humpeln

GrammatikVerb · humpelt, humpelte, ist/hat gehumpelt
Aussprache
Worttrennunghum-peln
Wortbildung mit ›humpeln‹ als Erstglied: ↗Humpelrock  ·  mit ›humpeln‹ als Letztglied: ↗abhumpeln · ↗anhumpeln · ↗davonhumpeln · ↗forthumpeln · ↗heranhumpeln · ↗hereinhumpeln · ↗herumhumpeln · ↗hinaushumpeln · ↗hinterherhumpeln · ↗nachhumpeln · ↗weghumpeln · ↗zurückhumpeln
eWDG, 1969

Bedeutung

umgangssprachlich hinken, mühsam gehen
a)
drückt eine Bewegung aus
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
Beispiele:
er ist unter Schmerzen nach Hause gehumpelt
er humpelt zum Fenster, über die Straße, nach vorn
der Alte, das Mütterchen humpelte zur Tür
er kam zum Tisch gehumpelt
Halb genesen humpelte er am Arm dieser oder jener Pflegerin auf dem Korridor [GrassBlechtrommel32]
bildlich
Beispiel:
Ab und zu humpelte ein Omnibus mit zwei müden Gäulen über das Pflaster [BebelAus meinem Leben354]
b)
drückt einen Zustand aus
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
nach seiner Verletzung hat er tüchtig gehumpelt
der Hund mit der kranken Pfote kann nur noch humpeln
[sie] geleitete ihn humpelnd bis vors Hoftor [PolenzBüttnerbauer1,100]
übertragen
Beispiel:
ein Geschäft humpelt (= geht schlecht)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

humpeln Vb. ‘gebrechlich, lahm gehen, hinken’. Vorwiegend im Nordd. auftretendes humpeln, humpelen (vgl. nl. hompelen sowie mnd. humpeler, mnl. humpelaer ‘hinkender Mensch’) ist eine Iterativbildung zu sowohl nd. wie obd. bezeugtem humpen ‘hinken’ und wird im 18. Jh. literatursprachlich. Vgl. ferner die früher überlieferten übertragenen Verwendungen mnd. humpeler, nhd. Hümpler ‘träger, langsamer Mensch, Stümper’ (16. Jh.), nhd. hümpeln ‘stümpern, pfuschen, schlechte Arbeit leisten’ (17. Jh.). Herkunft nicht geklärt. Verbindungen zu ↗Humpen oder ↗schimpfen (s. d.) sind möglich, jedoch nicht genügend gesichert. Vielleicht lautmalenden Ursprungs. Oder ist Verbindung mit griech. skambós (σκαμβός) ‘krumm, krummbeinig’ zu erwägen, so daß an eine Wurzel ie. *(s)kamb- ‘krümmen, biegen’ angeknüpft werden kann?

Thesaurus

Synonymgruppe
(ein) Bein nachziehen · ↗hinken · humpeln · ↗lahmen  ●  ↗hatschen  ugs. · ↗watscheln  ugs.
Assoziationen
  • verletztes Bein  ●  ↗Hinkebein  ugs. · kaputtes Bein  ugs.
  • Hinkebein · steifes Bein
  • einwärtsgehen · mit einwärtsgerichteten Füßen gehen  ●  ↗onkeln  ugs. · über den Onkel gehen  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abwehrchef Gipsbein Holzbein Kabine Katakombe Knöchel Krücke Krückstock Mittelfeld-Mann Muskelfaserriss Trainingsgelände Trainingsplatz Zerrung Zusammenprall davonhumpeln entgegen heranhumpeln herbei herein herhumpeln herumhumpeln hinterher hinterherhumpeln hinunter nachhumpeln raus umher umknicken vorbei weiterhumpeln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›humpeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wie ist es als äußerst sportliche Frau jetzt humpeln zu müssen?
Der Tagesspiegel, 02.03.2004
Auf dem Flohmarkt humpelten die sonst so gebrechlichen Männer erstaunlich flink an meinem Stand vorbei.
Moers, Walter: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 356
Eine alte Frau, klein und krumm, humpelt ihnen mit einem Stock entgegen.
Dölling, Beate: Hör auf zu trommeln, Herz, Weinheim: Beltz & Gelberg 2003, S. 184
Als der Mann merkte, daß er beobachtet wird, humpelte der offensichtlich verletzte Mann davon.
Die Welt, 07.11.2005
Schließlich humpelte mir ein alter Mann entgegen, ihn fragte ich nach dem Weg.
Die Zeit, 25.03.1983, Nr. 13
Zitationshilfe
„humpeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/humpeln>, abgerufen am 14.11.2019.

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