gleichwertig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennunggleich-wer-tig
Wortzerlegunggleich1-wertig
Wortbildung mit ›gleichwertig‹ als Erstglied: ↗Gleichwertigkeit
eWDG, 1969

Bedeutung

von gleichem Wert
Beispiele:
ein gleichwertiger Ersatz
ein gleichwertiger Gegner
er konnte dem nichts Gleichwertiges entgegensetzen
gleichwertige Partner in einer Auseinandersetzung [SchallückReineke240]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

wert · Wert · werten · abwerten · bewerten · entwerten · verwerten · Werturteil · gleichwertig
wert Adj. ‘Geltung, Bedeutung habend, angesehen, geschätzt, kostbar, lieb, teuer’, ahd. werd (9. Jh.), mhd. mnd. wert, asächs. werð, mnl. waert, weert, wert, nl. waard, aengl. worþ, weorþ, wurþ, engl. worth, anord. verðr, schwed. värd, got. waírþs (germ. *werþa-) gehört offensichtlich zu der unter ↗werden (s. d.) dargestellten Dentalerweiterung ie. *u̯ert- ‘drehen, wenden’. Möglich ist unmittelbarer Anschluß an die unter ↗-wärts (s. d.) genannten Formen sowie an lat. versus ‘gegen’, air. frith- ‘gegen’, indem wert im Sinne von ‘wohin, gegen etw. gewendet, zugewandt’ verstanden wird mit Weiterentwicklung zu ‘einen Gegenwert habend’. Vgl. die ähnliche Bedeutungsentwicklung bei lat. pretium ‘Preis, Wert’. Es ist verwandt mit aind. práti ‘zu, zu … hin, gegen, wieder, auf’, griech. protí (προτί) ‘überdies, dazu, von … her, bei, an, zu … hin, gegenüber’, aslaw. protivъ, russ. prótiv (против) ‘gegen’, so daß eine Ausgangsbedeutung ‘als Äquivalent gegenüberstehend’ ansetzbar ist. wert wird bis ins 12. Jh. nur prädikativ, danach auch attributiv gebraucht. In neuerer Zeit ist es häufig Grundwort zusammengesetzter Adjektive, vgl. ehren-, hoch-, liebwert und lesens-, sehens-, wissenswert. Wert m. ‘Preis, Geltung, Wertschätzung’, ahd. werd n. (8. Jh.), mhd. wert n. m. ‘Kaufpreis, Wert(sache), Ware, Standesehre, Geltung, Ansehen, Würdigkeit, Herrlichkeit’, Substantivierung des Adjektivs. Neutrales Genus gilt vereinzelt bis ins 16. Jh.; maskuliner Gebrauch (seit dem Mhd.) entwickelt sich wohl in Anlehnung an Kauf und Preis. werten Vb. ‘den Wert festsetzen, einschätzen’, ahd. werdōn (8. Jh.), mhd. werden ‘(wert)schätzen, für wert halten, würdigen, verherrlichen’, auch vereinzelt ‘kaufen, den Wert vergüten’. abwerten Vb. ‘im Wert herabsetzen’ (18. Jh., geläufig 20. Jh.), ‘abschätzen’ (19. Jh.). bewerten Vb. ‘den Wert festlegen, benoten, einschätzen’ (2. Hälfte 19. Jh.). entwerten Vb. ‘ungültig machen’ besonders von Geld und Geldwert (1. Hälfte 19. Jh.); vgl. ahd. intwerdōn ‘starke Abneigung empfinden, verschmähen’ (10. Jh.), mhd. (vereinzelt) entwerten ‘entgelten’. verwerten Vb. ‘(einen Wert) nützlich verwenden’ (19. Jh.). Werturteil n. ‘abgegebenes Urteil über den Wert einer Sache’ (2. Hälfte 19. Jh.). gleichwertig Adj. ‘von gleichem Wert’ (15./16. Jh., dann wieder Mitte 19. Jh.). Vgl. auch Bildungen wie minderwertig, vollwertig (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
gleichviel · gleichwertig · ↗identisch · ↗äquivalent

Typische Verbindungen
computergeneriert

Alternative Bildungsabschluss Ersatz Ersatzmann Ersatzwagen Gegenleistung Gegenspieler Gegner Gegnerin Kontrahent Lebensbedingung Lebensverhältnis Partner Partnerin Rechtsgut Schulabschluss Spielpartner Verhandlungspartner Vorbildung andersartig annähernd ersetzen gleichartig gleichberechtigt gleichrangig mindestens nahezu nebeneinanderstehen qualitativ überlegen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›gleichwertig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Von der Qualität her seien die Angebote in etwa gleichwertig gewesen.
Süddeutsche Zeitung, 26.07.1999
Somit ist die vertragliche Kooperation keine gleichwertige Alternative zur Bildung eines gemeinsamen Landes.
Der Tagesspiegel, 12.07.1999
Die Erfahrungen berechtigen, diesen Film als gleichwertig mit der Platte zu bezeichnen.
Welt und Wissen, 1927, Nr. 2, Bd. 16
Neben der Tätigkeit des Arztes laufen gleichwertig nebenher die des Lehrers.
Biesalski, K.: Krüppelwesen. In: Grotjahn, Alfred u. Kaup, J. (Hgg.) Handwörterbuch der sozialen Hygiene, Leipzig: Vogel 1912, S. 1059
Aber niemals verzichtete er, der alle Teile seines Systems für gleichwertig hielt, auf den Begriff des Sollens.
Mauthner, Fritz: Wörterbuch der Philosophie. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1910], S. 33276
Zitationshilfe
„gleichwertig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/gleichwertig>, abgerufen am 25.08.2019.

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