humorig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennunghu-mo-rig (computergeneriert)
HerkunftLatein
WortzerlegungHumor-ig
Wortbildung mit ›humorig‹ als Erstglied: ↗Humorigkeit  ·  mit ›humorig‹ als Letztglied: ↗schwarzhumorig
eWDG, 1969

Bedeutung

von Humor erfüllt, voll gelassener Heiterkeit
Beispiele:
ein humoriger Erzähler, Zeitkritiker
Ich treffe einen der drei Werftkapitäne, echter Seebär mit den zwinkernden, humorigen Augen [BronnenDeutschland47]
witzig, spaßig
Beispiele:
ein Mann mit humorigen Einfällen
eine humorige Bemerkung, Wirkung
Ihr Rat ... der einer humorig laienhaften Vorstellung von der Entstehung der Druckwerke entspringt [K. KrausSprache2,263]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Humor · Humorist · humoristisch · Humoreske · humorig
Humor m. ‘heitere Gelassenheit als Grundhaltung gegenüber dem Dasein, Sinn für Komik, gute Laune, fröhliche Stimmung’. Zugrunde liegt lat. hūmor (Genitiv hūmōris), eine volksetymologisch an lat. humus ‘Erde’ (s. ↗Humus) angeschlossene Variante von lat. ūmor (Genitiv ūmōris) ‘Feuchtigkeit, Flüssigkeit, Naß’ (auch für ‘Tränen, Speichel, Blut’), zu lat. ūmēre ‘feucht sein’. In der mittelalterlichen Medizin steht mlat. humor für ‘Körpersaft’, bezeichnet also jene vermeintlichen vier Grundsäfte des Körpers, die nach der (besonders durch Galen verbreiteten) hippokratischen Lehre die vier Temperamente bewirken, und gilt im Anschluß daran auch für ‘Gemütslage, Gestimmtheit, Laune, Charakter’. In diesem Sinne wird das Wort ins Dt. übernommen (2. Hälfte 16. Jh.); vgl. naturliche vermischung und temperatur der vier humoren (1616), melancholischer Humor ‘Stimmung, Laune’ (17. Jh.). Endbetonung im Dt. (seit etwa 1700) geht auf lat. flektierte bzw. diesen folgende Formen (wie dt. Humoren Plur.) zurück oder beruht auf dem Einfluß von (ebenfalls aus dem Lat. entlehntem) gleichbed. frz. humeur. Aus dem Afrz. stammendes engl. humour entwickelt sich (im 17. Jh.) zu einer Bezeichnung für jene Wesensart des Menschen bzw. Eigenschaft einer literarischen Darstellung, die Heiterkeit, Belustigung, Spaß ausstrahlt und hervorruft. Dieser Gebrauch wird Mitte 18. Jh. ins Dt. übernommen. Humorist m. ‘Künstler, dessen Werke Heiterkeit und Belustigung vermitteln’ (2. Hälfte 18. Jh.), nach engl. humorist; zuvor ‘Humoralmediziner, die Lehre von den Körpersäften zugrundelegender Arzt’ (Paracelsus, um 1520); humoristisch Adj. (2. Hälfte 18. Jh.), zuvor ‘humoralmedizinisch’ (Paracelsus). Humoreske f. ‘heitere Kurzerzählung, heiteres Musikstück’ (1. Hälfte 19. Jh.), mit romanisierender Endung analog ↗Burleske, ↗Groteske (s. d.). humorig Adj. ‘heiter, launig’ (20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
amüsant · belustigend · brüllend komisch · humorig · ↗komisch · ↗lustig · ↗scherzhaft · ↗spaßig · ↗ulkig · ↗witzig · äußerst komisch  ●  ↗(sehr) witzig  ugs. · grobhumorig  geh. · rasend komisch (Verstärkung)  ugs. · schreiend komisch (Verstärkung)  ugs. · ↗urkomisch  ugs. · zum Kaputtlachen  ugs. · zum Schießen  ugs. · zum Schreien  ugs. · zum Totlachen  ugs.
Assoziationen
  • Eulenspiegelei · ↗Nonsens · ↗Schildbürgerstreich · ↗Spaß · ↗Ulk · lustiger Streich  ●  ↗Schabernack  Hauptform · ↗Schnurre  veraltet · Spass  österr. · ↗Clownerie  geh. · ↗Drolerie  geh. · Döneken (Rhein., Plural Dönekes)  ugs. · ↗Eselei  ugs. · ↗Fez  ugs. · ↗Flachs  ugs. · ↗Hanswurstiade  ugs. · ↗Jokus  ugs. · ↗Jux  ugs. · ↗Posse  geh. · ↗Schnack  ugs., norddeutsch · ↗Schnurrpfeiferei  geh., veraltet · ↗Schote  ugs.
  • Lachanfall · Lachflash · ↗Lachkrampf
  • (immer) die passende Antwort (parat) haben · (jemandem) nichts schuldig bleiben · ↗geistesgegenwärtig · keine Antwort schuldig bleiben · mit flinker Zunge · ↗mundfertig · nie um eine Antwort (verlegen)sein · ↗spritzig · ↗wortgewandt · ↗zungenfertig  ●  ↗schlagfertig  Hauptform · ↗flinkzüngig  geh., selten · nicht auf den Mund gefallen  ugs.
  • (einen) (unvergesslich) komischen Anblick bieten · (sehr) lustig aussehen  ●  (ein) komischer Anblick (sein)  selten · (ein) Bild für die Götter (sein)  ugs.
  • (sich) (auf dem Boden) wälzen vor Lachen · ↗(sich) (beinahe) totlachen · (sich) (die) Seiten halten (müssen) vor Lachen · (sich) ausschütten vor Lachen · (sich) biegen vor Lachen · (sich) den Bauch halten vor Lachen · (sich) festhalten müssen vor Lachen · ↗(sich) kaputtlachen · (sich) kugeln (vor Lachen) · (sich) nicht / kaum noch halten können vor Lachen · Tränen lachen · Tränen weinen vor Lachen · aus vollem Halse lachen · dröhnend lachen · einen Lachanfall haben · einen Lachflash haben · ↗grölen (vor Lachen) · herausplatzen vor Lachen · hysterisch lachen · schallend lachen · wiehernd lachen  ●  (sich fast) in die Hose machen vor Lachen  ugs. · (sich) 'nen Ast lachen  ugs. · (sich) (auf dem Boden) kugeln vor Lachen  ugs. · (sich) (beinahe) wegschmeißen (vor Lachen)  ugs. · (sich) (fast) bepissen vor Lachen  derb · (sich) bekringeln (vor Lachen)  ugs. · (sich) beömmeln  ugs. · (sich) flachlegen vor Lachen  ugs. · (sich) halbtot lachen  ugs. · ↗(sich) kranklachen  ugs. · (sich) kringeln (vor Lachen)  ugs. · (sich) krumm und bucklig lachen  ugs. · (sich) krumm und schieflachen  ugs. · (sich) nicht mehr / kaum noch einkriegen vor Lachen  ugs. · (sich) scheckig lachen  ugs. · (sich) schepp lachen  ugs., variabel · ↗(sich) schieflachen  ugs. · (sich) schlapplachen  ugs. · ↗(sich) weglachen  ugs. · fast sterben vor Lachen  ugs. · ↗geiern  ugs., regional · in die Tischkante beißen vor Lachen  ugs. · ↗losgrölen  ugs. · ↗losprusten  ugs. · loswiehern  ugs. · rumgeiern  ugs. · ↗wiehern  ugs.
Synonymgruppe
fröhlich · ↗humoristisch · ↗humorvoll · ↗launig · ↗lustig · ↗schelmisch · ↗scherzhaft · ↗spaßig · ↗witzig  ●  humorig  geh.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bemerkung Einlage Szene

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›humorig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Was bleibt, sind ein paar Schauspieler, die versuchen, humorig zu sein.
Die Zeit, 15.04.2004, Nr. 17
Rundum lebensfreudig wirkte er, leutselig und herzhaft humorig dem Genuß zugetan.
Süddeutsche Zeitung, 20.01.1999
Inoffiziell hatte er ihm einen netten, humorigen Brief geschrieben, den der Hartl auch witzig konziliant erwidert hatte.
Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 307
Er kann geistreich, humorig, ernst oder schwachsinnig sein, niemand wird ihm das Recht nehmen wollen, seine Überzeugung via Bildschirm zu verbreiten.
Loriot [d.i. Vicco von Bülow]: Sehr verehrte Damen und Herren ..., Zürich: Diogenes 1993, S. 123
Sie umfassen alle denkbaren Gefühlsinhalte, Liebeslieder, Naturstimmungen, fromme Betrachtungen, große Balladen, ironisch gefärbte und derb humorige Lieder.
Nick, Edmund: Wolf. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1968], S. 19848
Zitationshilfe
„humorig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/humorig>, abgerufen am 17.10.2019.

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