gründlich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennunggründ-lich
Wortbildung mit ›gründlich‹ als Erstglied: ↗Gründlichkeit
eWDG, 1969

Bedeutung

tief eindringend, bis zum Grund gehend
Beispiele:
eine gründliche Analyse, Erörterung, Planung, Schilderung, Überarbeitung
die Vorbereitungen waren gründlich
etw. gründlich analysieren, kennen lernen, verändern
gründlich ans Werk gehen, nachdenken
sich etw. gründlich überlegen
sich gründlich umtun
umgangssprachlich sich gründlich (= sehr) langweilen, täuschen
umgangssprachlich mit Vorurteilen gründlich aufräumen
salopp mit dem Kerl rechne ich noch gründlich ab!
salopp es jmdm. gründlich besorgen (= es jmdm. heimzahlen)
salopp jmdm. gründlich auf den Zahn fühlen (= jmdn. intensiv prüfen)
salopp sich [Dativ] jmdn. gründlich kaufen (= jmdm. heftige Vorhaltungen machen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Grund · gründen · Gründer · Gründerjahre · Gründerzeit · begründen · Begründer · ergründen · gründeln1 · grundieren · gründlich · Gründlichkeit · Grundbesitz · Grundbesitzer · Grundlage · grundlos · Grundriß · Grundsatz · grundsätzlich · Grundstück · Grundel · Gründel · Gründling · Grundfisch · gründeln2
Grund m. ‘unterste Fläche, Erdboden, Bodenvertiefung, Tiefe und Boden eines Gewässers, eines Gefäßes, Fundament, Grundlage, das innerste, tiefste Wesen, Ursache, Veranlassung’, ahd. grunt (8. Jh.), mhd. mnd. grunt, asächs. grund, nl. grond, aengl. grund, engl. ground, anord. grunnr m. ‘Grund, Boden’, grund f. ‘Feld, Erde’, schwed. dän. grund, got. *grundus (in grunduwaddjus ‘Grundmauer’). Unter Annahme einer (nicht belegbaren) ursprünglichen Bedeutung ‘körniger Boden, Sandboden’ kann für germ. *grundu- über ‘Zerriebenes’ ein Anschluß an ie. *ghren-, Erweiterung der Wurzel ie. *gher- ‘hart worüber streichen, zerreiben’, hergestellt werden. Dabei ergibt sich über die dentale Erweiterung ie. *ghrendh- Verwandtschaft mit ↗Grind (s. d.). gründen Vb. ‘die Grundlage schaffen, den Grundstein legen, ins Leben rufen, auf etw. basieren, aufbauen’, ahd. grunten ‘ergründen, erforschen’ (um 1000), mhd. gründen; Gründer m. ‘Erbauer, Urheber, Begründer’ (17. Jh.); Gründerjahre Plur. und Gründerzeit f. ‘Zeit wirtschaftlichen Aufschwungs in Deutschland nach 1871’ (19. Jh.). begründen Vb. ‘Gründe angeben, den Grund legen, neu schaffen’, mhd. begründen; Begründer m. (Anfang 19. Jh.). ergründen Vb. ‘einer Sache auf den Grund gehen, sie erforschen’, ahd. irgrunten (um 1000), mhd. ergründen. Nur vereinzelt gründeln1 Vb. ‘nach dem Grund, nach der Ursache suchen’ (16. Jh.). grundieren Vb. ‘nach dem Grund, nach der Ursache suchen’ (16. Jh.). ‘die Grundfarbe, den ersten Anstrich auftragen’ (2. Hälfte 18. Jh.), in formaler Anlehnung an ältere maltechnische Begriffe wie ↗schattieren, ↗lackieren, ↗schraffieren (s. d.). gründlich Adj. ‘allem auf den Grund gehend, sorgfältig, gewissenhaft, genau’, ahd. gruntlīhho Adv. (9. Jh.), mhd. grüntlich, gruntlich; Gründlichkeit f. ‘Genauigkeit, Gewissenhaftigkeit’, allgemein seit Anfang des 18. Jhs., vereinzelt bereits im Sinne von ‘Seelen-, Herzenstiefe’ in der deutschen Mystik (14. Jh.). Grundbesitz m. Grundbesitzer m. (beide 18. Jh.). Grundlage f. ‘Unterlage, Basis, Fundament’ (Ende 16. Jh.). grundlos Adj. ‘ohne Grund und Boden, sehr tief, ohne Ursache, unbegründet’, mhd. gruntlōs, grundelōs; vgl. ahd. gruntlōsī ‘bodenlose Tiefe, Abgrund’ (8. Jh.). Grundriß m. ‘senkrechte Projektion eines Körpers auf eine waagerechte Ebene, maßstabgerechter Übersichtsplan’ (1. Hälfte 17. Jh.), älter (vereinzelt) ‘Grundlage’ (16. Jh.). Grundsatz m. ‘feste Regel, Richtlinie des Denkens und Handelns’ (17. Jh.); grundsätzlich Adj. (16. Jh.; allgemein verbreitet erst um 1800). Grundstück n. ‘abgegrenztes, als jmds. Besitz ausgewiesenes Stück Land’ (16. Jh.). Grundel, Gründel m. f. Name einiger auf dem Grund eines Gewässers lebender Fische, ahd. gruntila, grundila (Hs. 12. Jh.), mhd. grundel, mnd. grundel(e), mnl. grondel(e), nl. grondel, aengl. gryndle. Auch Gründling m. mnd. grundelingk, frühnhd. grundeling (15. Jh.) und Grundfisch m. spätmhd. gruntvisch. gründeln2 Vb. (von Wasservögeln) mit Kopf und Hals zur Nahrungssuche unter Wasser (gleichsam auf den Grund) tauchen (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
ausführlich · ausgedehnt · ↗ausgiebig · ↗detailgenau · ↗detailliert · ↗differenziert · ↗eingehend · erschöpfend · gründlich · ↗haarklein · im Detail · in allen Details · in allen Einzelheiten · in aller Ausführlichkeit · in der Breite · in seiner ganzen Breite · ins Einzelne gehend · ↗umfangreich · ↗umfassend · ↗umfänglich  ●  ↗en détail  franz.
Assoziationen
Synonymgruppe
entschieden · ↗fundamental · ↗grundlegend · gründlich · ↗radikal · ↗rigoros
Assoziationen
Antonyme
Synonymgruppe
gehörig · gründlich · von vorne bis hinten  ●  nach allen Regeln der Kunst  fig. · (aber) so was von  ugs., salopp, Spruch · ... (und / aber) frag nicht nach Sonnenschein!  ugs., Spruch · ganz schön  ugs. · nach Strich und Faden  ugs. · ↗weidlich  geh., veraltend · wo man dabeisteht  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
genau · gründlich · in allen Einzelheiten · ↗reiflich · ↗sorgfältig
Antonyme
  • gründlich

Typische Verbindungen
computergeneriert

Analyse Aufarbeitung Kenntnis Nachdenken Prüfung Recherche Reinigung Renovierung Revision Untersuchung Vorbereitung aufräumen danebengehen einmal mißlingen mißverstehen prüfen recherchieren recherchiert reformieren reinigen schiefgehen verderben waschen Überarbeitung Überprüfung überarbeiten überarbeitet überdenken überlegen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›gründlich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Womit der Fall freilich nicht erledigt ist, denn die Schweizer sind gründlicher.
Die Zeit, 25.11.2013, Nr. 47
Denn Kommunisten waren sie allemal, und wenn schon gesiegt wird, dann gründlich.
Hannover, Heinrich: Die Republik vor Gericht 1975 - 1995, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1999], S. 427
Doch braucht der gründliche Leser von Marx darum nicht zu resignieren.
Dahrendorf, Ralf: Soziale Klassen und Klassenkonflikt in der industriellen Gesellschaft, Stuttgart: Enke 1957, S. 381
Endlich entschloß er sich, zu Hause eine gründlichere Untersuchung vorzunehmen.
Bredel, Willi: Die Väter. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelausgaben, Bd. 7, Berlin: Aufbau-Verl. 1973 [1946], S. 173
Ich bin entschlossen, mit allen derartigen illegalen Unternehmen gründlich aufzuräumen.
Völkischer Beobachter (Reichsausgabe), 04.03.1928
Zitationshilfe
„gründlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/gründlich>, abgerufen am 23.05.2019.

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