herumhängen

GrammatikVerb · hängt herum, hing herum, hat herumgehangen
Worttrennunghe-rum-hän-gen · her-um-hän-gen
Wortzerlegungherum-hängen1
Duden GWDS, 1999 und DWDS, 2018

Bedeutung

umgangssprachlich
1.
etw. hängt herum(unordentlich, störend) hängen, aufgehängt sein
Beispiele:
Schwierig ist es nur, wenn es lange Zeit regnet und draußen alles matschig wird. Da hat auch unser Ofen im [Wohn-]Wagen nichts geholfen. Alles ist klamm, überall hängt die feuchte Wäsche herum. [Süddeutsche Zeitung, 17.05.2014]
Ich sah meiner Frau noch geraume Zeit dabei zu, wie sie aus dem deprimierenden Chaos eine einigermaßen tröstliche Ordnung formte, bewunderte ihren unerschütterlichen Lebensmut und fühlte doch nur den Drang in mir aufsteigen, alles einfach wegzuschmeißen, die nassen Handtücher, die überall herumhingen […], und die Schuhe, aus denen noch Wochen später der verdammte Sand rieseln würde. [Die Zeit, 02.09.2017 (online)]
Die rund 800 Beschäftigten des Krankenhauses hätten keinen persönlichen Bestand an Wäsche mehr, so dass auch nichts mehr »nutzlos« im Spind herumhänge – mehr als eine Garnitur könne niemand tragen, und wer krankheitsbedingt fehle, brauche natürlich keine Kleidung. [Frankfurter Rundschau, 31.12.1999]
Segel, die unvollständig aufgeklappt sind oder als schlappe Lappen herumhängen wie ein Spinnaker in der Flaute, verringern die Fahrt und erschweren die Manövrierbarkeit[…]. [Der Spiegel, 25.06.1990, Nr. 26]
Es gibt […] nicht in jedem Zimmer einen Schrank, so daß die Kleider als gefährliche Staub- und Bazillenfänger offen herumhängen. [Neues Deutschland, 06.12.1949]
Kollokation:
mit Adverbialbestimmung: überall herumhängen
2.
jmd. hängt herum
Synonym zu rumhängen (Lesart 1 u. 2)
Beispiele:
Die meisten Jugendlichen hängen nachmittags an den Bushaltestellen herum wie in allen anderen Dörfern auch. [Dölling, Beate: Hör auf zu trommeln, Herz, Weinheim: Beltz & Gelberg 2003, S. 376]
Schlimm findet er, wenn Lehrer sich nicht mit ihren Schülern auseinandersetzen – und wenn sie nichts Neues mehr lesen. Klingt so jemand, der ständig im Netz herumhängt und sich für weiter gehende Fragen nicht interessiert? Eher nicht. [Neue Zürcher Zeitung, 24.09.2017]
»[…] Wir dachten, wenn du das alles hier wieder siehst, den Stall, die Pferde, kriegst du vielleicht wieder Lust zu reiten.« »Ihr habt doch sonst immer gemeckert, dass ich zu viel im Stall herumhänge«, sagte Patricia […]. »Seid doch froh, dass ich es nicht mehr tue!« [Beyrichen, Jutta: Der Ruf der Pferde. Würzburg, 2006.]
Wir haben mit einem Programm […] Jugendliche von der Straße geholt und ihnen eine neue Chance gegeben, eine Chance auf Einstieg in berufliche Möglichkeiten, auf Selbstbewusstsein und Selbstbestimmung. Das ist allemal besser, als auf der Straße oder in der Kneipe herumzuhängen. [www.deutschlandfunk.de, 16.09.1999]
Kollokationen:
mit Adverbialbestimmung: nutzlos herumhängen
hat Präpositionalgruppe/-objekt: in der Kneipe, der Bar, vor dem Fernseher, auf der Straße, zu Hause herumhängen; mit Freunden herumhängen
in Koordination: herumhängen und trinken, spielen
3.
jmd. hängt auf einem Stuhl o. Ä. herumin nachlässiger, ungezwungener Weise auf etw. halb liegend sitzen, herumlümmelnQuelle: DWDS, 2018
Beispiele:
Zwei Mädchen, die im Discozelt trostlos auf Stühlen herumhängen, als ahnten sie schon, wie klein ihre Zukunft ausfallen wird[…] – Gerhard Gäbler praktiziert mit seinen Fotos aus dem Alltag der neuen Bundesländer den bösen Blick. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.10.1994]
Man hängt nicht auf dem Stuhl herum und liegt nicht auf dem Tisch. [Giesder, Gabriele: Gutes Benehmen, Düsseldorf: Econ-Taschenbuch-Verl. 1991 [1986], S. 161]
Richard, der schon seit der ersten [Fußball-]Partie des Tages um elf Uhr […] auf dem Barhocker herumhängt, hatte allerdings am Morgen erst einmal aufgeklärt werden müssen, daß hier nicht Ost-, sondern Westdeutschland die Tschechoslowakei aus dem Weltmeisterschaftsrennen warf. [die tageszeitung, 03.07.1990]

Thesaurus

Synonymgruppe
Däumchen drehen (müssen) · keine Aufgabe haben · nichts zu tun haben  ●  herumhängen  ugs. · rumhängen  ugs.
Assoziationen
  • keine Arbeitserlaubnis haben · nicht arbeiten dürfen · zur Untätigkeit verdammt sein
  • (sehr) lange warten  ●  Wurzeln schlagen  fig. · (sich) die Beine in den Bauch stehen  ugs., fig.
  • faul sein · ↗faulenzen · nichts tun  ●  (die) Arbeit nicht erfunden haben  ugs., Redensart · (einfach) dasitzen und Kaffee trinken  ugs., fig. · (sich) an den Füßen spielen  ugs., fig., Redensart · (sich) die Eier schaukeln  derb, fig., Redensart · Däumchen drehen  ugs., Redensart · abhartzen  ugs., salopp · abharzen  ugs., salopp · auf der faulen Haut liegen  ugs., Redensart · keinen Finger krumm machen  ugs., fig., Redensart · keinen Finger rühren  ugs., Redensart, fig. · keinen Handschlag tun  ugs., variabel, Redensart · keinen Schlag tun  ugs.
  • (sein) Leben in Passivität verbringen · ↗(seine Zeit) verdämmern · an nichts Anteil nehmen · im Dämmerzustand dahinleben · zu einem Leben in ... verdammt sein  ●  ↗dahindämmern  Hauptform
Synonymgruppe
(es sich) bequem machen · (sich) einen (faulen) Lenz machen · ↗(sich) entspannen · ↗(sich) erholen · ↗ausruhen · ↗faulenzen · ↗herumlungern · nichts tun · untätig sein  ●  (die) Füße hochlegen  fig. · (ein) Lotterleben (führen)  scherzhaft · (sich) auf die faule Haut legen  ugs. · (sich) festhalten an  ugs., scherzhaft-ironisch · Däumchen drehen  ugs., fig. · abchillen  ugs., jugendsprachlich · abflacken  ugs. · ↗abhängen  ugs. · ablockern  ugs. · ↗abschalten  ugs. · abschimmeln  derb · absicken (jugendsprachlich)  ugs. · ↗chillen  ugs. · flohnen  ugs., schweiz. · ↗gammeln  ugs. · ↗herumgammeln  ugs. · herumhängen  ugs. · ↗lungern  ugs. · nichts zu tun haben  ugs. · ↗rumfaulenzen  ugs. · ↗rumgammeln  ugs. · rumlungern  ugs.
Assoziationen
  • nichts überstürzen  ●  Eile mit Weile.  Sprichwort · Aus der Ruhe kommt die Kraft.  ugs., Sprichwort · In der Ruhe liegt die Kraft.  ugs., Sprichwort · Nur ned hudle.  ugs., schwäbisch
  • (sich) keinen Zwang antun · (sich) wie zu Hause fühlen · es sich gemütlich machen
  • bequem · entspannt · ↗formlos · ↗gelöst · ↗launig · ↗leger · ↗locker · ↗lässig · ↗unbeschwert · ↗unförmlich · ↗ungezwungen · ↗unverkrampft · ↗zwanglos  ●  chillig  ugs. · ↗geschmeidig  ugs. · ↗relaxed  ugs., engl. · relaxt  ugs. · ↗tiefenentspannt  ugs., ironisch
  • (sich) Zeit nehmen · keine Eile haben (mit)  ●  (sich) Zeit lassen  Hauptform · (sich) nicht überschlagen  ugs. · eine ruhige Kugel schieben  ugs., Redensart · es ruhig angehen lassen  ugs., Hauptform
  • (etwas) geschehen lassen · den Dingen ihren Lauf lassen · nicht aktiv werden (in einer Sache) · nichts machen · nichts tun · nichts unternehmen  ●  (die) Dinge treiben lassen  negativ · (die) Hände in den Schoß legen  fig. · keinen Finger rühren  fig. · tatenlos zusehen  negativ · untätig bleiben  Hauptform
  • (sich) hängenlassen · (sich) zu nichts aufraffen (können) · darauf warten dass ein Wunder geschieht · darauf warten, dass die Zeit vergeht · nichts tun  ●  (irgendwie) die Zeit rumkriegen  ugs.
  • (sich irgendwo) herumdrücken · ↗(sich) herumtreiben · ↗herumlungern · ↗herumstehen  ●  ↗(sich) rumtreiben  ugs. · ↗abhängen  ugs. · ↗herumgammeln  ugs. · ↗rumstehen  ugs.
  • (sich) entspannen · ↗lungern · nichts zu tun haben · untätig sein  ●  ↗abhängen  ugs. · absicken  ugs. · ↗chillen (jugendsprachlich)  ugs. · ↗herumgammeln  ugs. · herumhängen  ugs. · ↗herumlungern  ugs. · keinen Finger krumm machen  ugs. · rumhängen  ugs.
  • (sich) eine Auszeit nehmen · (sich) eine schöne Zeit machen · (sich) einen lauen Lenz machen  ●  (sich) einen Bunten machen  ugs.
  • faul sein · ↗faulenzen · nichts tun  ●  (die) Arbeit nicht erfunden haben  ugs., Redensart · (einfach) dasitzen und Kaffee trinken  ugs., fig. · (sich) an den Füßen spielen  ugs., fig., Redensart · (sich) die Eier schaukeln  derb, fig., Redensart · Däumchen drehen  ugs., Redensart · abhartzen  ugs., salopp · abharzen  ugs., salopp · auf der faulen Haut liegen  ugs., Redensart · keinen Finger krumm machen  ugs., fig., Redensart · keinen Finger rühren  ugs., Redensart, fig. · keinen Handschlag tun  ugs., variabel, Redensart · keinen Schlag tun  ugs.
  • (sich) die Zeit vertreiben · Zeit verschwenden · ↗vertrödeln (Zeit) · ↗vertun (seine Zeit) · ↗vertändeln (Zeit)  ●  Zeit totschlagen  ugs.
  • Maulaffen feilhalten · dastehen und nichts tun · den anderen beim Arbeiten zusehen · untätig dabeistehen (und glotzen) · untätig danebenstehen (und zugucken) · untätig zusehen  ●  (dasitzen und) Löcher in die Luft starren  fig. · ↗(untätig) herumstehen  Hauptform · dastehen und Löcher in die Luft starren  fig. · (sich) die Beine in den Bauch stehen  ugs., fig. · ↗dabeistehen (und Däumchen drehen)  ugs.
  • (gemeinsam) (die) Freizeit verbringen · ↗(sich) treffen  ●  ↗(irgendwo) abhängen  ugs., Hauptform

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bahnhof Bar Café Clique Club Eingang Fernseher Gegend Jugendliche Kabel Kneipe Kumpel Straße Tankstelle draußen faul hängen irgendwo lieber lose nutzlos saufen schlaff stundenlang ständig trinken träumen verkehrt zusammen überall

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›herumhängen‹.

Zitationshilfe
„herumhängen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/herumhängen>, abgerufen am 18.10.2019.

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