herausholen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennunghe-raus-ho-len · her-aus-ho-len
Wortzerlegungheraus-holen
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
etw., jmdn. aus etw. holen
Beispiele:
Stühle aus der Laube in den Garten herausholen
Bodenschätze aus der Erde herausholen
ein Toter wurde aus dem Fluss herausgeholt
Nach dem Abendappell / holte unser Blockältester / sich einige zum Sportmachen heraus [P. WeissErmittlung5]
jmdn., etw. aus einer Zwangslage befreien
Beispiele:
Die uns aus dem Kerker hätten herausholen wollen, die waren selber drin [NollHolt2,52]
im April, als wir die erste Panzerarmee bei Buczacz herausholten [GrassKatz163]
2.
umgangssprachlich, übertragen
a)
Geld aus jmdm., einer Sache herausholenjmdm. Geld abnehmen, an einer Sache Geld verdienen
Beispiele:
sie hat aus dem Garten, Geschäft viel herausgeholt
Der ... wisse aus jedem Geld herauszuholen [Feuchtw.Narrenweisheit52]
b)
jmdn. veranlassen, über etw. zu sprechen
Beispiele:
die Polizei holte alles aus dem Verbrecher heraus
einige Zeitungsleute ... wollten Renntips aus ihm herausholen [BrechtDreigroschenroman265]
c)
einer Sache, jmdm., sich etw. abgewinnen
Beispiele:
aus einem Motor, Arbeiter, Pferd das Äußerste, Letzte herausholen
Zwischen dem Steilhang und der Hafeneinfahrt ist eben beim besten Willen nicht mehr Raum herauszuholen [Natur u. Heimat1960]
Drei Saltos. Das ist das höchste, was der menschliche Körper aus sich herausholen kann [SeghersSiebtes Kreuz4,72]
etw. erzielen
Beispiele:
bei dem Wettkampf ein gutes Ergebnis herausholen
den herausgeholten Vorsprung ausbauen
wertvolle Sekunden, Punkte herausholen
Selbstverständlich ist es nicht sicher, daß man gleich auf den ersten Hieb einen solchen Erfolg herausholt [St. ZweigBalzac387]
d)
etw. herausarbeiten
Beispiele:
der Regisseur hat die revolutionären Züge des Stückes besonders eindrucksvoll herausgeholt
Aus dem Holz will ich die Gestalt herausholen, wie es die alten Meister getan haben [CarossaGion14]

Thesaurus

Synonymgruppe
herausholen · ↗hervorholen  ●  ↗herauskitzeln  ugs.
Synonymgruppe
(etwas für sich) herausholen · ↗(etwas für sich) herausschlagen · (sich) bereichern (an) · (sich) die eigenen Taschen füllen · in die eigene Tasche wirtschaften  ●  ↗(sich) (ordentlich) bedienen  ugs. · (sich) die Taschen vollstopfen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
herausholen · ↗herausnehmen · ↗herausziehen · ↗hervorholen · ↗hervorziehen · ↗ziehen · ↗zücken  ●  ↗blankziehen  veraltet
Synonymgruppe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anonymität Bestmögliche Eckball Ecke Elfer Elfmeter Foulelfmeter Freistoß Grauzone Isolation Isolierung Keule Kondition Maximal Maximum Optimale Optimum Quentchen Schattendasein Schmuddelecke Schublade Sozialhilfe Strafstoß Taschentuch Tief Vorsprung holen möglichst viel Äußerste

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›herausholen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich habe das ganze Jahr über alles aus mir herausgeholt - dass es dann nicht geklappt hat, akzeptiere ich.
Die Welt, 17.03.2001
Er fährt nicht unbedingt das schnellste Auto, holt jedoch das Maximum aus seiner Situation heraus.
Der Tagesspiegel, 28.07.1997
Bei ungefähr sieben Minuten pro Gast kann er allerdings auch nicht viel mehr aus denen herausholen.
Süddeutsche Zeitung, 18.05.1994
Ihm ist es gelungen, in den zwei Jahren seit Gründung der Initiative mehr als 83 Personen aus der rechten Szene herauszuholen.
Hasselbach, Ingo u. Bonengel, Winfried: Die Abrechnung, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1993], S. 140
Rita mußte sie herausholen, man ließ mich sonst nicht herein.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1950. In: ders., So sitze ich denn zwischen allen Stühlen, Berlin: Aufbau-Verl. 1999 [1950], S. 55
Zitationshilfe
„herausholen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/herausholen>, abgerufen am 17.10.2019.

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