haltlos

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennunghalt-los
WortzerlegungHalt-los
Wortbildung mit ›haltlos‹ als Erstglied: ↗Haltlosigkeit
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
ohne inneren, moralischen Halt
Beispiele:
ein haltloser Mensch
daß er sich fortan der Ordnung verschreibe und nicht mehr den Räuschen einer verpfuschten und haltlosen Jugend [GrassBlechtrommel162]
2.
nicht aufrechtzuerhalten, unbegründet
Beispiele:
eine haltlose Behauptung
haltlose Hypothesen
er verstieg sich zu der Behauptung, die Anklage sei haltlos und widersinnig [KusenbergNicht zu glauben127]

Thesaurus

Jura
Synonymgruppe
gegenstandslos · haltlos · ↗hinfällig · nicht (weiter) der Rede wert · nicht mehr erforderlich · nicht weiter beachtenswert · ↗nichtig · ↗unbegründet · ↗unhaltbar  ●  ↗(hat sich) erledigt  ugs. · Wegfall der Geschäftsgrundlage  fachspr., veraltet, juristisch · ↗obsolet (geworden)  geh.
Assoziationen
  • (sich) erübrigen · Muster ohne Wert · die Mühe nicht wert · ↗fruchtlos · nichts wert · ↗nutzlos · ohne Sinn und Zweck · ↗sinnlos · ↗umsonst · unnotwendig · ↗unnötig · ↗unnütz · ↗wertlos · zu nichts nutze · zu nichts nütze · ↗zwecklos · ↗überflüssig  ●  sinn- und zwecklos  Hauptform · (den/die/das) kannst du in der Pfeife rauchen  ugs., fig. · (sich etwas) schenken können  ugs. · (sich etwas) sparen können  ugs. · ↗akademisch  geh. · der Mühe nicht wert  geh. · entbehrenswert  geh. · ↗entbehrlich  geh. · ↗müßig  geh. · nicht der Mühe wert  geh. · nichts bringen  ugs. · ↗verzichtbar  geh. · überflüssig wie ein Kropf  ugs.
  • Wegfall der Geschäftsgrundlage (jur., seit 2002 anders bezeichnet)  ●  Störung der Geschäftsgrundlage  juristisch
  • (daraus) wird nichts · ↗(sich) erübrigen · ↗(sich) zerschlagen · abgesagt werden · ↗ausfallen · ↗entfallen · ersatzlos gestrichen werden · gecancelt werden · gestrichen werden · hinfällig werden · nicht mehr nötig sein · nicht stattfinden · nicht zustande kommen · ↗platzen (Geschäft, Hochzeit, Reise, Termin, Finanzierung ...) · ↗wegfallen · überflüssig werden  ●  (sich) erledigen (meist Vergangenheits-Tempora: hat sich erledigt ...)  ugs. · ↗flachfallen  ugs. · ins Wasser fallen  ugs., fig. · vergebliche Liebesmüh sein (im Konjunktiv: das wäre...)  ugs.
  • (jemandem) schleierhaft (sein) · (jemandem) unverständlich (bleiben) · keinen Sinn ergeben (für) · ↗paradox (sein) · ↗unlogisch (sein)  ●  weder Hand noch Fuß haben  fig. · nicht zusammenpassen  ugs., fig.
  • keine Substanz haben · nicht tragfähig (sein)  ●  (da ist) nichts dahinter  ugs.
Synonymgruppe
abwegig · ↗fragwürdig · haltlos · nicht nachvollziehbar · ↗unbegründet · ↗unsachlich  ●  an den Haaren herbeigezogen  fig.
Assoziationen
Antonyme
Synonymgruppe
ausschweifend · ↗charakterlos · haltlos · ↗hemmungslos · ohne Tugend · ↗schamlos · ↗sittenlos · ↗tugendlos · ↗zuchtlos
Assoziationen
Synonymgruppe
(einer) Überprüfung nicht standhalten · haltlos · nicht belastbar (sein) · ↗unbestätigt
Assoziationen
  • keine Substanz haben · nicht tragfähig (sein)  ●  (da ist) nichts dahinter  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anschuldigung Anwurf Behauptung Beschuldigung Gelächter Gerede Gerücht Geschwätz Hypothese Mutmaßung Spekulation Unterstellung Verdächtigung Verleumdung Vermutung Versprechung Vorwurf Weinen erweisen herausstellen infam schluchzen taumeln unbegründet unberechtigt unseriös unwahr willensschwach zurückweisen zusammenstürzen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›haltlos‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bindungen sind doch nichts, was einschränkt, wer aller Bindungen frei ist, wird haltlos.
Die Welt, 11.07.2005
Bindung so verstanden wandelt sich von der eindimensionalen Verpflichtung zum komplexen Muster, selbstbestimmt ohne haltlos zu sein.
Der Tagesspiegel, 05.10.2003
In der Nacht aber weine ich haltlos wie ein Kind.
Brief von Unbekannt an Unbekannt, Stalingrad Winter 1942/43. In: Letzte Briefe aus Stalingrad, Gütersloh: Bertelsmann 1954 [1943]
Er warf den Kopf zur Wand hin und begann wieder haltlos zu schluchzen.
Konsalik, Heinz G.: Der Arzt von Stalingrad, Hamburg: Dt. Hausbücherei 1960 [1956], S. 38
Das persische Reich, das er zerstörte, war zwar sehr groß, aber innerlich morsch und haltlos.
Delbrück, Hans: Geschichte der Kriegskunst im Rahmen der politischen Geschichte - Erster Teil: Das Altertum, Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1920], S. 5218
Zitationshilfe
„haltlos“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/haltlos>, abgerufen am 14.10.2019.

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