grölen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennunggrö-len
Wortbildung mit ›grölen‹ als Erstglied: ↗Grölerei  ·  mit ›grölen‹ als Letztglied: ↗durcheinandergrölen · ↗losgrölen · ↗mitgrölen
 ·  mit ›grölen‹ als Grundform: ↗Gegröl · ↗Gegröle
eWDG, 1969

Bedeutung

abwertend misstönend lärmen, schreien
Beispiele:
laut und unflätig grölen
begeistert grölen
mit voller Lautstärke, aus vollem Halse grölen
Kinder grölten auf der Straße
er hat sich heiser gegrölt
ein Lied, Beifall grölen
ein unbeschreibliches Grölen
ein grölendes Lachen
grölender Gesang
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

grölen Vb. ‘mißtönend schreien, brüllend singen’; mnd. grālen ‘Feste feiern, lärmen’, auch grȫlen ‘lärmen, schreien’. In dieser durch Umlaut (vgl. jüngere nd. und md. Mundartformen) und Verdumpfung des Stammvokals zu erklärenden Form findet sich das im Nd. heimische Verb seit dem 17. Jh. in hd. Texten, ist aber erst im 19. Jh. (vielleicht durch studentischen Sprachgebrauch begünstigt) allgemein verbreitet (daneben gröhlen als Schreibvariante). Mnd. grālen ist abgeleitet von mnd. grāl ‘lärmende Festlichkeit in den Städten’ (zunächst als bürgerliche Nachahmung ritterlicher Turnierspiele mit entsprechend geschmücktem Festplatz, auf dem ein die Gralsburg darstellender Bau errichtet wird), ‘Herrlichkeit, Pracht, Glanz’, dann überhaupt ‘lautes Vergnügen, Lärm’. Dem mnd. Substantiv liegt mhd. grāl ‘heiliger, wundertätiger Gegenstand’ als Symbol des höfischen Rittertums (s. ↗Gral) zugrunde, doch können mnd. grā̌l ‘Groll, Unruhe, Aufruhr’, gral(le) ‘zornig, böse, ergrimmt’ (beide ablautend neben den unter ↗Groll und ↗grell behandelten Wörtern, s. d.) auf die Bedeutungsentwicklung eingewirkt haben.

Thesaurus

Synonymgruppe
brüllen · grölen · ↗johlen · laut werden · ↗schreien
Oberbegriffe
  • Laute von sich geben
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Besoffener Betrunkener Heil Horde Kehle Nazi-Lied Nazi-Parole Nazilied Naziparole Parole Refrain Skin Skinhead anpöbeln besaufen entgegen herum herumgrölen kichern kotzen lauthals lärmen mit mitgrölen pöbeln randalieren rumgrölen saufen schunkeln torkeln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›grölen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Saal beginnt zu lachen, verhalten erst, dann grölt er.
Die Zeit, 12.09.2012, Nr. 17
Man fing an, herausfordernd zu grölen und die Gläser auf den Tisch zu hauen.
Wolf, Christa: Der geteilte Himmel, Halle (Saale): Mitteldeutscher Verl. 1963, S. 69
Alle kannten sich, redeten durcheinander und lachten dann wieder grölend.
Bachmann, Ingeborg: Das dreißigste Jahr, München: R. Piper & Co. Verlag 1961, S. 212
Natürlich tut der Rock noch immer besser daran, dummes Zeug zu grölen und das naheliegende und schlichte Riff zu suchen.
Die Welt, 02.07.2002
Sie lehrten mich murmeln, quasseln und labern, tuscheln und grölen, plaudern, quatschen, parlieren, intrigieren und natürlich tratschen.
Moers, Walter: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 51
Zitationshilfe
„grölen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/grölen>, abgerufen am 17.09.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
groggy
Grog
Groden
Grödeln
grochsen
Grölerei
Groll
Grollen
Gromatik
Gromatiker