gründen

GrammatikVerb · gründete, hat gegründet
Aussprache
Worttrennunggrün-den (computergeneriert)
Wortbildung mit ›gründen‹ als Erstglied: ↗Gründer · ↗Gründung1  ·  mit ›gründen‹ als Letztglied: ↗ausgründen · ↗mitgründen · ↗umgründen
 ·  mit ›gründen‹ als Grundform: ↗begründen · ↗ergründen  ·  formal verwandt mit: ↗wohlgegründet
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
die Grundlage von etw. schaffen
a)
das Fundament von etw. legen
Beispiele:
ein Dorf, die Siedlung, Stadt gründen
der Ort wurde um 1200 gegründet
b)
etw. ins Leben rufen
Beispiele:
einen Hausstand, ein Heim, eine Familie gründen
einen Orden, Verein, ein Unternehmen gründen
2.
etw. auf eine Sache, auf einer Sache gründenetw. auf etw. aufbauen
Beispiele:
Seine Festigkeit gründete er nicht auf die Amtsehre, sondern auf das Pflichtgefühl [G. KellerGr. Heinrich4,334]
Der Bischof leugnet den hohen Wert dieser Phänomene nicht, will aber seine Erkenntnis nicht allein auf sie gründen [WerfelBernadette467]
Die Monarchie ... ist gegründet auf der Frömmigkeit [J. RothRadetzkymarsch192]
aber seine Erinnerung an ähnliche Erlebnisse war schärfer und gepflegter, sein Vertrauen gegründeter [HesseGlasperlensp.6,577]
sich auf etw. gründen
Beispiele:
darauf gründet sich seine Zuversicht, gründen sich seine Ansprüche, Forderungen, Hoffnungen
der Verdacht gründet sich auf belastende Aussagen
Denn gründen alle [Religionen] sich nicht auf Geschichte? [LessingNathanIII 7]
auf, in etw. gründenin etw. seine Grundlage haben
Beispiele:
Die tiefe Ehrfurcht vor der Sprache ... gründet auf der kernfesten Glaubensüberzeugung des Verfassers [Muttersprache1956]
Die eine Versuchung gründet in der Begegnung mit der Natur, der großen Trösterin und Heilerin [Wirk. Wort1954/55]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Grund · gründen · Gründer · Gründerjahre · Gründerzeit · begründen · Begründer · ergründen · gründeln1 · grundieren · gründlich · Gründlichkeit · Grundbesitz · Grundbesitzer · Grundlage · grundlos · Grundriß · Grundsatz · grundsätzlich · Grundstück · Grundel · Gründel · Gründling · Grundfisch · gründeln2
Grund m. ‘unterste Fläche, Erdboden, Bodenvertiefung, Tiefe und Boden eines Gewässers, eines Gefäßes, Fundament, Grundlage, das innerste, tiefste Wesen, Ursache, Veranlassung’, ahd. grunt (8. Jh.), mhd. mnd. grunt, asächs. grund, nl. grond, aengl. grund, engl. ground, anord. grunnr m. ‘Grund, Boden’, grund f. ‘Feld, Erde’, schwed. dän. grund, got. *grundus (in grunduwaddjus ‘Grundmauer’). Unter Annahme einer (nicht belegbaren) ursprünglichen Bedeutung ‘körniger Boden, Sandboden’ kann für germ. *grundu- über ‘Zerriebenes’ ein Anschluß an ie. *ghren-, Erweiterung der Wurzel ie. *gher- ‘hart worüber streichen, zerreiben’, hergestellt werden. Dabei ergibt sich über die dentale Erweiterung ie. *ghrendh- Verwandtschaft mit ↗Grind (s. d.). gründen Vb. ‘die Grundlage schaffen, den Grundstein legen, ins Leben rufen, auf etw. basieren, aufbauen’, ahd. grunten ‘ergründen, erforschen’ (um 1000), mhd. gründen; Gründer m. ‘Erbauer, Urheber, Begründer’ (17. Jh.); Gründerjahre Plur. und Gründerzeit f. ‘Zeit wirtschaftlichen Aufschwungs in Deutschland nach 1871’ (19. Jh.). begründen Vb. ‘Gründe angeben, den Grund legen, neu schaffen’, mhd. begründen; Begründer m. (Anfang 19. Jh.). ergründen Vb. ‘einer Sache auf den Grund gehen, sie erforschen’, ahd. irgrunten (um 1000), mhd. ergründen. Nur vereinzelt gründeln1 Vb. ‘nach dem Grund, nach der Ursache suchen’ (16. Jh.). grundieren Vb. ‘nach dem Grund, nach der Ursache suchen’ (16. Jh.). ‘die Grundfarbe, den ersten Anstrich auftragen’ (2. Hälfte 18. Jh.), in formaler Anlehnung an ältere maltechnische Begriffe wie ↗schattieren, ↗lackieren, ↗schraffieren (s. d.). gründlich Adj. ‘allem auf den Grund gehend, sorgfältig, gewissenhaft, genau’, ahd. gruntlīhho Adv. (9. Jh.), mhd. grüntlich, gruntlich; Gründlichkeit f. ‘Genauigkeit, Gewissenhaftigkeit’, allgemein seit Anfang des 18. Jhs., vereinzelt bereits im Sinne von ‘Seelen-, Herzenstiefe’ in der deutschen Mystik (14. Jh.). Grundbesitz m. Grundbesitzer m. (beide 18. Jh.). Grundlage f. ‘Unterlage, Basis, Fundament’ (Ende 16. Jh.). grundlos Adj. ‘ohne Grund und Boden, sehr tief, ohne Ursache, unbegründet’, mhd. gruntlōs, grundelōs; vgl. ahd. gruntlōsī ‘bodenlose Tiefe, Abgrund’ (8. Jh.). Grundriß m. ‘senkrechte Projektion eines Körpers auf eine waagerechte Ebene, maßstabgerechter Übersichtsplan’ (1. Hälfte 17. Jh.), älter (vereinzelt) ‘Grundlage’ (16. Jh.). Grundsatz m. ‘feste Regel, Richtlinie des Denkens und Handelns’ (17. Jh.); grundsätzlich Adj. (16. Jh.; allgemein verbreitet erst um 1800). Grundstück n. ‘abgegrenztes, als jmds. Besitz ausgewiesenes Stück Land’ (16. Jh.). Grundel, Gründel m. f. Name einiger auf dem Grund eines Gewässers lebender Fische, ahd. gruntila, grundila (Hs. 12. Jh.), mhd. grundel, mnd. grundel(e), mnl. grondel(e), nl. grondel, aengl. gryndle. Auch Gründling m. mnd. grundelingk, frühnhd. grundeling (15. Jh.) und Grundfisch m. spätmhd. gruntvisch. gründeln2 Vb. (von Wasservögeln) mit Kopf und Hals zur Nahrungssuche unter Wasser (gleichsam auf den Grund) tauchen (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
aufbauen · ↗durchsetzen · ↗einrichten · ↗etablieren · ↗greifen (lassen) · gründen · ins Leben rufen · ↗konstituieren
Assoziationen
Antonyme
  • gründen
Synonymgruppe
entstehen lassen · gründen · ins Leben rufen  ●  auf die Beine stellen  fig. · aus der Taufe heben  ugs.
Assoziationen
  • (der) Initiator sein · ↗ankurbeln · ans Laufen bringen · entstehen lassen · in Gang bringen · in Gang setzen · ↗initiieren · ins Leben rufen · ↗starten  ●  ↗anleiern  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Agentur Aktiengesellschaft Band Bürgerinitiative Club Familie Firma Förderverein Gemeinschaftsunternehmen Gesellschaft GmbH Gruppe Initiative Institut Niederlassung Organisation Partei Schule Sitz Stiftung Tochtergesellschaft Universität Unternehmen Verein Vereinigung Verlag Zeitschrift Zweck er zusammen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›gründen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die jungen Männer gründeten an der Uni eine Islam AG.
Süddeutsche Zeitung, 30.08.2002
Nicht weniger hatte man sich 1996 vorgenommen, kurz nachdem die LTA gegründet worden war.
Der Tagesspiegel, 14.04.2002
Wenn es doch endlich so weit wäre und wir könnten endlich daran denken, ein eigenes Heim zu gründen.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 23.06.1940, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Ich fragte ihn, wie er es anfange, eine Farm zu gründen.
Frenssen, Gustav: Peter Moors Fahrt nach Südwest, Berlin: Grote 1920 [1906], S. 107
Es wird gegründet sein, um dem Meer möglichst nahe zu sein.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. II,1. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1893], S. 24910
Zitationshilfe
„gründen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/gründen>, abgerufen am 24.07.2019.

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