hämisch

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennunghä-misch (computergeneriert)
Wortbildung mit ›hämisch‹ als Grundform: ↗Häme
eWDG, 1969

Bedeutung

voll missgünstiger, schadenfroher Genugtuung
Beispiele:
ein hämischer Mensch, hämisches Gesicht, Lachen
eine hämische Freude, Andeutung
hämische Bemerkungen (über jmdn., etw.) machen
sie verletzten ihn durch ihre hämischen Anspielungen
er triumphierte über seinen unterlegenen Gegner mit hämischer Bosheit
hämisch lächeln, spotten
sich hämisch freuen
jmdn. hämisch betrachten
sie verzog hämisch den Mund
Ein hämisches Feixen zog sein ohnehin breites Gesicht noch mehr auseinander [Weiskopf4,638]
Hämisch wild grinsen die Halbwüchsigen [SchallückWenn man aufhören könnte46]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

hämisch · Häme
hämisch Adj. ‘schadenfroh, hinterhältig’, mhd. hemisch, hemsch ‘versteckt boshaft, hinterhältig’ (13. Jh.), Ableitung von mhd. hem ‘zu schaden trachtend, aufsässig’, das sich zu mhd. ham, hame ‘Hülle, Kleid’ (s. ↗Hemd) stellt. Ursprünglich im Sinne von ‘verhüllt, die wahre Gesinnung verbergend’, dann vor allem in der Bedeutung ‘Bosheit oder Schadenfreude mehr oder weniger offen zeigend’, so in Verwendungen wie hämisch lachen, hämisch grinsen. Häme f. ‘in Worten sich äußernde Bosheit, Schadenfreude’, Abstraktbildung zu hämisch, umgangssprachlich seit Anfang der 70er Jahre des 20. Jhs.

Thesaurus

Synonymgruppe
dreckig (Lachen, Lache) · ↗gehässig · hämisch · ↗höhnisch · ↗spöttisch
Synonymgruppe
boshaft · ↗fratzenhaft · hämisch · ↗sardonisch · ↗schadenfroh

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bemerkung Gelächter Genugtuung Glosse Grinsen Kichern Kommentar Kommentierung Lachen Nachrede Nachruf Schadenfreude Schlagzeile Seitenblick Seitenhieb Stichelei Unterton Verriß Zwischenruf angrinsen grinsen grinsend mitleidig neidisch schadenfroh skandieren spöttisch teils titulieren zynisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›hämisch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber sie haben es nicht verdient, hämisch abgewiesen zu werden.
Die Welt, 02.03.2001
Und für seine Opfer hatte er ein extra hämisches Grinsen aufgelegt.
Bild, 03.05.2000
Sein Aufsatz selbst ist nicht einmal hämisch - er ist so dumm, daß man gar nichts sagen kann.
Tucholsky, Kurt: An Hedwig Müller, 19.12.1935. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1935], S. 16668
Nach dieser Wirkung dürfte das als herzlos und hämisch verstandene Lachen benannt sein.
Röhrich, Lutz: lachen. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 3575
Bewundernd und staunend, hämisch und neidisch starrten ihr von rechts und links Hunderte von Augen entgegen.
Braun, Lily: Lebenssucher. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1915], S. 2683
Zitationshilfe
„hämisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/hämisch>, abgerufen am 18.06.2019.

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