geometrisch

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennunggeo-me-trisch · geo-met-risch
HerkunftGriechisch
Wortzerlegunggeo-metrisch
eWDG, 1967

Bedeutung

auf den Gesetzen der Geometrie beruhend, durch Begriffe der Geometrie darstellbar
Beispiele:
Mathematik der geometrische Ort
Mathematik die geometrische Reihe
Mathematik das geometrische Mittel
die Stoffe der neuen Saison zeigen klare geometrische Muster
die Linienornamentik der antiken griechischen Vasen bezeichnet man als geometrischen Stil
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Geometrie · Geometer · geometrisch
Geometrie f. ‘Lehre von den ebenen und räumlichen Gebilden’ (als Teilgebiet der Mathematik), mhd. gēometrīe, jēometrī. Das zu griech. geōmétrēs ‘Land-, Feldmesser’ (s. unten) gebildete griech. geōmetría (γεωμετρία) ‘Land-, Feldmeßkunst’ gelangt über lat. geōmetria, afrz. geometrie (vor allem eine der Sieben Freien Künste) im 12. Jh. ins Mhd. Auch weiterhin bezeichnet Geometrie im Dt. (mit den frühnhd. Varianten Geometri, Geometrey, neben denen zunächst lat. flektierte Formen gebräuchlich bleiben) in der Regel die wissenschaftliche Disziplin, kaum noch das praktische Vermessungswesen. Die ursprüngliche Bedeutung bewahrt dagegen Geometer m. ‘Vermessungsfachmann, Landmesser’, mhd. Gēometras, Jēometras (als Eigenname aufgefaßt), auch gēometer (Thomasin von Zerclaere), frühnhd. Geometer (Anfang 16. Jh., daneben lat. Flexion bis ins 17. Jh.), eine Entlehnung von lat. geōmetrēs (spätlat. außerdem geōmetra, geōmeter) ‘Feldmesser, Mathematiker’, griech. geōmétrēs (γεωμέτρης) ‘Land-, Feldmesser’, das mit der Kompositionsform griech. geō- (γεω-) ‘Erd-, Land-’ (s. ↗geo-) zu griech. metré͞in (μετρεῖν) ‘messen’, einer Ableitung von griech. métron (μέτρον) ‘Maß’ (s. ↗Meter), gebildet ist. geometrisch Adj. ‘auf den Gesetzen der Geometrie beruhend’ (16. Jh.), griech. geōmetrikós (γεωμετρικός), lat. geōmetricus ‘zur Feldmeßkunst gehörig, geometrisch’.

Thesaurus

Synonymgruppe
die Lage betreffend · geometrisch · lagemäßig · ↗positionell · ↗örtlich
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abstraktion Axiom Dekor Farbfläche Figur Figuration Form Gebilde Grundfigur Grundform Grundmuster Heimatroman Komposition Konstruktion Lehrsatz Muster Optik Ornament Ornamentik Progression Raster Strenge Verzeichnung Verzerrung angeordnet arithmetisch ausgezirkelt floral mathematisch streng

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›geometrisch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er selbst habe seine geometrische Kunst als Manifestation gegen das faschistische Regime verstanden, sagt der Maler.
Die Zeit, 04.02.1974, Nr. 05
Der geometrische Stil hat seinen Namen von der einfachen Ornamentik, mit der die Vasen dieses Stils geschmückt sind.
Morgner, Irmtraud: Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura, Berlin: Aufbau-Verl. 1974, S. 210
Ich öffne das alte, abgegriffene Lehrbuch und - o Schrecken! es fehlen zwei Tabellen mit sämtlichen geometrischen Figuren, auf die sich der Text bezog.
Goldmark, Karl: Erinnerungen aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1922], S. 29074
Die Kids mußten Puzzles zusammensetzen und geometrische Teile in eine bestimmte Reihenfolge bringen.
Bild, 16.03.1999
Symbole, Runen, Uniformen, Standarten, Aufmarschpläne für geometrisch geordnete Menschenmassen, die das Aufgehen im Großen und Ganzen vorexerzierten, waren vorrangige künstlerische Anliegen der Nazis.
konkret, 1995
Die flächigen, schwarz konturierten Malereien sind in geometrisch abgezirkelte Felder aufgeteilt und verschiedenfarbig ausgemalt.
o. A.: Lexikon der Kunst - G. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1991], S. 16188
In die Mannigfaltigkeit der Formen läßt sich durch Einführung markanter geometrischer Eigenschaften eine gewisse Ordnung bringen.
Eck, Bruno: Technische Strömungslehre, Berlin: Springer 1941, S. 181
Konkrete Objekte werden leichter und sicherer gruppiert als geometrische Formen.
Foppa, Klaus: Lernen, Gedächtnis, Verhalten, Köln u. a.: Kiepenheuer & Witsch 1965, S. 209
Das Fell der Kuh ist so groß wie ihre geometrische Oberfläche.
o. A.: "Nehmen wir an, die Kuh ist eine Kugel...". In: Bild der Wissenschaft auf CD-ROM, Stuttgart: Dt. Verl.-Anst. 1997 [1996]
Zitationshilfe
„geometrisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/geometrisch>, abgerufen am 15.10.2019.

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