hassen

GrammatikVerb · hasste, hat gehasst
Aussprache
Worttrennunghas-sen
Wortbildung mit ›hassen‹ als Erstglied: ↗Hasser · ↗hassenswert  ·  mit ›hassen‹ als Letztglied: ↗anhassen
eWDG, 1969

Bedeutung

jmdm., einer Sache gegenüber Hass empfinden
Beispiele:
jmdn., etw. erbittert, heftig, blind, fanatisch, glühend, zutiefst, tödlich hassen
gehoben jmdn., etw. abgrundtief, tödlich hassen
jmdn., etw. wie die Sünde, Pest, den Tod hassen
jmdn., etw. auf den, bis in den Tod hassen
er wurde von vielen gehasst
ein von allen gehasster Mensch
sie hassten einander
das Böse hassen
er hasste alle Lüge und Falschheit
sie hasste seine Prahlsucht
Ivy wollte, daß ich mich haßte [FrischHomo faber80]
der alte Mann, der Krieg und Schlachten von ganzer Seele haßte [Feuchtw.Füchse447]
einst warst / Du mir so gut – Du wirst nicht ewig hassen [SchillerCarlosIV 15]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Haß · hassen · häßlich · Häßlichkeit
Haß m. ‘von Feindseligkeit, von leidenschaftlicher Abneigung getragene Gesinnung’, ahd. (8. Jh.), mhd. haʒ ‘Groll, Feindschaft’, asächs. heti ‘Feindschaft, Verfolgung’, mnd. hāt(e), mnl. hāte (daneben hat), nl. haat, aengl. hete, engl. hate, anord. hatr, schwed. hat, got. hatis ‘Haß, Zorn’ ist ein alter es/os-Stamm, der mit (ablautendem) asächs. hōti ‘feindlich, erzürnt’ und mit außergerm. Verwandten griech. kḗdos (κῆδος), (dor.) kā́dos (κᾶδος) ‘Sorge, Trauer, Leichenbestattung, Verschwägerung, Verwandtschaft’, osk. cadeis (Genitiv) ‘Feindschaft’, mir. caiss, kymr. cas ‘Haß’ sowie mit awest. sādra- ‘Leid, Qual’ auf die Wurzel ie. *k̑ād-, *k̑əd- ‘seelische Verstimmung, Kummer, Haß, Sorge, Leid’ zurückzuführen ist. hassen Vb. ‘Haß empfinden’, ahd. haʒʒēn (8. Jh.), haʒʒōn (9. Jh.), mhd. haʒʒen, asächs. haton, mnd. mnl. hāten, nl. haten, aengl. hatian, engl. to hate, anord. schwed. hata, got. hatan. Im Germ. bedeutet das Verb auch ‘verfolgen’, das Substantiv entsprechend ‘Verfolgung’. S. dazu das Kausativum ↗hetzen, eigentlich ‘hassen machen, zur Verfolgung bringen’, und zugehöriges Hatz. Für das Germ. ist also eine Ausgangsbedeutung ‘feindselige Verfolgung’ bzw. ‘verfolgen’ anzusetzen. häßlich Adj. ‘unschön, abstoßend, gemein, armselig’; ahd. haʒlīh (Hs. 12. Jh.), mhd. haʒ(ʒe)lich, heʒ(ʒe)lich, asächs. hetilīk, aengl. hetelic bedeuten ‘Haß erregend, feindselig’. Über ‘hassenswert, verhaßt’ wird häßlich in frühnhd. Zeit zum Gegenwort von schön umgedeutet. Häßlichkeit f. ‘unschönes Aussehen’, spätmhd. heʒlichkeit ‘Haß, Abscheu’ (14. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
hassen · ↗verabscheuen · ↗verachten  ●  abhorreszieren  geh. · ↗abhorrieren  geh. · ↗degoutieren  geh.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Araber Deutsche Feind Herz Inbrunst Jude Nazi Nichts Pest Russe Unpünktlichkeit abgrundtief alle beneiden bewundern dafür du eigentlich er fürchten hassen ich ihr inbrünstig lieben sehr verabscheuen verachten verehren verfluchen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›hassen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn du ehrlich bist, hast du deine Mutter seit Jahren gehaßt.
Venske, Regula: Marthes Vision, Frankfurt am Main: Eichborn Verlag 2006, S. 169
Sobald sie ihn liebt, beginnt sie auch schon, ihn zu hassen.
Die Zeit, 05.01.2004, Nr. 01
Sie hassen alle mit weißer Haut, dabei sind wir doch gekommen, um sie zu befreien.
Der Tagesspiegel, 11.11.2003
Wenn es hell war, schnappte er nach den Sternen, hätte er sie gefaßt, er haßte den Hunger.
Schuh, Franz: Schreibkräfte, Köln: DuMont 2000, S. 234
Danach haßt er mich nicht nur; danach wird er mir gefährlich.
Wolf, Christa: Was bleibt, Berlin und Weimar: Aufbau-Verlag 1990, S. 27
Zitationshilfe
„hassen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/hassen>, abgerufen am 23.04.2019.

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