · ↗dolos  fachspr., juristisch · üblen Sinnes  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
arglistig · ↗boshaft · ↗bösartig · ↗böse · ↗fies · ↗garstig · ↗gehässig · ↗gemein · ↗hinterfotzig · ↗hundsgemein · ↗niederträchtig · ↗perfid · ↗perfide · ↗ruchlos · ↗schuftig · ↗schurkisch · ↗schäbig · ↗schädlich · ↗tückisch · ↗verabscheuenswert · ↗verabscheuungswürdig · ↗verwerflich  ●  hundig  österr. · ↗verrucht  veraltend · infam  geh. · ↗mies  ugs. · ↗schofel  ugs. · ↗übel  ugs. · über Leichen gehend  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anschuldigung Behauptung Beschuldigung Gleichsetzung Griff Halunke Hetze Hetzkampagne Intrige Kampagne Lüge Propaganda Schmerz Trick Unterstellung Verdrehung Verdächtigung Verfolgung Verleumdung Vorwurf Weise absurd besonders derart dumm ehrenrührig geradezu haltlos niederträchtig ziemlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›infam‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es ist infam, wenn Politiker davon sprechen, das man dem "Druck der Straße" nicht nachgeben soll.
Die Zeit, 08.12.2011 (online)
Alles andere wäre ja infam, zu züchtigen, mit einem Wort.
Süddeutsche Zeitung, 17.12.2001
Ich halte es trotzdem für politisch dumm, menschlich infam und juristisch unmöglich.
Salomon, Ernst von: Der Fragebogen, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1961 [1951], S. 37
Ich fand diese Handlungsweise so unglaublich infam, daß ich damit drohte, die Kriminalpolizei zu verständigen.
Maltzan, Maria von: Schlage die Trommel und fürchte dich nicht, Berlin: Ullstein 1998 [1986], S. 234
Sie verfügt über die infame Waffe der wortlosen Kenntnis meiner Person.
Rinser, Luise: Mitte des Lebens, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1952 [1950], S. 48
Zitationshilfe
„infam“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/infam>, abgerufen am 24.05.2019.

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