honorig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungho-no-rig (computergeneriert)
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›honorig‹ als Erstglied: ↗Honorigkeit
eWDG, 1969

Bedeutung

veraltend ehrenhaft
Beispiele:
ein honoriges Betragen
da gegen seine Person nichts Nachteiliges vorgebracht werden konnte, wurde ihm eine honorige Entlassung gewährt
spöttisch Wenn sich die »honorigen« Berliner am Silvesterabend sattgegessen ... hatten, gingen sie gegen Mitternacht auf die Straße [Tageszeitung1954]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Honorar · honorieren · Honoratioren · honorig
Honorar n. ‘Vergütung’ (besonders für Tätigkeiten in freischaffenden Berufen). Lat. honōrārium ‘Anerkennung für geleistete Dienste, Ehrensold, Belohnung’, gebildet zu lat. honōs, jünger honor (Genitiv honōris) ‘Auszeichnung, Ehrung, Anerkennung’, wird zunächst unverändert ins Dt. übernommen (16./17. Jh.), dann unter Aufgabe der lat. Endung zu Honorar eingedeutscht (Ende 18. Jh.). honorieren Vb. ‘belohnen, vergüten’, kaufmännisch auch ‘bezahlen, einlösen (von Wechseln)’, entlehnt (16. Jh.) aus lat. honōrāre ‘ehren, auszeichnen, belohnen’ (zu lat. honōs, honor, s. oben). Honoratioren Plur. ‘angesehene Einwohner’. Das gegen Ende des 18. Jhs. aus kanzleisprachlichem Honoratiores ‘die Angesehensten eines Ortes’ (Ende 17. Jh.) eingedeutschte Substantiv entspricht dem substantivierten Komparativ lat. honōrātiōrēs Plur. ‘die (durch ein hohes Amt) mehr als andere Geehrten’, der zu lat. honōrātus Part.adj. ‘geehrt, angesehen’ (von honōrāre ‘ehren’) gebildet ist. honorig Adj. ‘ehrenhaft, anständig, freigebig, großzügig’, Bildung (Ende 18. Jh.) der Studentensprache zu lat. honōs, honor.

Thesaurus

Synonymgruppe
ehrbar · ↗ehrenhaft · ↗ehrenvoll · ↗ehrenwert  ●  ↗ehrsam  veraltend · honorig  veraltend

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abgang Abschied Absicht Bürger Dame Gast Geschäftsleute Geste Gremium Hamburger Herr Herrschaft Institution Kaufleute Kaufmann Leut Leutchen Mann Motiv Persönlichkeit Posten Professor Rücktritt Standpunkt Verein durchaus einst sehr verhalten überaus

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›honorig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Ziele dabei waren, da sollte man sich nichts vormachen, durchweg honorig, zumindest seit die Regierung des Landes demokratisch gewählt ist.
Süddeutsche Zeitung, 15.11.2003
Jahrelang, galt es auch in Bonn als durchaus honorig, mit Platow zusammenzuarbeiten.
Die Zeit, 25.10.1951, Nr. 43
Das sind honorige Überlegungen, auch wenn Exner und Bremeier natürlich damit rechnen können, dann direkt gewählt zu werden.
o. A. [eve]: Abwahl. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1993]
Das erschien den honorigen Herren ungefähr so absurd wie der Gedanke, mit ihren Dienern und Hausmädchen am selben Tisch zu essen.
Kurz, Robert: Schwarzbuch Kapitalismus, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 198
Damit übte er eine Patronatspflicht den Provinzialen gegenüber aus, und auch dies galt in Rom als honorig und konnte Cicero nicht verübelt werden.
Heuß, Alfred: Das Zeitalter der Revolution. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 20515
Zitationshilfe
„honorig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/honorig>, abgerufen am 18.06.2019.

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