geringfügig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungge-ring-fü-gig
formal verwandt mitgering
Wortbildung mit ›geringfügig‹ als Erstglied: ↗Geringfügigkeit
eWDG, 1967

Bedeutung

klein, unbedeutend, nicht der Rede wert
Beispiele:
ein geringfügiger Unterschied
eine geringfügige Änderung
um eine geringfügige Kleinigkeit von etw. abweichen
aus geringfügigem Anlass
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gering · geringfügig · Geringfügigkeit · geringschätzig · Geringschätzung · geringschätzen
gering Adj. ‘klein, unbedeutend, niedrig, minderwertig, wenig geachtet’, ahd. ringi Adj. ‘leicht’, giringo Adv. ‘auf leicht faßliche Weise’ (9. Jh.; vgl. ahd. ungiringi Adj. ‘gewichtig, inhaltsschwer’, 9. Jh.), mhd. ring(e), geringe ‘leicht, schnell bereit, behende, klein, wenig, unbedeutend’ (die unpräfigierte Form hält sich noch bis ins 17. Jh.), mnd. (ge)ringe Adj. Adv. ‘leicht, klein, wenig, unbedeutend, wertlos’ (adverbiell auch ‘behende, schnell, sofort’), mnl. gheringhe Adj. Adv. ‘leicht, schnell, rasch’, nl. gering Adj. ‘gering, niedrig, unbedeutend’, afries. ring Adv. ‘schnell, schleunig’. Für die nur dem Kontinentalwestgerm. angehörende Bildung *rengja- (schwed. ringa, dän. ringe ‘gering, geringfügig, wenig’ sind aus dem Mnd. entlehnt) fehlt eine sichere etymologische Herleitung. Da als älteste Bedeutungen ‘leicht an Gewicht’ und ‘behende, schnell’ bezeugt sind, während sich die modernen Verwendungen erst seit dem Hochmittelalter entwickeln, wird Verwandtschaft mit griech. rhímpha (ῥίμφα) ‘leicht, geschwind, schnell’, rhimphaléos (ῥιμφαλέος) ‘schnell, geschwind’ vermutet. Ein Zusammenhang mit ↗wringen (s. d.) ist unwahrscheinlich; vgl. de Vries Nl. 198 und Walde/Pokorny 2, 373. geringfügig Adj. ‘klein, unbedeutend’ (Ende 16. Jh.), weitergebildet vom gleichbed. Adjektiv frühnhd. geringfüge (16. Jh.), dessen zweites Glied auf mhd. vüege ‘angemessen, passend’ zurückgeht (s. ↗fügen); dazu Geringfügigkeit f. ‘Kleinheit, Unbedeutendheit’ (17. Jh.), dann auch (häufig im Plur.) ‘Kleinigkeit, unbedeutende Sache’ (18. Jh.). geringschätzig Adj. ‘verächtlich’ (Anfang 16. Jh.), zuvor bereits ‘wenig geschätzt, unbedeutend, von geringem Wert’ (15. bis 18. Jh.), Geringschätzung f. ‘Verachtung’ (Ende 15. Jh.), beide im Anschluß an die Fügung frühnhd. (ge)ring schätzen, die in jüngerer Zeit meist als Zusammenrückung geringschätzen Vb. ‘wenig schätzen’ erscheint (so schon ringschetzen, 15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
geringfügig · nicht ins Gewicht fallend · ↗schwach · ↗unerheblich
Synonymgruppe
dezent · geringfügig · ↗leicht

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abweichung Abänderung Anlaß Arbeitsverhältnis Beeinträchtigung Beschäftigung Beschäftigungsverhältnis Delikt Gesundheitsstörung Korrektur Modifikation Nebenbeschäftigung Rückgang Variation Verbesserunge Vergehen Verschiebung Verspätung Veränderung abweichen allenfalls beschäftigt entlohnt modifiziert nur unterscheiden vergleichsweise verhältnismäßig Änderung Überschreitung

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›geringfügig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die milden Temperaturen schwanken das ganze Jahr über nur geringfügig.
Bild, 08.09.2000
Rund vier Millionen Menschen, in der Mehrzahl Frauen, arbeiten für monatlich 610 Mark oder weniger in "geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen“.
o. A. [bov]: 610-Mark-Jobs. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1997]
Kinder werden schon durch geringfügige Veränderungen in ihrer Umgebung beunruhigt und durcheinander gebracht.
Schmidt-Rogge, Carl H.: Dein Kind ? Dein Partner, München: List 1973 [1969], S. 280
Aber muss man diese scheinbar geringfügige Korrektur überhaupt ernst nehmen?
Der Tagesspiegel, 24.10.2000
Die geringfügige Manipulation betrifft derzeit allerdings nur Texte in englischer Sprache.
Süddeutsche Zeitung, 13.03.1996
Zitationshilfe
„geringfügig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/geringfügig>, abgerufen am 17.08.2019.

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