hartgesotten

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennunghart-ge-sot-ten
formal verwandt mitsieden
Rechtschreibregeln§ 36 (2.1)
eWDG, 1969

Bedeutung

umgangssprachlich gefühllos, empfindungslos
Beispiele:
ein hartgesottener Bursche, Widersacher
ein hartgesottener Gauner, Sünder (= ein unverbesserlicher Gauner, Sünder)
wir sind doch eine verdammt hartgesottene Gesellschaft geworden [ApitzNackt68]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sieden · hartgesotten · Tauchsieder · Siedehitze · Siedepunkt
sieden Vb. ‘wallen, kochen’, ahd. siodan (9. Jh.; vgl. ungisotan Part. Prät., 8. Jh.), mhd. sieden, mnd. sēden, mnl. sieden, nl. zieden, afries. siātha aengl. sēoþan, engl. to seethe, anord. sjōða, schwed. sjuda (germ. *seuþan). Als ablautende Bildungen sind verwandt (mit kurzem Vokal) die unter ↗Sud (s. d.) und (mit langem Vokal bzw. Diphthong) die unter ↗Sodbrennen (s. d.) angegebenen Formen sowie anord. seyðir ‘Kochfeuer’, seyðr ‘Wirbelstrom’, sauðr ‘Schaf’ (eigentlich ‘was gekocht wird’), got. sauþs ‘(Brand)opfer’. Außergerm. vergleichen sich lit. siaũsti ‘(herum)tollen, aussgelassen sein, toben, wüten, branden, wogen’, auch ‘schlagen, werfen, (Getreide) worfeln, die Spreu vom Korn sondern’, russ.-kslaw. šutъ ‘Narr’, russ. šut (шут) ‘Narr, Possenreißer’, šutít’ (шутить) ‘Spaß machen, scherzen’, so daß sich ie. *seut- ‘heftig bewegt sein’ und (für das Germ.) ‘brodeln, sieden’ erschließen läßt. In fester Verbindung hartgesotten Part.adj. ‘hartgekocht’, übertragen (Ende 18. Jh.) ‘seelisch abgestumpft, unempfindlich’. Tauchsieder m. ‘in Wasser zu dessen Erhitzung einzutauchender Heizkörper’ (20. Jh.). Siedehitze f. Siedepunkt m. ‘Temperatur, bei der Wasser siedet, kocht’ (beide 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
eiskalt · ↗emotionslos · ↗gefühllos · ↗gefühlsarm · ↗gefühlskalt · ↗gemütsarm · hartgesotten · ↗skrupellos · verroht  ●  ↗abgebrüht  ugs. · ↗cool  ugs. · ↗kaltschnäuzig  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(...) vom Dienst · Berufs... · aus Überzeugung · ↗ausgemacht · ↗eingefleischt · ↗ewig · hartgesotten · ↗hoffnungslos · ↗unverbesserlich · ↗überzeugt  ●  (ein) Die-Hard  fig., engl.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Atheist Biker Bursch Bursche Camper Cineast Cop Detektiv Fan Feministin Fußballfan Ganove Geselle Nationalist Optimist Pessimist Privatdetektiv Profi Realist Realpolitiker Schwimmer Skeptiker Spekulant Stalinist Sünder Traditionalist Verfechter Zocker Zyniker selbst

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›hartgesotten‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Selbst die hartgesottenen Analysten waren überrascht von derart starken Zahlen.
Die Zeit, 14.01.2011 (online)
Selbst hartgesottene Fans dieser Musik haben in letzter Zeit häufiger geklagt, alle Songs hörten sich irgendwie gleich an.
Der Tagesspiegel, 23.09.1999
Er sei durch sein Amt hartgesotten, aber über diesem Anblick sei er fast ohnmächtig geworden.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1942. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1942], S. 281
Und einer hilfsbedürftigen Frau gegenüber hat sogar der hartgesottene Kavalier immer ein weiches Herz.
Volkland, Alfred: Überall gern gesehen. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1941], S. 22741
Seine neueren Stücke bringen auch hartgesottene Theaterkritiker ins Schwitzen, wissen sie doch nicht mehr so recht, was sie davon halten sollen.
Ketman, Per u. Wissmach, Andreas: DDR - ein Reisebuch in den Alltag, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1986, S. 96
Zitationshilfe
„hartgesotten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/hartgesotten>, abgerufen am 24.09.2019.

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