glücken

GrammatikVerb · glückte, ist geglückt
Aussprache
Worttrennungglü-cken
Wortbildung mit ›glücken‹ als Letztglied: ↗danebenglücken · ↗missglücken · ↗wohlgeglückt
eWDG, 1969

Bedeutung

etw. glückt jmdm.etw. gelingt jmdm. durch die Gunst der Umstände
Gegenwort zu missglücken
Beispiele:
es glückte mir, die Verbindung herzustellen
es glückte gut, schlecht, gar nicht
ihm glückt immer alles
das wäre uns also geglückt!
es wollte mir nicht glücken, dich zu treffen
ob die Flucht glücken wird?
der Plan, das Wagnis, Unternehmen war geglückt
ein solcher Wurf glückt nicht immer
der Kuchen ist mir diesmal nicht geglückt
ein geglückter Start in den Weltraum
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Glück · glücken · beglücken · glücklich · Unglück · unglücklich · verunglücken · glückselig · Glückseligkeit · Glückskind · Glückspilz · Glücksrad · Glücksritter
Glück n. ‘zufälliges, überraschendes Zusammentreffen günstiger Umstände, Schicksal, Gemütszustand innerer Befriedigung’, mhd. g(e)lücke, mnd. (ge)lükke, mnl. (ghe)lucke, (ge)luc, nl. geluk; entlehnt aus dem Mnd. sind afries. lukk, mengl. luk(e), engl. luck, anord. lukka, lykka, schwed. lycka. Mhd. g(e)lücke ist erstmals in der frühhöfischen Dichtung (1160) bezeugt und verbreitet sich mit der höfisch-ritterlichen Kultur vom Rhein aus über das dt. Sprachgebiet. Es bedeutet anfangs ‘Schicksal, Geschick, Ausgang eines Geschehens oder einer Angelegenheit (sowohl zum Guten als auch zum Bösen)’ und tritt als Schicksalsbegriff in Konkurrenz mit mhd. sælde und heil (s. ↗selig und ↗Heil), den älteren Ausdrücken für ‘Segen, Heil, Glück’. Aus dem engeren Gebrauch im Sinne von ‘günstiger Verlauf oder Ausgang eines Geschehens, günstiges Geschick’ entwickelt sich Glück zur Bezeichnung des wünschenswerten ‘Zustandes starker innerer Befriedigung und Freude’. Im 14. Jh. nimmt Glück auch die Bedeutung von ‘Beruf, Lebensunterhalt’ an. Die Herkunft des erst relativ spät auftretenden Wortes ist nicht geklärt. Verschiedene, jedoch sämtlich nicht befriedigende Herleitungsversuche sind zusammengestellt in ¹DWB 4, 1, 5, 226 f. glücken Vb. ‘gelingen, nach Wunsch ablaufen’, mhd. g(e)lücken, zum Substantiv gebildet; im Mhd. nur selten, erst in nhd. Zeit sich ausbreitend. beglücken Vb. ‘glücklich machen, erfreuen’ (Anfang 17. Jh.). glücklich Adj. ‘vom Glück begünstigt, erfolgreich, zufrieden, vorteilhaft, günstig’, mhd. gelückelich ‘vom Zufall, vom Schicksal abhängig, günstig’. Unglück n. ‘verhängnisvolles Ereignis, schweres Mißgeschick, Schicksalsschlag, Pech’, mhd. ung(e)lücke. unglücklich Adj. ‘traurig, niedergeschlagen, bedrückt, verhängnisvoll’ (15. Jh.). verunglücken Vb. ‘einen Unfall erleiden, mißlingen, mißraten’ (17. Jh.). glückselig Adj. ‘sehr glücklich, überglücklich’, mhd. gelücksælec. Glückseligkeit f. spätmhd. gelücksælecheit. Glückskind n. ‘vom Glück Begünstigter, wem alles gelingt’ (16. Jh.), vielleicht nach lat. fortunae filius. Glückspilz m. zunächst im Sinne von ‘Emporkömmling, Parvenü’ (2. Hälfte 18. Jh.), eigentlich ‘wer wie ein Pilz plötzlich aus dem Nichts aufschießt’ (vielleicht unter Einfluß von engl. mushroom, das sowohl ‘Pilz’ wie auch ‘Emporkömmling’ bedeutet); von der 2. Hälfte des 19. Jhs. an gleichbed. mit Glückskind. Glücksrad n. Sinnbild für die Veränderlichkeit des Glücks, auch ‘das sich drehende Rad bei Verlosungen und bestimmten Glücksspielen’, mhd. des gelückes rat, auch gelückrat, später glükrad (14. Jh.), seit dem 17. Jh. Glücksrad, seltener Glückrad. Glücksritter m. ‘wer sich in seinem Handeln sorglos auf sein Glück verläßt’, auch abschätzig ‘Abenteurer’ (2. Hälfte 18. Jh.), zunächst auf mittelalterliche Verhältnisse bezogen ‘Ritter, der auf Glück auszieht’.

Thesaurus

Synonymgruppe
funktionieren · ↗gelingen · glücken  ●  (eine) Rechnung geht auf  fig. · ↗gutgehen  ugs. · ↗hinhauen  ugs. · ↗klappen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anlauf Anschlusstreffer Ausgleich Birdie Break Comeback Coup Durchbruch Eagle Einstand Erwarten Experiment Flucht Generalprobe Gratwanderung Kunststück Landung Manöver Revanche Schachzug Spagat Sprung Streich Synthese Treffer Unterfangen Versuch Wagnis Wurf auf Anhieb

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›glücken‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auch in der Politik glückte ihm anfangs so gut wie nichts.
Die Welt, 10.12.2004
Er verspricht nur, alle ausländischen Bewerber fern zu halten, und das glückt ihm auch.
Fath, Rolf: Werke - L. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 15606
Schon 1992 versuchte er, noch ohne Erfolg, in den Kongreß zu kommen, zwei Jahre später glückte es.
Der Tagesspiegel, 06.01.1998
Einmal glückte es mit gut, dann gab es eine zwei, das andere Mal mißglückte es und es gab eine vier.
Diederichs, Eugen: Aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1927], S. 23319
Ein paar Mal war es geglückt, dann war ich mal 10 Minuten zu spät gekommen.
Viersbeck, Doris: Erlebnisse eines Hamburger Dienstmädchens. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1910], S. 8207
Zitationshilfe
„glücken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/glücken>, abgerufen am 24.05.2019.

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