geziemen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungge-zie-men (computergeneriert)
Grundformziemen
Wortbildung mit ›geziemen‹ als Grundform: ↗geziemend
eWDG, 1967

Bedeutung

gehoben
1.
etw. geziemt sichetw. gehört, schickt sich
Beispiele:
es geziemt sich nicht, älteren Leuten ins Wort zu fallen
er weiß nie, was sich geziemt
Zum Werke, das wir ernst bereiten, / Geziemt sich wohl ein ernstes Wort [SchillerGlocke]
2.
jmdm. geziemt etw.jmdm. kommt etw. zu
Beispiele:
er handelt, wie es ihm geziemt
es hätte mir nicht geziemt, danach zu fragen
mir geziemt zu schweigen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

ziemen · geziemen · ziemlich
ziemen Vb. ‘angemessen sein’, reflexiv ‘sich schicken’. Das ehemals stark flektierende Verb ahd. zeman ‘sich fügen, ziemen, passen’ (9. Jh.), mhd. zemen ‘ziemen, passen, angemessen sein, taugen, scheinen, behagen’, md. auch zimen reflexiv ‘sich dünken’, mnd. mnl. tēmen hat neben sich das gleichbed. Präfixverb geziemen Vb. ahd. gizeman (um 800), mhd. gezemen, mnd. getēmen, mnl. ghetēmen, got. gatiman. Damit verbinden sich ahd. zimīg ‘geziemend, würdig, schicklich, anmutig’ (um 1000; unzimīg ‘unwürdig’, 9. Jh.), dehnstufig gizāmi ‘passend, angemessen, schicklich’ (9. Jh.), gizāmi n. ‘das Geziemende, Schickliche, Angemessene’ (9. Jh.), mnd. betāme, got. gatēmiba ‘geziemend’ (germ. *tēmi-) sowie die unter ↗Zunft und ↗Zimmer (s. d.) angeführten Formen. Auszugehen ist von der Wurzel ie. *dem(ə)- ‘bauen’, eigentlich ‘(zusammen)fügen’ (ein Zusammenhang mit der unter ↗zähmen, s. d., genannten Grundlage ist nicht gesichert). ziemlich Adj. ‘geziemend, gebührend, beachtlich’, als Adv. (seit 16. Jh.) ‘in verhältnismäßig hohem, reichlichem Maße, annähernd, ungefähr’, ahd. zimilīh (um 1000), mhd. zim(e)lich ‘schicklich, gebührend, geziemend’.

Thesaurus

Synonymgruppe
es gehört sich · gebietet der Anstand · geziemen
Synonymgruppe
(den normalen) Anstandsregeln entsprechen · (den) bürgerlichen Gepflogenheiten entsprechen · ↗(sich) gehören · ↗(sich) schicken · Pflicht sein · angemessen sein · vom Anstand geboten sein  ●  (sich) ziemen  veraltet · (den) Anstandsregeln Genüge tun  geh. · (etwas) bringen können  ugs. · (etwas) gebietet (schon allein) der Anstand  geh. · (sich) geziemen  geh., veraltet · ↗(sich) passen  geh., veraltend · schicklich sein  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

eigentlich es

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›geziemen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Eigentlich sollte es hier längst viel schöner aussehen, so wie es dieser Stadt geziemt.
Süddeutsche Zeitung, 26.11.2003
Er ist, wie es einem Weisen geziemt, bis zuletzt verschwiegen gewesen.
Schuder, Rosemarie: Agrippa und Das Schiff der Zufriedenen, Berlin u. a.: Aufbau-Verl. 1987 [1977], S. 337
Es geziemt sich für einen Bäcker nicht, in der Stunde, in der er Brote im Ofen hat, davonzulaufen.
Strittmatter, Erwin: Der Laden, Berlin: Aufbau-Verl. 1983, S. 27
Hier von irgendjemandes Schuld zu sprechen, geziemt sich, zumindest der rückschauenden Betrachtung, nicht.
Wildgans, Anton: Musik der Kindheit, Ein Heimatbuch aus Wien. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1928], S. 2849
Diese verliefen zwar gewöhnlich, wie es sich geziemt, in Frieden und Freundschaft.
Wundt, Wilhelm: Erlebtes und Erkanntes. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1921], S. 1689
Zitationshilfe
„geziemen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/geziemen>, abgerufen am 25.06.2019.

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