hässlich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennunghäss-lich (computergeneriert)
Ungültige Schreibunghäßlich
Rechtschreibregeln§ 2
Wortbildung mit ›hässlich‹ als Erstglied: ↗Hässlichkeit  ·  mit ›hässlich‹ als Letztglied: ↗abgrundhässlich · ↗grundhässlich · ↗mordshässlich
 ·  mit ›hässlich‹ als Grundform: ↗verhässlichen
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
das ästhetische Empfinden verletzend, unschön auf jmdn. wirkend
a)
beim Anblick von etw., jmdm.
Beispiele:
ein hässliches Gesicht
das hässliche Kind
ein hässlicher Köter läuft auf der Straße herum
er bewohnte ein hässliches kleines Hinterzimmer
diese hässlich grüne Farbe
sie ist hässlich wie die Nacht (= abstoßend h.)
ich finde das Gemälde, Gebäude hässlich
die schreienden, knalligen Farben des Plakates sehen hässlich aus
sich ärgern macht hässlich
Roses Gesicht verzerrte sich zu einer häßlichen, weinerlichen Grimasse [ApitzNackt414]
Erröten macht die Häßlichen so schön [LessingNathanV 7]
b)
beim Hören von etw.
Beispiele:
hässlich reden, schimpfen
die Stimme klang belegt und hässlich
2.
unangenehm
Beispiele:
ein hässliches Wetter
eine hässliche Angelegenheit
umgangssprachlich eine hässliche Geschichte
ein hässlicher Traum
der alte Mann wurde von einem hässlich Husten gequält
3.
verabscheuenswürdig, ziemlich gemein
Beispiele:
ein hässlicher Streit, Zwischenfall
sie gebraucht hässliche Ausdrücke, Worte, hat hässliche Gedanken
das Kind hat hässliche Angewohnheiten
einen hässlichen Charakter haben
der Junge war hässlich zu seinem kleinen Bruder
jmdn. hässlich behandeln
sie fand sein Betragen hässlich
4.
umgangssprachlich klein und hässlichgeduckt, armselig
Beispiele:
klein und hässlich dastehen
du wirst noch (ganz) klein und hässlich werden (= du wirst noch (ganz) gefügig werden)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Haß · hassen · häßlich · Häßlichkeit
Haß m. ‘von Feindseligkeit, von leidenschaftlicher Abneigung getragene Gesinnung’, ahd. (8. Jh.), mhd. haʒ ‘Groll, Feindschaft’, asächs. heti ‘Feindschaft, Verfolgung’, mnd. hāt(e), mnl. hāte (daneben hat), nl. haat, aengl. hete, engl. hate, anord. hatr, schwed. hat, got. hatis ‘Haß, Zorn’ ist ein alter es/os-Stamm, der mit (ablautendem) asächs. hōti ‘feindlich, erzürnt’ und mit außergerm. Verwandten griech. kḗdos (κῆδος), (dor.) kā́dos (κᾶδος) ‘Sorge, Trauer, Leichenbestattung, Verschwägerung, Verwandtschaft’, osk. cadeis (Genitiv) ‘Feindschaft’, mir. caiss, kymr. cas ‘Haß’ sowie mit awest. sādra- ‘Leid, Qual’ auf die Wurzel ie. *k̑ād-, *k̑əd- ‘seelische Verstimmung, Kummer, Haß, Sorge, Leid’ zurückzuführen ist. hassen Vb. ‘Haß empfinden’, ahd. haʒʒēn (8. Jh.), haʒʒōn (9. Jh.), mhd. haʒʒen, asächs. haton, mnd. mnl. hāten, nl. haten, aengl. hatian, engl. to hate, anord. schwed. hata, got. hatan. Im Germ. bedeutet das Verb auch ‘verfolgen’, das Substantiv entsprechend ‘Verfolgung’. S. dazu das Kausativum ↗hetzen, eigentlich ‘hassen machen, zur Verfolgung bringen’, und zugehöriges Hatz. Für das Germ. ist also eine Ausgangsbedeutung ‘feindselige Verfolgung’ bzw. ‘verfolgen’ anzusetzen. häßlich Adj. ‘unschön, abstoßend, gemein, armselig’; ahd. haʒlīh (Hs. 12. Jh.), mhd. haʒ(ʒe)lich, heʒ(ʒe)lich, asächs. hetilīk, aengl. hetelic bedeuten ‘Haß erregend, feindselig’. Über ‘hassenswert, verhaßt’ wird häßlich in frühnhd. Zeit zum Gegenwort von schön umgedeutet. Häßlichkeit f. ‘unschönes Aussehen’, spätmhd. heʒlichkeit ‘Haß, Abscheu’ (14. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(das) Auge beleidigen(d) · (eine) Beleidigung fürs Auge · kein schöner Anblick · ↗reizlos · ↗unansehnlich · ↗unattraktiv · ↗ungestalt · ↗unschön · ↗unästhetisch  ●  hässlich  Hauptform · schiach  ugs., bair., österr. · ↗schiech  ugs., bair., österr.
Assoziationen
Antonyme

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anblick Antlitz Baulücke Bauwerk Betonklotz Deutsche Ente Fleck Flecken Foul Fratz Fratze Geräusch Gesicht Haupt Kasten Klotz Kratzer Monster Narbe Plattenbau Salatschüssel Zwerg abstoßend dick dumm fett gemein grau ziemlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›hässlich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und so hässlich sind wir ja nun auch beide nicht.
Bild, 05.06.2004
Statt die Stadt wie früher wieder aufzubauen, ziehen die da ein paar hässliche neue Gebäude hoch.
Der Tagesspiegel, 23.10.2002
Mein nächster Mann wird häßlich sein, das verspreche ich mir.
Jentzsch, Kerstin: Seit die Götter ratlos sind, München: Heyne 1999 [1994], S. 162
Und von jetzt ab soll immer dieser häßliche Schatten zwischen uns stehen?
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 12.01.1940, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Schön wird häßlich, häßlich schön, aber wir sollen immer mit.
Mauthner, Fritz: Wörterbuch der Philosophie. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1910], S. 26113
Zitationshilfe
„hässlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/hässlich>, abgerufen am 25.06.2019.

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