inbrünstig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungin-brüns-tig (computergeneriert)
eWDG, 1969

Bedeutung

mit Inbrunst
Beispiele:
eine inbrünstige Verehrung, Liebe
ein inbrünstiges Gebet
etw. inbrünstig hoffen, ersehnen
inbrünstig beten
die Geständnisse eines Bauernburschen, der eine inbrünstige (= heftige) Leidenschaft für seine Herrin ... hegt [Th. Mann11,239]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Brunst · Feuersbrunst · Brunstzeit · brünstig · Inbrunst · inbrünstig
Brunst f. ‘Begattungstrieb, -zeit’, ahd. brunst ‘Brand, Glut, Hitze’ (9. Jh.), mhd. brunst auch übertragen ‘geistige und sinnliche Erregung, Begattungszeit’, nl. bronst, vgl. auch got. -brunsts in alabrunsts ‘Brandopfer’, sind Abstraktbildungen auf -ti- (germ. *brundti-) zu dem in got. ahd. brinnan, mhd. brinnen ‘brennen, leuchten’ erhaltenen starken Verb, das jedoch in nhd. Zeit untergegangen und von ↗brennen (s. d.) abgelöst ist. Das eingeschobene -s- bleibt dabei freilich unerklärt. Die frühe Bedeutung ‘Brand, Glut, Hitze’ verliert sich im 18. Jh., bleibt aber in der Zusammensetzung Feuersbrunst f. (16. Jh.) erhalten. Der übertragene Gebrauch ‘Begattungstrieb, -zeit’ entsteht vielleicht unter dem Einfluß von lautlich anklingendem mhd. brunft, nhd. ↗Brunft (s. d.); dazu auch Brunstzeit f. ‘Begattungszeit’ (16. Jh.); brünstig Adj. ‘begattungsbereit’, mhd. brünstec. An die Verwendung ‘geistige, sinnliche Erregung’ schließen an Inbrunst f. ‘tiefes Gefühl, starke Seelenkraft’, mhd. inbrunst ‘innere Glut’, in der Mystik ‘inneres Brennen gegenüber Gott’; inbrünstig Adj. ‘heiß verlangend, leidenschaftlich’, mhd. inbrünstec.

Thesaurus

Synonymgruppe
begierig (auf, nach) · ↗eifrig · inbrünstig
Synonymgruppe
geschwollen · ↗hochtrabend · inbrünstig · ↗pastoral · ↗pathetisch · ↗priesterlich · ↗salbungsvoll  ●  ↗solenn  ugs. · ↗weihevoll  geh.
Assoziationen
  • (seine Worte) mit Bedacht (wählen) · (seine) Worte wägen · (sich) gewählt (ausdrücken) · ↗gesucht · mit ausgesuchten Worten · mit gewogenen Worten · ↗stilvoll  ●  ↗gehoben  Hauptform · (einen) hohen Ton anschlagen  geh. · ↗bildungssprachlich  fachspr. · ↗elaboriert (Ausdrucksweise)  fachspr., veraltend · im hohen Ton  geh.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Andacht Bitte Frömmigkeit Gebet Gesang Hingabe Kuß Leidenschaft Sehnsucht Verehrung beinahe beschwören besingen beten derart flehen geradezu hassen hoffen intonieren küssen laut leidenschaftlich lieben mitsingen schmettern sehnen singen verehren verehrt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›inbrünstig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das Licht ist gekoppelt an inbrünstigen - man ist versucht zu sagen - heißen Glauben.
Die Welt, 13.12.2000
Das hält einige Studenten jedoch nicht davon ab, noch inbrünstiger zu singen.
Süddeutsche Zeitung, 16.11.1995
Er hält die Hände inbrünstig, dicht unter dem erhobenen Kinn gefaltet.
Mann, Thomas: Buddenbrooks, Frankfurt a. M.: Fischer 1989 [1901], S. 396
Ich stelle mir alles genau vor und stimme ihm inbrünstig zu.
Lebert, Benjamin: Crazy, Köln: Kiepenheuer & Witsch 1999 [1999], S. 14
Er ergriff die Hand des Meisters, küßte sie heiß und inbrünstig und stürzte aus der Stube.
Ebner-Eschenbach, Marie von: Agave. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1903], S. 5696
Zitationshilfe
„inbrünstig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/inbrünstig>, abgerufen am 19.06.2019.

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