hänseln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennunghän-seln (computergeneriert)
Wortbildung mit ›hänseln‹ als Grundform: ↗Gehänsel · ↗Gehänsele · ↗Hänselei
eWDG, 1969

Bedeutung

umgangssprachlich jmdn. necken, zum Besten haben
Beispiele:
jmdn. sehr, arg hänseln
das Kind wurde von den großen Schülern oft gehänselt
Die Jungens freilich hänselten ihn wegen seines verlorenen Wesens [R. Dehmel7,15]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

hänseln Vb. ‘necken, foppen, zum Narren halten’ (17. Jh.), ursprünglich bezogen auf die (scherzhaften) Prozeduren, die ein Neuling bei Aufnahme in eine ↗Hanse ‘Gilde, Gemeinschaft’ (s. d.) über sich ergehen lassen muß. Diese können auch durch materielle Leistungen abgegolten werden (vgl. Hänselgeld ‘Einstandszahlung’, Hänselbuch ‘Eintragungsbuch für Eingänge aus Einstandszahlungen’, 17. Jh.). Ein Zusammenhang mit dem Namen ↗Hans (s. d.) besteht nicht, obwohl der Anklang und der oft pejorative Gebrauch (vgl. Hansnarr, Hanswurst) dies vermuten lassen. hänseln folgt älterem hansen, mhd. hansen, mnd. hansen, hensen ‘in eine Hanse aufnehmen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
hänseln · ↗necken · ↗plagen · ↗quälen · ↗sticheln · ↗traktieren · zu schaffen machen · ↗zusetzen  ●  zwicken und zwacken  fig. · auf die Schippe nehmen  ugs. · ↗aufziehen  ugs. · ↗piesacken  ugs. · ↗triezen  ugs. · utzen  ugs. · ↗uzen  ugs. · ↗vexieren  geh., veraltet · ↗ärgern  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aussehen Dialekt Gleichaltriger Grundschule Hautfarbe Herkunft Junge Kamerad Kind Kindergarten Klasse Klassenkamerad Kleidung Mitschüler Mädchen Ohr Schule Schulhof Schulkamerad Schüler Sohn ausgrenzen auslachen beschimpfen demütigen mobben quälen verprügeln verspotten ärgern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›hänseln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Je mehr ich gehänselt werde, desto mehr ziehe ich mich zurück.
Bild, 23.07.2005
Die anderen haben ihn dafür gehänselt, daß er schielt, daß er zu dick und unmöglich proportioniert ist.
Die Zeit, 03.03.1989, Nr. 10
Warum werden bei uns die »maßgebenden Stellen« nicht mehr gehänselt?
Tucholsky, Kurt: Nachruf und Aufruf. In: Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1912]
Er wird sowieso schon von allen Seiten gehänselt und ausgelacht.
Dölling, Beate: Hör auf zu trommeln, Herz, Weinheim: Beltz & Gelberg 2003, S. 183
Die Sorben hielten ihn für das Kind einer amerikanischen Rothaut und hänselten ihn.
Strittmatter, Erwin: Der Laden, Berlin: Aufbau-Verl. 1983, S. 43
Zitationshilfe
„hänseln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/hänseln>, abgerufen am 21.07.2019.

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