geschlechtlich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungge-schlecht-lich
WortzerlegungGeschlecht-lich
Wortbildung mit ›geschlechtlich‹ als Erstglied: ↗Geschlechtlichkeit  ·  mit ›geschlechtlich‹ als Letztglied: ↗andersgeschlechtlich · ↗eingeschlechtlich · ↗gegengeschlechtlich · ↗getrenntgeschlechtlich · ↗zweigeschlechtlich · ↗zwiegeschlechtlich
eWDG, 1967

Bedeutung

entsprechend der Bedeutung von Geschlecht (Lesart 1)
Beispiele:
die geschlechtliche Verschiedenheit
die geschlechtliche Entwicklung
geschlechtliche Ausschweifungen
mit jmdm. geschlechtlich verkehren
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Geschlecht · geschlechtlich · geschlechtslos · Geschlechtsteil · Geschlechtstrieb · Geschlechtswort
Geschlecht n. ‘Gesamtheit der Merkmale, die ein Lebewesen als männlich oder weiblich bestimmen, Familie, Generation, Art, Genus’, ahd. gislahti n. (um 1000), mhd. gesleht(e) n. ‘Geschlecht, Stamm, Abkunft, Familie, Gattung’, mnd. geslechte, mnl. gheslachte, gheslechte, nl. geslacht steht als Kollektivum neben gleichbed. ahd. slaht n., slahta f., slehti n., mhd. slaht(e) f., slehte n. Beide Abstraktbildungen gehören zu dem unter ↗schlagen (s. d.) behandelten Verb (mit grammatischem Wechsel von g und h) in seiner Bedeutung ‘sich in einer bestimmten Richtung entwickeln, nach jmdm. geraten, jmds. Art haben, nacharten’; vgl. nach jmdm. schlagen ‘geraten’ (bereits ahd.), aus dem Geschlecht, aus der Art schlagen (16. Jh.). Geschlecht bezeichnet die blutsverwandte (vornehme) Familie, Nachkommenschaft, die (vornehme) Abstammung, das Volk, die Menschheit (entsprechend lat. genus); dann (im Spätmhd.) auch das natürliche (männliche oder weibliche) Geschlecht (entsprechend lat. sexus) und (seit etwa 1400) das grammatische Geschlecht (lat. genus). geschlechtlich Adj. ‘das Geschlecht betreffend, sexuell’ (Anfang 19. Jh.). geschlechtslos Adj. ‘zu keinem Geschlecht gehörend’ (18. Jh.). Geschlechtsteil n. (18. Jh.), Übersetzung von lat. pars genitālis. Geschlechtstrieb m. ‘Fortpflanzungstrieb’ (18. Jh.). Geschlechtswort n. ‘Artikel’ (17. Jh.), Verdeutschung von lat. articulus.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abstinenz Anziehung Apartheid Arbeitsteilung Auslese Ausschweifung Begierde Betätigung Bipolarität Differenzierung Diskriminierung Enthaltsamkeit Erregung Fortpflanzung Hingabe Identität Präferenz Regung Reif Reifung Trieb Veranlagung Vermehrung Vermischung Zeugung Zucht Zuchtwahl fortpflanzen rassisch ungeschlechtlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›geschlechtlich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie können sehr wohl Täter sein, unabhängig von der geschlechtlichen Orientierung.
Der Tagesspiegel, 02.06.2000
Dennoch war das Land in geschlechtlichen Dingen weitaus freizügiger als gemeinhin bekannt.
Die Zeit, 19.03.1998, Nr. 13
Er gibt also den freien geschlechtlichen Verkehr auf alle Fälle zu.
Meisel-Hess, Grete: Die sexuelle Krise. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1909], S. 8652
Die Hauptvoraussetzungen für männliche Unlust nach geschlechtlicher Tätigkeit liegen bei den Männern.
Pilgrim, Volker Elis: Manifest für den freien Mann - Teil 1, Reinbek b. Hamburg: Rowohlt 1983 [1977], S. 24
In der Zeit der geschlechtlichen Entwicklung haben die sexuellen Triebe eine enorme Kraft.
Mönkemöller, O.: Kriminalität. In: Grotjahn, Alfred u. Kaup, J. (Hgg.) Handwörterbuch der sozialen Hygiene, Leipzig: Vogel 1912, S. 1049
Zitationshilfe
„geschlechtlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/geschlechtlich>, abgerufen am 16.10.2019.

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