gram

GrammatikAdjektiv (in Verbindung mit »sein«, »bleiben«)
Aussprache
eWDG, 1969

Bedeutung

gehoben jmdm., einer Sache gram seinböse auf jmdn., eine Sache sein
Beispiele:
deswegen also war er ihr gram gewesen
wie kannst du ihm so lange gram sein!
ich wäre dir sonst ewig gram [Wasserm.Wahnschaffe1,130]
Den hohen Verbannten aber empfahl er ... dem eigenen Lose nicht länger gram zu sein [WerfelJeremias184]
Kantor Kannegießer war ihm immer etwas gram geblieben [WelkGrambauer302]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gram · Gram · grämen · grämlich
gram Adj. nur noch in der Wendung jmdm. gram sein ‘zürnen, grollen, voll Unmut, böse sein’. Ahd. (um 1000), mhd. asächs. mnd. aengl. mnl. nl. gram, anord. gramr ‘feindselig, erzürnt, wütend’, dän. gram ‘böse’ steht im Ablaut zu den unter ↗Grimm (s. d.) angeführten Formen. Gram m. ‘Erbitterung, tiefe Betrübnis, nagender Kummer’, älter ‘Unmut, Zorn’ (Anfang 15. Jh.), ‘Feindschaft’ (Luther), Substantivierung des prädikativ gebrauchten Adjektivs. Doch vgl. ahd. gremī f. ‘Erbitterung’ (9. Jh.). grämen Vb. meist reflexiv ‘(sich) ärgern, (sich) Kummer, Sorge machen’, ahd. gremmen (8. Jh.), mhd. gremen, mnd. gremmen, aengl. gremman, gremian, anord. gremja ‘erzürnen’, schwed. gräma ‘betrüben’, got. gramjan ‘reizen’ sind Faktitivbildungen zum Adjektiv. grämlich Adj. ‘verdrießlich, mürrisch, mißvergnügt’, mhd. grem(e)lich, gramelich.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Tiefe lange ohnehin

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Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dann schwankte er haltlos wie ein Rohr im Winde, und lautlos fiel der stolze, harte Mann, vom Gram überwältigt, bewußtlos zu Boden.
Courths-Mahler, Hedwig: Ich lasse dich nicht, Augsburg: Weltbild Verl. 1992 [1912], S. 154
Nur schwach noch ebbten Sorgen und Gram und Kummer durch sein armes gequältes Hirn.
Duncker, Dora: Jugend. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1905], S. 9488
Sie sind ihm gram, daß er sie in diese Lage gebracht hat.
Die Zeit, 19.05.1967, Nr. 20
Sie ist ihnen nicht minder gram wie der paritätischen Schule.
Vossische Zeitung (Morgen-Ausgabe), 05.03.1908
Er brachte es nicht fertig, ihr ernstlich gram zu sein.
Duncker, Dora: Jugend. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1905], S. 9456
Zitationshilfe
„gram“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/gram>, abgerufen am 23.09.2019.

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