halbverhungert

Alternative Schreibunghalb verhungert
GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennunghalb-ver-hun-gert · halb ver-hun-gert
Rechtschreibregeln§ 36 (2.2)
eWDG, 1969

Bedeutung

fast verhungert
Beispiel:
ein halbverhungertes Reh

Thesaurus

Medizin
Synonymgruppe
(stark) unterernährt · ↗(stark) untergewichtig · ↗Hungerleider · abgemagert · ↗abgemergelt · ↗abgezehrt · ↗ausgehungert · ausgemergelt · ausgezehrt · ↗hohlwangig · ↗magersüchtig  ●  (die) Rippen einzeln zählen können (bei jemandem)  ugs. · (nur noch ein) Schatten seiner selbst  ugs. · (nur noch) Haut und Knochen  ugs. · (wie ein) lebender Leichnam (aussehen/herumlaufen)  ugs. · (wie ein) wandelndes Gerippe  ugs. · (wie eine) Leiche auf Urlaub  ugs. · (wie eine) wandelnde Leiche  ugs. · (wie) sein eigener Schatten  ugs. · ↗eingefallen  ugs. · halb verhungert  ugs. · ↗klapperdürr  ugs. · ↗klapprig  ugs. · ↗knochendürr  ugs. · ↗marantisch  fachspr., medizinisch · ↗marastisch  fachspr., medizinisch · ↗morbid  geh. · ↗spindeldürr  ugs. · vom Fleisch gefallen  ugs.
Assoziationen
  • geisterhaft · ↗gespenstisch · ↗schemenhaft · ↗spukhaft
  • an Mangelernährung leidend · fehlernährt · mangelernährt · nicht genug zu essen bekommen · schlecht ernährt · ↗unterernährt · vom Fleisch gefallen sein · zu wenig zu essen bekommen  ●  (jemanden) bei schmaler Kost halten  geh., veraltet
  • (nur noch) ein Schatten seiner selbst sein · (sehr) krank aussehen · (wie) ein Häufchen Elend · schlecht aussehen  ●  (nur noch) ein wandelnder Leichnam sein  ugs. · aussehen wie eine lebende Leiche  ugs. · rumlaufen wie eine Leiche auf Urlaub  ugs.
  • dünn · ↗dürr · ↗hager · ↗knochig · ↗mager · ↗schlaksig · ↗schmal · ↗schmächtig  ●  ↗untergewichtig  medizinisch · ↗dystroph  fachspr., griechisch · ↗leptosom  fachspr. · nichts auf den Rippen haben  ugs. · nichts zuzusetzen haben  ugs. · ↗spillerig  ugs., norddeutsch
  • Hungerkünstler  fig. · man kann alle Rippen (einzeln) zählen (bei)  variabel · nichts zwischen den Rippen haben  variabel · (an jemandem ist) nichts dran  ugs. · (ein) Haufen Knochen  ugs. · (ein) Strich in der Landschaft  ugs. · (ein) schmales Handtuch  ugs., regional · (ein) wandelndes Gerippe  ugs. · (nur noch) Haut und Knochen  ugs. · Hungerhaken  ugs. · ↗Klappergestell  ugs. · ↗Knochengestell  ugs., fig.
  • (sich) nichts zu essen kaufen können · arm sein  ●  (bei jemandem) ist Schmalhans Küchenmeister  ugs. · (den) Kitt aus den Fenstern fressen (müssen)  derb, fig. · am Hungertuch nagen  ugs. · nichts zu beißen haben  ugs.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Viele sind seekrank, elf Männer, fünf Frauen und zwei Kinder halbverhungert und ausgetrocknet.
Der Spiegel, 06.02.1984
Weil dort bisher niemand angekommen ist, haben sich die verzweifelten Menschen auf den Weg gemacht, halbverhungert, halbverdurstet - auf der Suche nach Hilfe.
Der Tagesspiegel, 31.01.2001
In einer einsamen Spelunke mit dem beziehungsvollen Namen «Zum toten Mann» fand man ihn halbverhungert und zu Tode erschöpft.
Heller, Gisela: Märkischer Bilderbogen, Berlin: Berlin Verlag der Nation 1978, S. 271
Und wir, eine Handvoll halbverhungerter und zerschlagener Kommunisten und Antifaschisten, hatten den Karren aus dem Dreck zu ziehen.
Maron, Monika: Stille Zeile Sechs, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1991, S. 144
Er blickte hinunter, wo sich zehn oder mehr kraftlose Gestalten mühten, Balken von einem Pferdewagen zu zerren, arme, halbverhungerte Juden, immer in Angst vor Schlägen.
Loest, Erich: Völkerschlachtdenkmal, München: Dt. Taschenbuch-Verl. 1987 [1984], S. 146
Zitationshilfe
„halbverhungert“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/halbverhungert>, abgerufen am 19.10.2019.

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