geräuschlos

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungge-räusch-los
WortzerlegungGeräusch1-los
Wortbildung mit ›geräuschlos‹ als Erstglied: ↗Geräuschlosigkeit
eWDG, 1967

Bedeutung

ohne Geräusch
Beispiele:
geräuschlos eintreten
sich geräuschlos nähern, zurückziehen
das Auto fuhr fast geräuschlos durch den Schnee [BöllWaage13]
bildlich ohne Aufsehen
Beispiel:
Er, der Arbeiter Hans ... wird sich jetzt geräuschlos aus der Feuerlinie drücken [F. WolfGrenze5,288]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Geräusch1 · geräuschlos · geräuschvoll · Geräusch2
Geräusch1 n. ‘aus Tönen wechselnder Höhe, Stärke und Klangfarbe zusammengesetzter Schall’, mhd. geriusche, (md.) gerūsche, frühnhd. Geräusch(e), Gerausch ‘Lärm, Getöse’, mnd. gerūsche, nl. geruis ‘Rauschen’. Das zu dem bei ↗rauschen (s. d.) dargestellten westgerm. Verb gebildete, im Hd. aber seine Bedeutung erweiternde Substantiv wird nhd. in der umgelauteten Form Geräusch(e) üblich, wobei das schon im Frühnhd. häufig fehlende Suffix -e im 18. Jh. völlig schwindet. Dagegen ist umlautloses Gerausche seit dem 17. Jh. als unmittelbar zum Verb rauschen gehörende Vorgangsbezeichnung in Gebrauch. Zu Geräusch stellen sich die Adjektive geräuschlos ‘still, lautlos’ und geräuschvoll ‘laut’ (beide 18. Jh.). Etymologisch hiervon zu trennen ist das in der Jägersprache vorkommende Geräusch2 n. (ohne Plur.) ‘Herz, Lunge, Nieren und Leber des Schalenwildes’ (älter überhaupt ‘Eingeweide’, 16. Jh.), das wie frühnhd. ingereusch (15. Jh.), mnd. rūsch, nd. Rüsch ‘Eingeweide’ wohl an die Wurzel ie. *reu-, *reu̯ə- ‘aufreißen, aufwühlen, ausreißen’ (s. auch ↗Raub, ↗raufen, ↗Riemen, ↗roden) angeschlossen werden kann; vgl. Kaspers in: PBB (H) 80 (1958) 174 ff.

Thesaurus

Synonymgruppe
geräuschlos · ↗lautlos · ↗unhörbar
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abgang Abwicklung Effizienz Erledigung Funktionieren Klimaanlage abgasfrei ablaufen abwickeln agierend arbeitend beilegen beinahe diskret effektiv effizient einigermaßen fast gleiten möglichst nahezu pragmatisch unauffällig unberechenbar unsichtbar vergleichsweise verlaufen vollziehen ziemlich zügig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›geräuschlos‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Als der Kurs dann abbröckelte, mussten diejenigen, die den Euro wieder loswerden wollten, dies möglichst geräuschlos tun.
Der Tagesspiegel, 18.06.2000
In seiner geräuschlosen Art schafft er es immer wieder, aus wenig viel zu machen.
Bild, 16.05.1998
Wenn man im Hotel als Gast gern gesehen sein will, verhalte man sich möglichst geräuschlos.
Volkland, Alfred: Überall gern gesehen. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1941], S. 25680
Er arbeitet zuverlässig, wirtschaftlich, geräuschlos und läßt sich billig herstellen.
Rhein, Eduard: Du und die Elektrizität, Berlin: Ullstein 1956 [1940], S. 210
Sie drückte ihr noch einmal die Hand und ging dann geräuschlos aus dem Zimmer.
Duncker, Dora: Großstadt. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1900], S. 15433
Zitationshilfe
„geräuschlos“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/geräuschlos>, abgerufen am 13.11.2019.

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