herausnehmen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennunghe-raus-neh-men · her-aus-neh-men
Wortzerlegungheraus-nehmen
Wortbildung mit ›herausnehmen‹ als Erstglied: ↗herausnehmbar  ·  mit ›herausnehmen‹ als Grundform: ↗Herausnahme
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
etw. aus etw. nehmen
Beispiele:
Geld aus der Kasse, die Blumen aus der Vase herausnehmen
hat jmd. ein Buch aus dem Regal herausgenommen?
der Dekorateur nimmt die Ausstellungsstücke aus dem Schaufenster heraus
sich den Blinddarm herausnehmen (= operativ entfernen) lassen
übertragen jmdn., etw. aus seiner bisherigen Umgebung entfernen
Beispiele:
einen Schüler aus der Klasse, aus einem Internat herausnehmen
die Fehlerrechnung wurde aus dem Lehrplan dieser Klassenstufe herausgenommen
2.
einen Gang herausnehmenein Kraftfahrzeug auf Leerlauf schalten
Beispiel:
er nahm den dritten Gang an der Kreuzung heraus und fuhr mit dem ersten wieder an
3.
umgangssprachlich sich [Dativ] etw. herausnehmensich etw. anmaßen, erlauben
Beispiele:
sich Freiheiten, Eigenmächtigkeiten herausnehmen
sie hat sich viel(es), zu viel, allerhand herausgenommen
es ist unglaublich, was er sich anderen, mir gegenüber herausnimmt!
[danach] nahm ich es mir in der Stille heraus, zugleich mit meiner die Rechnung der Damen zu begleichen [G. Hauptm.4,239]

Thesaurus

Synonymgruppe
abscheiden · ↗absondern · ↗abspalten · ↗ausgliedern · ↗aussieben · ↗aussondern · ↗aussortieren · ↗eliminieren · ↗entfernen · ↗entnehmen · ↗extrahieren · herausnehmen · ↗isolieren · ↗selektieren · ↗separieren · ↗streichen · ↗trennen  ●  ↗auslesen  fachspr.
Assoziationen
  • herausfischen · ↗herauslesen · ↗herauspicken  ●  ↗(einzeln) heraussuchen  Hauptform · rausfischen  ugs. · rauspicken  ugs. · raussuchen  ugs.
  • auf die Seite legen · auf die Seite tun · ↗beiseitelegen · ↗weglegen · zur Seite legen
  • (sich) das Beste herauspicken · (sich) die besten Stücke herauspicken  ●  (die) Spreu vom Weizen trennen  fig. · guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen (tun)  Spruch · sich die Rosinen aus dem Kuchen picken  fig. · sich die Rosinen herauspicken  fig. · sich die Rosinen vom Kuchen herauspicken  fig.
  • ausmustern · ↗ausrangieren · ↗aussortieren · ↗entsorgen · ↗fortwerfen · in den Müll geben · ↗verschrotten · zum Alteisen werfen  ●  ↗wegwerfen  Hauptform · fortschmeißen  ugs. · in die Tonne kloppen  derb · in die Tonne treten  ugs. · ↗loswerden  ugs. · ↗wegschmeißen  ugs. · ↗wegtun  ugs.
Synonymgruppe
(sich) anmaßen · ↗(sich) erdreisten · ↗(sich) erkühnen · ↗(sich) erlauben · (sich) herausnehmen · (sich) nicht scheuen (zu) · die Unverfrorenheit haben  ●  (die) Nerven haben  ugs. · (frech) das Haupt erheben  geh., fig. · ↗(sich) erfrechen  geh., veraltet · ↗(sich) unterstehen  ugs. · die Chuzpe besitzen  geh. · die Chuzpe haben  geh. · die Frechheit haben  ugs. · die Stirn haben  ugs. · so frei sein (zu)  geh., ironisch
Assoziationen
  • (einer Sache) trotzen · (etwas) nicht auf sich sitzen lassen · (sich) (etwas) nicht gefallen lassen · ↗(sich) erwehren · (sich) seiner Haut zu wehren wissen · ↗(sich) sträuben · ↗(sich) verteidigen · ↗(sich) widersetzen · (sich) zur Wehr setzen · Trotz bieten · Widerstand leisten · die Stirn bieten · ↗widerstehen  ●  (sich) auf die Hinterbeine stellen  fig. · (sich) nichts gefallen lassen  Hauptform · ↗(sich) wehren  Hauptform · wider den Stachel löcken  geh., veraltend
  • frech werden · patzige Antworten geben · ↗provozieren  ●  Widerworte geben  ugs. · wider den Stachel löcken  geh., veraltet
  • (ein) Risiko auf sich nehmen · ↗(etwas) riskieren · (sein) Schicksal herausfordern · ↗(sich) trauen · (sich) wagen (an) · Risiken eingehen · es auf einen Versuch ankommen lassen · es wissen wollen · mutig sein  ●  (ein) Risiko eingehen  Hauptform · (sich) auf dünnem Eis bewegen  fig. · auf schmalem Grat wandern  fig. · mit dem Feuer spielen  fig. · (sich) aus dem Fenster lehnen  ugs., fig. · es darauf ankommen lassen  ugs. · ganz schön mutig sein  ugs.
  • (sich) vorwagen  ●  (sich) aus dem Fenster hängen  fig. · ↗vorpreschen  fig.
  • (den) Mut haben (zu) · ↗(sich) trauen · ↗(sich) zutrauen · (so) mutig sein (zu) · es wagen  ●  ↗(sich) getrauen  veraltet · (den) Arsch in der Hose haben (zu)  ugs. · ↗(etwas) bringen  ugs. · die Stirn haben (zu)  geh., veraltend
  • (sich) hinwegsetzen (über) · ↗missachten · ↗zuwiderhandeln  ●  (etwas) Verbotenes tun  Hauptform · (ein) böses Kind sein  ugs., Kindersprache, variabel · (eine Regel) mit den Füßen treten  ugs. · böse sein  ugs., Kindersprache · vom süßen Gift (des / der ...) naschen  geh., ironisierend, literarisch
  • (sich) nicht stören an · keine Bedenken haben (zu) · nicht zögern (zu) · nichts dabei finden (zu) · nichts dagegen haben (zu)  ●  nicht anstehen (zu)  geh.
Synonymgruppe
herausholen · herausnehmen · ↗herausziehen · ↗hervorholen · ↗hervorziehen · ↗ziehen · ↗zücken  ●  ↗blankziehen  veraltet
Synonymgruppe
(operativ) entfernen · ↗ausschneiden · ↗exzidieren · herausnehmen · ↗herausschneiden  ●  ↗dekupieren  franz.
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemandem etwas) entziehen · ↗(jemandem) (eine Aufgabe) abnehmen · ↗(jemanden) (von einer Aufgabe) entbinden · (jemanden) abziehen (von einer Aufgabe) · ↗(jemanden) entpflichten · (jemanden) herausnehmen · ↗(jemanden) herausziehen · abgeben müssen (Aufgabe)  ●  (jemanden) rausnehmen  ugs. · ↗(jemanden) rausziehen  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anwendungsbereich Beitragsfinanzierung Blinddarm Dax Durchgangsverkehr Eingeweide Erstattungspflicht Frechheit Freiheit Gebiß Handgriff Index Innereien Krankengeld Krankenversicherung Leistungskatalog Mandel Recht Schaumlöffel Stoxx Tempo Wechselkursmechanismus Zahnbehandlung Zahnersatz abspülen abtropfen anbraten nehmen umklappen zuviel

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›herausnehmen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie nahm einen Ring mit einem einfach gefaßten blauen Stein heraus.
Suter, Martin: Lila, Lila, Zürich: Diogenes 2004, S. 229
Aber ein paar Tage darauf nahm sie es wieder heraus.
Müller,Herta: Der König verneigt sich und tötet, München: Carl Hanser Verlag 2003, S. 104
Wir nehmen sie heraus und da gibt es einen Verteiler.
Süddeutsche Zeitung, 23.05.2002
Quasi nebenbei wären die aus der Produktion herausgenommenen Flächen ökologisch nutzbar.
Die Zeit, 29.04.1988, Nr. 18
Ich kämpfe sehr mit mir, ob es recht ist, Eva hier herauszunehmen.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1918. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1918], S. 12
Zitationshilfe
„herausnehmen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/herausnehmen>, abgerufen am 25.06.2019.

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