herüberwehen

GrammatikVerb · weht herüber, wehte herüber, hat/ist herübergeweht
Worttrennunghe-rü-ber-we-hen · her-über-we-hen
Wortzerlegungherüber-wehen
Duden GWDS, 1999 und DWDS, 2018

Bedeutungen

1.
mit Hilfsverb ›hat‹
a)
etw. weht herübervon dort drüben hierher (zum Sprechenden) wehen (Lesart 1)
Beispiele:
Bei ungünstigem Wind wehte der Geruch von Mist aus der nahen Schweinemastanlage herüber. [Die Zeit, 25.12.2017, Nr. 53]
Strahlend blau der Himmel, lau die Brise, die vom Meer herüberweht. [Spiegel, 31.05.2017 (online)]
übertragen Sehnsüchtig sitzt dieser junge Springsteen an der Küste, John F. Kennedy, der Präsident, ist tot, aber aus England und Europa weht ein neuer Geist herüber. [Die Welt, 27.09.2016]
In den achtziger Jahren sei von dort noch der Vanille-Geruch einer Glace-Fabrik herübergeweht. [Neue Zürcher Zeitung, 06.09.2015]
Die warme Luft, die aus den mit duftenden Sträuchern bewachsenen Hügeln herüberweht, riecht wunderbar. [Welt am Sonntag, 17.08.2014, Nr. 33]
Blätter, Nadeln, Blüten oder Samen, die aus einem wilden Garten herüberwehen, muss man [auf dem eigenen Grundstück] dulden. [Bild am Sonntag, 20.05.2007, Nr. 20]
Kollokation:
mit Aktivsubjekt: Wind weht herüber
b)
etw. weht etw. herüberetw. von dort drüben hierher (zum Sprechenden) wehen (Lesart 2)
Beispiele:
Ein Sturm hatte den Staub von den offenen Ackerflächen herübergeweht. [Die Zeit, 14.07.2011, Nr. 29]
Von irgendwo weht der Wind schauerliche Geräusche herüber. [Die Welt, 25.11.2017]
Experten vermuten, dass der Wind Radioaktivität aus der Provinz Fukushima herübergeweht habe. [Spiegel, 14.03.2011 (online)]
Manchmal weht sogar der Scirocco [ein Wüstenwind] etwas Wüstensand herüber, der sich dann auf seinem Dach ablegt […]. [Süddeutsche Zeitung, 19.02.2002]
Der Wind weht ein paar Glockenklänge herüber, aber man fühlte auch ohne sie, daß heute Sonntag ist. [Tucholsky, Kurt: Sonntag-Nachmittag. In: Kurt Tucholsky, Werke - Briefe – Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1920]]
2.
mit Hilfsverb ›ist‹
etw. weht herüber
etw. kommt herübergeweht
von dort drüben hierher (zum Sprechenden) gebracht und dabei akustisch wahrnehmbar werden
Beispiele:
Aus einer kleinen Kirche gegenüber der Tankstelle wehen Gesang und Trommelklänge herüber. [Neue Zürcher Zeitung, 03.01.2018]
[…] der monotone Rhythmus der Buschtrommeln, der aus der Ferne herüberweht, mischt sich mit den Rumbaklängen einer Tanzgesellschaft. [Spiegel, 16.04.2009 (online)]
Vom Restaurant am Platz wehen gelegentlich Stimmfetzen und arabische Lautentöne herüber. [Frankfurter Rundschau, 25.01.1997]
Aus einem der Zelte drunten kommen zerrissen die wiegenden Klänge eines Schunkelwalzers herübergeweht. [Horster, Hans-Ulrich [d.i. Rhein, Eduard]: Ein Herz spielt falsch, Köln: Lingen 1991 [1950], S. 619]
Aus dem Nachbardorf wehte ein Hahnenschrei herüber. [Strittmatter, Erwin: Pony Pedro, Berlin: Kinderbuchverl. 1959, S. 111]
Kollokation:
hat Präpositionalgruppe/-objekt: aus der Ferne herüberwehen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Berg Brise Duft Ferne Fetzen Fluß Garten Geruch Gestank Hauch Klang Lied Meer Musik See Wind Wolke Wüste leise manchmal nebenan wehen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›herüberwehen‹.

Zitationshilfe
„herüberwehen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/herüberwehen>, abgerufen am 14.10.2019.

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