grämlich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennunggräm-lich (computergeneriert)
Wortbildung mit ›grämlich‹ als Erstglied: ↗Grämlichkeit  ·  mit ›grämlich‹ als Letztglied: ↗griesgrämlich
eWDG, 1969

Bedeutung

verdrießlich
a)
stets übelgelaunt, mürrisch
Beispiele:
ein grämliches Alter
sein grämlicher Vater antwortete unfreundlich
sei nicht so grämlich!
du hast keinen Grund, grämlich zu sein
grämlich blicken, reden
sich grämlich zeigen
b)
missvergnügt, freudlos
Beispiele:
seinen grämlichen Gedanken nachhängen
grämliche Betrachtungen, Voraussagen
sie hat bereits grämliche Falten im Gesicht
mit grämlicher Miene, mit grämlichem Gesicht dastehen
Sie haben mir ein grämliches Altern ins Gesicht gemalt [Feuchtw.Goya264]
das nun grämlich gewordene Gesicht Bonadeas [MusilMann909]
die Furchen, die stolz und grämlich von den Flügeln seiner Nase in den Bart verliefen [Th. MannKönigl. Hoheit7,57]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gram · Gram · grämen · grämlich
gram Adj. nur noch in der Wendung jmdm. gram sein ‘zürnen, grollen, voll Unmut, böse sein’. Ahd. (um 1000), mhd. asächs. mnd. aengl. mnl. nl. gram, anord. gramr ‘feindselig, erzürnt, wütend’, dän. gram ‘böse’ steht im Ablaut zu den unter ↗Grimm (s. d.) angeführten Formen. Gram m. ‘Erbitterung, tiefe Betrübnis, nagender Kummer’, älter ‘Unmut, Zorn’ (Anfang 15. Jh.), ‘Feindschaft’ (Luther), Substantivierung des prädikativ gebrauchten Adjektivs. Doch vgl. ahd. gremī f. ‘Erbitterung’ (9. Jh.). grämen Vb. meist reflexiv ‘(sich) ärgern, (sich) Kummer, Sorge machen’, ahd. gremmen (8. Jh.), mhd. gremen, mnd. gremmen, aengl. gremman, gremian, anord. gremja ‘erzürnen’, schwed. gräma ‘betrüben’, got. gramjan ‘reizen’ sind Faktitivbildungen zum Adjektiv. grämlich Adj. ‘verdrießlich, mürrisch, mißvergnügt’, mhd. grem(e)lich, gramelich.

Thesaurus

Synonymgruppe
genervt · ↗missmutig · ↗nörglerisch · ↗quengelig · querulantenhaft · querulantisch · ↗unruhig  ●  angesäuert  ugs. · gefrustet  ugs. · grämlich  geh., veraltend · maulig  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Gesicht grau

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›grämlich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Grämlich scheint nicht allein der große Erfolg des Buches zu stimmen.
konkret, 2000 [1998]
Offenbar sitzt er erhöht, denn der grämlich blickende Mann am Steuer wirkt gleichgroß.
Die Zeit, 29.11.1985, Nr. 49
Sie saßen vergrämt in einer grämlichen Stube bei grämlich munterer Musik.
Koeppen, Wolfgang: Tauben im Gras. In: ders., Drei Romane, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1972 [1951], S. 176
Dagegen sah ich, wenn ich von der Philosophie aufstand, alles grau und grämlich.
Renn, Ludwig [d. i. Vieth v. Golßenau, Arnold Friedrich]: Krieg - Nachkrieg, Berlin: Aufbau-Verl. 1951 [1928], S. 134
Auch am Abend blieben die Kinder noch bei der Mutter, selbst der kleine, grämliche, kränkliche Heinrich.
Klepper, Jochen: Der Vater, Gütersloh: Bertelsmann 1962 [1937], S. 910
Zitationshilfe
„grämlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/grämlich>, abgerufen am 17.10.2019.

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