glasig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennunggla-sig
eWDG, 1967

Bedeutung

wie Glas
Beispiele:
gebratener Speck sieht glasig aus
etw. glasig ausbraten (= etw. so lange ausbraten, bis es wie Glas aussieht)
glasige Gurken, Kartoffeln
starr
Beispiele:
glasige Augen
ein glasiger Blick
seine Augen wurden, starrten glasig
jmdn. glasig ansehen
spröde
Beispiel:
eine glasige Stimme
durchsichtig
Beispiele:
eine glasige Blässe
als säße er im Kahn auf jenem holsteinischen See und blicke aus der glasigen Tageshelle des westlichen Ufers ... hinüber in die nebeldurchsponnene Mondnacht der östlichen Himmel [Th. MannZauberb.2,230]
der Himmel glasig klar bis auf wenige unruhige Wölkchen [HesseGlasperlensp.6,589]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Glas · glasen · verglasen · glasieren · Glasur · Glaser · gläsern · glasig
Glas n. ‘durchsichtiger bzw. lichtdurchlässiger, harter, spröder Stoff’ sowie daraus gefertigte Gegenstände wie ‘Trinkglas, Brille, Sanduhr’ (vgl. Stundenglas) u. dgl. Ahd. glas ‘Bernstein, Glas’ (um 800), mhd. glas ‘Glas, daraus hergestellter Gegenstand (Fensterscheibe, Spiegel, Brille)’, asächs. glas, gles ‘Glas’, mnd. glas ‘Glas, Trinkgefäß, Stundenglas’, mnl. nl. glas, aengl. glæs, engl. glass setzen germ. *glasa- ‘Bernstein’, anord. gler ‘Glas’ (mit grammatischem Wechsel) germ. *glaza- voraus, das mit von den Römern als germ. Bezeichnung des Bernsteins überliefertem (ablautendem) lat. glēsum (Tacitus), glaesum (Plinius) und (zusätzlich zum Ablaut grammatischen Wechsel aufweisendem) germ. *glēza- in asächs. glēr, mnd. glār ‘Harz’, aengl. glær ‘Bernstein, Harz’ sowie air. glass ‘grün, grau, blau’ auf eine s-Erweiterung ie. *g̑hlēs-, *g̑hləs- der Wurzel ie. *g̑hel(ə)- ‘glänzen, schimmern’ (s. ↗gelb) zurückgeht. Die Germanen bezeichnen das von den Römern in Form von Perlen und Ringen eingeführte Material mit dem ihnen geläufigen Ausdruck für den ebenfalls als Schmuck getragenen ‘Bernstein’. Vgl. Ostberg in: Beitr. z. Erforsch. d. dt. Sprache 3 (1983) 269 ff., aber auch Meineke Bernstein im Ahd. (1984). Aus Stundenglas verkürzt ist Glas ‘Sanduhr’ (2. Hälfte 16. Jh.), in der Seemannssprache ‘halbe Stunde’ nach der früher auf Schiffen üblichen ‘halbstündig ablaufenden Sanduhr’, im Nd. seit Ende des 16. Jhs., wohl Übernahme von nl. glas, wie der dem Nl. entsprechende Plural Glasen erkennen läßt; ins Hd. gelangt diese Verwendung im 17. Jh. Dazu glasen Vb. ‘die halben Stunden mit der Schiffsglocke anzeigen’ (19. Jh.). verglasen Vb. ‘mit Glasscheiben versehen, glasig werden’, mhd. verglasen; auch ‘mit Glasur überziehen’ (15. Jh.). glasieren Vb. ‘mit einer Glasur versehen’, spätmhd. glasieren. Glasur f. ‘glasartiger Überzug auf Metall und Töpferwaren, glänzender Überzug auf Backwaren, Zuckerguß’ (Anfang 16. Jh.), gebildet zu Glas unter Einfluß von ↗Lasur (s. d.). Glaser m. ‘Glasarbeiten ausführender Handwerker’, ahd. glaseri (11. Jh.), mhd. glasære, glaser, (md.) gleser. gläsern Adj. ‘aus Glas bestehend, hergestellt, spröde, zerbrechlich’, spätmhd. gleserīn; daneben älteres gläsen (bis 17. Jh.), ahd. (8. Jh.), mhd. glesīn. glasig Adj. ‘wie Glas (aussehend), starr, spröde’ (15. Jh., geläufig seit 18. Jh. aus bergmännischem Gebrauch bei Goethe); daneben glasicht (bis Anfang 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
blicklos · glasig · ↗leer
Synonymgruppe
durchscheinend · ↗glasartig · glasig · ↗hyalin · ↗klar · ↗transparent
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Auge Augen Blick Gestein Kern Masse anschwitzen blicken braun darin dünsten erstarrt grau leer schwitzen starr starren weich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›glasig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Andere hatten noch diese merkwürdig glasigen Augen, dieses leichte Zittern.
Bild, 31.05.2003
So singt man denn trotzig die alten Lieder, und mancher hat dabei schon wieder glasige Augen.
Süddeutsche Zeitung, 03.08.2001
Sehr gut schmeckt das glasige Fett eines Hasen wohl nicht, zumindest daheim nicht.
Bauer, Josef Martin: So weit die Füße tragen, Frankfurt a.M: Fischer 1960 [1955], S. 216
Der Hund schaute ihn kurz mit glasigen Augen an und leckte dann weiter.
Regener, Sven: Herr Lehmann, Frankfurt am Main: Eichborn AG 2006 [2001], S. 13
Die fertige Stärke sieht glasig aus und muß je nach dem Gewebe verdünnt werden.
o. A.: Das Lexikon der Hausfrau, Berlin: Ullstein 1937 [1932], S. 300
Zitationshilfe
„glasig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/glasig>, abgerufen am 20.10.2019.

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