gespenstern

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungge-spens-tern
eWDG, 1967

Bedeutung

umherspuken, wie ein Gespenst umherirren
Beispiel:
In der Dunkelheit, so erzählt man im Dorf, sollen die Geister unerlöster Mönche in den Mauern und Gewölben gespenstern [NachbarMond225]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gespenst · gespenstern · gespenstig · gespenstisch
Gespenst n. ‘Spukgestalt, Geist’, ahd. gispensti n. ‘Anlockung, Verführung, Eingebung’ (9. Jh.), mhd. gespanst, gespenst f., gespenste n., asächs. gispensti n., mnd. gespens(t) stehen wie ahd. spanst f. (9. Jh.), mhd. spenst f. n. ‘Verlockung, Verführung’ als Verbalabstrakta zu dem unter ↗spannen (s. d.) angeführten, im Nhd. ausgestorbenen starken Verb ahd. spanan, mhd. spanen ‘locken, reizen’, asächs. aengl. spanan (s. auch ↗abspenstig, ↗widerspenstig). Gespenst ist daher eigentlich das, ‘was jmdn. wegzieht, weglockt’, ein ‘(teuflisches) Trugbild’. gespenstern Vb. ‘wie ein Gespenst umhergehen, spuken’ (19. Jh.). gespenstig Adj. ‘gespenstähnlich, unheimlich’ (19. Jh.), ahd. spenstīg ‘lockend, verführerisch’ (um 1000), mhd. gespenstec ‘verführerisch, zauberisch’; auch gespenstisch Adj. (18. Jh.).

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Mond gespensterte in den Bäumen, ein Obelisk stand seitwärts drohend da und warf einen scharfen Schatten.
Tucholsky, Kurt: Rheinsberg. In: Werke und Briefe, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1912], S. 432
Heute gespenstert durch die Theaterbüros der sanft bebrillte Dramaturg, der sehr gebildet ist.
Tucholsky, Kurt: 'Kulissen'. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1932], S. 2727
Sie gespenstert aber und wird wenigstens mit den Mitteln der Drastik und Verächtlichmachung ins Bewußtsein wieder hereingeholt.
Pilgrim, Volker Elis: Manifest für den freien Mann - Teil 1, Reinbek b. Hamburg: Rowohlt 1983 [1977], S. 28
Ein fahler Lichtschimmer der abgeblendeten Stablampe gespensterte die Stufen herunter.
Apitz, Bruno: Nackt unter Wölfen, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1961 [1958], S. 101
Aber wenn so erfahrene Männer wie Anastas und Grigorij die Nacht fürchten, muß auch Forell mehr in sie hineinhören, als darin gespenstert.
Bauer, Josef Martin: So weit die Füße tragen, Frankfurt a.M: Fischer 1960 [1955], S. 252
Zitationshilfe
„gespenstern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/gespenstern>, abgerufen am 22.07.2019.

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