hoffnungslos

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennunghoff-nungs-los (computergeneriert)
WortzerlegungHoffnung-los
Wortbildung mit ›hoffnungslos‹ als Erstglied: ↗Hoffnungslosigkeit
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
ohne Hoffnung, ohne Aussicht auf Erfolg oder auf Verbesserung eines schlechten Zustands
Beispiele:
in einer hoffnungslosen Lage sein
etw. für hoffnungslos halten
hoffnungslos krank sein
ein hoffnungsloses Bemühen
vom Gegner hoffnungslos geschlagen werden
der Zustand des Verletzten ist hoffnungslos
dieser Patient ist ein hoffnungsloser Fall
umgangssprachlich, scherzhaft du bist ein hoffnungsloser Fall (= unverbesserlich)
ein schwieriges, aber nicht hoffnungsloses Unternehmen (= ein schwieriges, aber nicht aussichtsloses Unternehmen)
übertragen dient als Verstärkung   sehr groß
Beispiel:
jmdn. überfällt eine hoffnungslose Verzweiflung, Traurigkeit, Depression
2.
adverbiell
umgangssprachlich, übertrieben sehr, maßlos, völlig
Beispiele:
jmd. ist hoffnungslos dumm, betrunken
eine hoffnungslos veraltete Sache
sich hoffnungslos blamieren
etw. ist hoffnungslos durcheinandergeraten
das Kind ist für sein Alter hoffnungslos zurückgeblieben
er hat sich hoffnungslos in beide Mädchen verliebt

Thesaurus

Synonymgruppe
auf verlorenem Posten (stehen) · ↗aussichtslos · ↗ausweglos · ↗chancenlos · hoffnungslos · verbaut · ↗verfahren  ●  festgefahren  fig. · in einer Sackgasse  fig.
Assoziationen
Synonymgruppe
defätistisch · ↗desperat · hoffnungslos · verzagt · ↗verzweifelt  ●  defaitistisch  schweiz.
Synonymgruppe
(hat / hatte) keine Chance · (hat / hatte) nicht die geringste Chance · am Abgrund · am absoluten Nullpunkt · am absoluten Tiefpunkt · ↗ausweglos · für sich keine Zukunft sehend · hoffnungslos · in absoluter Verzweiflung · in völliger Verzweiflung · ohne (jede) Aussicht · ohne (jede) Hoffnung · ohne Ausweg · ohne die geringste Aussicht · ohne die geringste Chance · ohne die geringste Hoffnung · ohne jede Chance · ↗todunglücklich · ↗verzweifelt · zukunftslos  ●  am Boden  ugs. · am Ende  ugs.
Assoziationen
  • abgearbeitet · abgehetzt · ↗abgekämpft · ↗abgespannt · ↗angeschlagen · ausgelaugt · entkräftet · erschlafft · ↗erschöpft · gestresst · ↗mitgenommen · ↗schlapp · verausgabt · überanstrengt  ●  ↗abgeschlagen  schweiz. · ausgebrannt  fig. · verbraucht  fig. · abgerackert  ugs. · ausgepowert  ugs. · ↗fertig  ugs. · ↗kaputt  ugs. · ↗verratzt  ugs.
  • (sich) vor den Zug werfen · (sich) vor einen Zug werfen
  • Vorn klafft der Abgrund, hinten lauern die Wölfe.  Spruch · a fronte praecipitium, a tergo lupi  geh., Spruch, lat.
Synonymgruppe
Mitleid erregend · ↗arm · armer Kerl · ↗armselig · ↗beklagenswert · ↗bemitleidenswert · ↗erbärmlich · ↗heruntergekommen · hoffnungslos · ↗jammervoll · ↗jämmerlich · ↗kläglich · ↗unglücklich · zu bedauern (sein)  ●  armer Tropf  veraltend · ↗bedauernswert  Hauptform · arm dran  ugs., ruhrdt. · arme Sau  derb · armer Teufel  ugs. · armes Schwein  ugs. · ↗bejammernswert  fachspr. · ↗erbarmungswürdig  geh. · letztklassig  ugs., österr. · ↗miserabel  geh.
Assoziationen
  • (armer) Wicht · ↗Hanswurst · Lachplatte · ↗Witzblattfigur · dummer August  ●  ↗Fuzzi  ugs. · ↗Komiker  ugs. · ↗Pflaumenaugust  ugs. · ↗Schießbudenfigur  ugs. · ↗Witzfigur  ugs., Hauptform · ↗Wurst  ugs.
  • abgehalftert · ↗abgerissen · ↗abgetakelt · abgewirtschaftet · am Ende · ↗desolat · in einem schlechten Zustand · ↗marode · ↗mies · ruiniert · ↗schäbig · ↗ungepflegt · verdorben · ↗verkommen · verlottert · verludert · verlumpt · ↗verschlissen · verwahrlost · verwildert · zerfasert · zerfleddert · ↗zerlumpt · zerschlissen  ●  ↗(äußerlich) heruntergekommen  Hauptform · (herumlaufen) wie ein Penner  derb, abwertend · ↗abgefuckt  derb, jugendsprachlich · abgeranzt  ugs. · abgewrackt  ugs. · auf den Hund gekommen  ugs. · ↗gammelig  ugs. · muchtig  ugs., berlinerisch · vergammelt  ugs.
  • (schon) bessere Tage gesehen haben · abgewirtschaftet · an den Bettelstab gekommen · arm geworden · auf den Hund gekommen · ↗heruntergekommen · ruiniert · verarmt · verelendet  ●  in Armut abgesunken  geh. · in Armut gesunken  geh. · prekarisiert  fachspr., Jargon
  • (sich) nicht wehren können · nichts ausrichten können (gegen)  ●  über den Tisch gezogen werden  ugs., fig.
  • Nichtskönner · ↗Verlierer(typ) · armer Wicht  ●  ↗Versager  Hauptform · ↗(armes) Würstchen  ugs. · ↗Blindgänger  ugs. · ↗Flasche  ugs. · ↗Graupe  ugs. · ↗Heini  ugs., ruhrdt., veraltend · ↗Krücke  ugs. · Lohle  ugs., schwäbisch · ↗Loser  ugs., engl. · ↗Lulli  ugs. · ↗Lusche  ugs. · Luschi  ugs. · ↗Niete  ugs. · ↗Null  ugs. · ↗Nulpe  ugs. · ↗Opfer (jugendspr.)  ugs. · ↗Pfeife  ugs. · Pfeifenheini  ugs., regional · ↗Schwachmat  ugs. · ↗Wurst  ugs.
  • (etwas ist) kein Zuckerschlecken (für) · (vom Schicksal) (schwer) gebeutelt werden · eine schwere Zeit durchmachen · einiges einstecken (müssen) · schwer zu kämpfen haben  ●  (einige) Nackenschläge einstecken (müssen)  variabel, fig.
Synonymgruppe
(...) vom Dienst · Berufs... · aus Überzeugung · ↗ausgemacht · ↗eingefleischt · ↗ewig · ↗hartgesotten · hoffnungslos · ↗unverbesserlich · ↗überzeugt  ●  (ein) Die-Hard  fig., engl.
Assoziationen
Synonymgruppe
außergewöhnlich · ↗außerordentlich · ↗besonders · ↗bitter(-) (nur in speziellen Kontexten) · ↗brennend · ↗extrem · ↗fürchterlich · ↗ganz · hoffnungslos · ↗mächtig · ↗rettungslos · ↗schrecklich · ↗sehr (Gradadverb vor Adjektiven) · ↗sündhaft · ↗tief · ↗ungeheuer · ↗verflixt · ↗zutiefst  ●  ↗furchtbar  ugs. · ↗verdammt  ugs. · ↗voll (noch eher jugendsprachlich)  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(sich) für nichts (mehr) interessieren(d) · ↗freudlos · ↗gemütskrank · hoffnungslos  ●  ↗depressiv  fachspr., medizinisch · dysthymisch  fachspr., medizinisch
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Fall Idealist Lage Optimist Romantiker Romantikerin Unterfangen Unterlegenheit abgeschlagen altmodisch hinterherfahren hinterherhinken nahezu scheinbar schier unterlegen veraltet verfahren verheddern verirren verschuldet verstopft zerstritten zurückliegen überaltert überfordern überfordert überfüllt überlastet überschuldet

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›hoffnungslos‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch keine Stadt lässt ihre Bewohner damit so hoffnungslos allein.
Der Tagesspiegel, 27.02.2001
Sie wird also, hoffnungslos in der Defensive, polyphon weiterwursteln wie bisher.
Die Welt, 17.07.2000
Doch wäre falsch, die Lage von damals als hoffnungslos zu bezeichnen.
o. A.: Die mittelalterliche Kirche. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1966], S. 7991
Wir wollen uns nichts vormachen, denn wir befinden uns in einer sehr unangenehmen Lage, die Lage scheint aber nicht hoffnungslos.
Brief von * Unteroffizier T. vom 13.1.1943. In: Ortwin Buchbender u. Reinhold Sterz (Hgg.), Das andere Gesicht des Krieges, München: Beck, 1982, S. 95
Nur in den offensichtlich hoffnungslosen Fällen entschied er sich sofort.
Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh II, Stockholm: Bermann - Fischer 1947 [1933], S. 317
Zitationshilfe
„hoffnungslos“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/hoffnungslos>, abgerufen am 24.05.2019.

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