gespenstisch

GrammatikAdjektiv
Worttrennungge-spens-tisch (computergeneriert)
eWDG, 1967

Bedeutung

unheimlich, gespensterhaft
Beispiele:
in dem leeren Gebäude herrschte eine gespenstische Stille
der Strauch warf gespenstische Schatten
Vom Gewölbe brennen zwei oder drei Lämpchen düster und gespenstisch auf lange Reihen schwarzer Särge herab [KischRasender Reporter98]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gespenst · gespenstern · gespenstig · gespenstisch
Gespenst n. ‘Spukgestalt, Geist’, ahd. gispensti n. ‘Anlockung, Verführung, Eingebung’ (9. Jh.), mhd. gespanst, gespenst f., gespenste n., asächs. gispensti n., mnd. gespens(t) stehen wie ahd. spanst f. (9. Jh.), mhd. spenst f. n. ‘Verlockung, Verführung’ als Verbalabstrakta zu dem unter ↗spannen (s. d.) angeführten, im Nhd. ausgestorbenen starken Verb ahd. spanan, mhd. spanen ‘locken, reizen’, asächs. aengl. spanan (s. auch ↗abspenstig, ↗widerspenstig). Gespenst ist daher eigentlich das, ‘was jmdn. wegzieht, weglockt’, ein ‘(teuflisches) Trugbild’. gespenstern Vb. ‘wie ein Gespenst umhergehen, spuken’ (19. Jh.). gespenstig Adj. ‘gespenstähnlich, unheimlich’ (19. Jh.), ahd. spenstīg ‘lockend, verführerisch’ (um 1000), mhd. gespenstec ‘verführerisch, zauberisch’; auch gespenstisch Adj. (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
geisterhaft · gespenstisch · ↗schemenhaft · ↗spukhaft
Assoziationen
Synonymgruppe
beklemmend · ↗dämonisch · ↗eigenartig · ↗geisterhaft · ↗gespenstig · gespenstisch · ↗gruselig · nicht geheuer · ↗schaurig · ↗unheimlich · ↗übernatürlich  ●  creepy  engl. · ↗Hexenwerk  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anblick Atmosphäre Eigenleben Einbildung Fratze Kulisse Leere Mondlandschaft Nachleben Reigen Ruhe Schauspiel Scherzo Stille Szenario Szene Szenerie Totentanz Wiedergänger anmuten anmutend beinahe fahl flackernd geradezu hallen menschenleer nachgerade unwirklich wirkend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›gespenstisch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zeitweise machte sich eine gespenstische Atmosphäre in der Arena breit.
Die Welt, 05.04.2004
Das heißt, eine kulturelle Ordnung, die wie bei uns die Bildung plötzlich abbricht, wird gespenstisch.
Süddeutsche Zeitung, 23.05.2003
Noch gedenke ich des Weges im Dunkeln durch den merkwürdig gespenstisch lebendigen Wald.
Schleich, Carl Ludwig: Besonnte Vergangenheit, Lebenserinnerungen (1859-1919). In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1921], S. 31483
Das flackernde Licht von drüben malte gespenstische Gestalten in mein Zimmer.
Braun, Lily: Memoiren einer Sozialistin. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 1449
In der gebräunten Haut wirkten ihre übernächtigten und verheulten Augen gespenstisch.
Jentzsch, Kerstin: Ankunft der Pandora, München: Heyne 1997 [1996], S. 376
Zitationshilfe
„gespenstisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/gespenstisch>, abgerufen am 22.10.2019.

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