huldigen

GrammatikVerb
Worttrennunghul-di-gen (computergeneriert)
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
gehoben jmdm. seine Ergebenheit, Verehrung zeigen
Beispiele:
einem berühmten Künstler huldigen
die Studenten huldigten ihrem Professor mit einem Fackelzug
einer schönen Frau huldigen
jmdm. durch eine Auszeichnung, mit einer Lobrede huldigen
die Griechen haben vielen Göttern gehuldigt
Die Haine flüsterten huldigend seinen Namen [G. Hauptm.Quint1,45]
historisch Treue geloben, sich unterwerfen
Beispiele:
dem Kaiser, Fürsten, fremden Eroberer huldigen
die unterworfenen Völker huldigten dem siegreichen Rom
2.
gehoben, übertragen einer Anschauung, Gewohnheit huldigeneiner Anschauung, Gewohnheit treu sein, anhängen
Beispiele:
einer Ansicht, Auffassung huldigen
dieser Sitte, Mode, einem Brauche, falschen Grundsätzen, einem Aberglauben, den Naturwissenschaften, dem Fortschritt huldigen
scherzhaft einer Leidenschaft, dem Kartenspiel, Alkohol huldigen (= frönen)
Aber ich glaube, du huldigst übertriebenen Vorstellungen von Ritterlichkeit im Kriege [HagelstangeSpielball129]
scherzhaft Huldigen Sie, anstatt zu studieren, dem Billardspiel ...? [WerfelAbituriententag67]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Huld · huldigen · Huldigung
Huld f. ‘Wohlwollen, Gunst, Gnade, Geneigtheit’, ahd. huldī (8. Jh.), hulda (Hs. 12. Jh.), mhd. hulde ‘Dienstbarkeit, Ergebenheit, Treue (des Lehnsmanns seinem Herrn gegenüber), Geneigtheit, Wohlwollen (des Herrn gegenüber den Untergebenen)’, asächs. huldi, mnd. hülde, hulde, aengl. hyldu, mnl. nl. hulde, afries. helde, hulde, anord. hylli, aschwed. hylle sind Abstraktbildungen zu dem unter ↗hold (s. d.) dargestellten Adjektiv. Die gekürzte, einsilbige Form Huld tritt zuerst (15. Jh.) im Obd. auf. huldigen Vb. ‘einer Sache mit Überzeugung anhängen, sie vertreten’, älter ‘seine Verehrung zu erkennen geben, sich einem Herrscher durch Treuegelöbnis unterwerfen, Ergebenheit bezeugen’, spätmhd. huldigen ‘sich geneigt machen, für sich gewinnen’; vgl. ahd. hulden ‘beschwichtigen, versöhnen, für sich gewinnen’ (9. Jh.), mhd. frühnhd. hulden ‘geneigt machen, Dienstbarkeit, Treue geloben’. Huldigung f. (15. Jh.); vgl. mhd. huldunge, frühnhd. huldung.

Thesaurus

Synonymgruppe
anbeten · ↗heiligen · huldigen · ↗verehren · ↗vergöttern  ●  ↗adorieren  veraltet
Synonymgruppe
bejubeln · ↗gutheißen · huldigen · ↗klatschen · ↗zujubeln · ↗zustimmen  ●  ↗akklamieren  fachspr.
Synonymgruppe
anbeten · ↗beweihräuchern · eine (ihm / ihr) nicht zukommende Bedeutung beimessen · eine (ihm / ihr) nicht zukommende Bedeutung verleihen · ↗emporstilisieren · ↗hochjubeln · ↗hochstilisieren · mit einem Glorienschein umgeben · mit einem Glorienschein versehen · ↗verbrämen · ↗verherrlichen · ↗verklären · ↗überhöhen  ●  ↗idealisieren  Hauptform · ↗anhimmeln  ugs. · ↗glorifizieren  geh. · huldigen  geh.
Assoziationen
  • (einer Sache) zu viel Gewicht beimessen · zu hoch bewerten · zu viel Wichtigkeit beimessen · ↗überbewerten · ↗überschätzen
  • (verborgene) Absichten unterstellen · ↗hineininterpretieren · ↗hineinlesen  ●  ↗hineingeheimnissen  geh.
  • (ein) Geheimnis machen (aus) · geheimnisvolle Kräfte zuschreiben · magische Kräfte zuschreiben · ↗mystifizieren · zu einem Mysterium emporstilisieren
  • (ein) Loblied anstimmen (auf) · (jemandem) ein großes Lob aussprechen · (jemandem) großes Lob spenden · (jemandem) hohes Lob zollen · (jemandes) Lob singen · (jemandes) Loblied singen · ↗(sehr) rühmen · (sich) in Lobeshymnen ergehen · in den Himmel heben · in den höchsten Tönen loben · in den höchsten Tönen reden (von) · ↗lobpreisen · sehr loben  ●  (sich) in Lobtiraden ergehen  abwertend · (einer Sache / jemandem) Weihrauch spenden  geh., fig. · (jemandem einen) Lorbeerkranz flechten  geh., fig. · (jemandem) Lorbeerkränze flechten  geh., fig. · (jemandem) ein dickes Lob geben  ugs. · (sich) in Lobestiraden ergehen  geh., abwertend · des Lobes voll (sein)  geh. · voll des Lobes (sein)  geh. · über den grünen Klee loben  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aberglaube Anschauung Credo Eros Fetisch Funktionalismus Führerprinzip Genie Genius Gott Gottheit Göttin Götze Heiliger Herrscher Ideal Ideale Idol Jubilar Kaiser Kult Mammon Messias Ovation Personenkult Schönheit Weltpresse Zeitgeist Zeitgeschmack Zentralismus

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›huldigen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Noch einem anderen muss an dieser Stelle einmal gehuldigt werden.
Die Welt, 27.09.2003
Anstatt den Lesern abzuverlangen, gedruckten Ideen zu huldigen, huldigt das Festival den Lesern.
Der Tagesspiegel, 11.10.1999
Hierin das Rechte zu treffen ist keineswegs leicht, denn jeder huldigt darin seiner eigenen Idee.
Schramm, Hermine [d.i. Meißner, Hermine]: Das richtige Benehmen in der Familie, in der Gesellschaft und im öffentlichen Leben. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1930], S. 6553
Als Komponist huldigt er nun freilich weit weniger fortschrittlichen Anschauungen als als Virtuose.
Richter, Alfred: Aus Leipzigs musikalischer Glanzzeit, Erinnerungen eines Musikers. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 43871
So wird von immer mehr Seiten, in immer zahlreicheren Formen dem neuen Ideal gehuldigt.
Suttner, Bertha von: Autobiographie. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1909], S. 8922
Zitationshilfe
„huldigen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/huldigen>, abgerufen am 24.06.2019.

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