genieren

GrammatikVerb · genierte, hat geniert
Aussprache
Worttrennungge-nie-ren (computergeneriert)
HerkunftFranzösisch
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
sich genierensich gehemmt, unsicher fühlen, schämen
Beispiele:
ich geniere mich, das zu tun
wir brauchen uns voreinander nicht zu genieren
er genierte sich vor den anderen, ein Bekenntnis abzulegen
sich ein bisschen, gar nicht, sehr genieren
Das wären ja keine Dinge gewesen, derentwegen er sich vor Ihnen geniert hätte [Bergengr.Rittmeisterin298]
Anselms Mutter genierte sich für ihn [M. WalserHalbzeit363]
2.
veraltend jmdn. belästigen, stören, in Verlegenheit bringen
Beispiele:
jmd., etw. geniert mich (nicht)
das braucht dich nicht zu genieren
er fühlt sich geniert
Verlegen drehte er den Kopf zur Seite, ihr Blick genierte ihn [ViebigDie vor d. Toren31]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

genieren · genant · ungeniert
genieren Vb. ‘stören, belästigen’, meist reflexiv ‘sich unsicher fühlen, gehemmt sein, sich schämen’, Entlehnung (18. Jh.) aus gleichbed. frz. (se) gêner, einer Bildung zu frz. gêne ‘Zwang, Beklemmung, Verlegenheit’, afrz. gehine ‘das durch Folter erlangte Geständnis, Folter’, das von afrz. gehir, jehir ‘gestehen, bekennen’ abgeleitet ist. Voraus geht wahrscheinlich anfrk. *jahhjan, *jehhjan, ein Intensivum zu dem in ahd. jehan (8. Jh.), asächs. gehan ‘sagen, gestehen, bekennen’ erhaltenen Verb (s. ↗Beichte). genant Adj. ‘peinlich, lästig’ (19. Jh.) nach gleichbed. frz. gênant, dem Part. Präs. zu frz. gêner. ungeniert Part.adj. ‘ungezwungen, ungehemmt’ (18. Jh.), zu heute seltenem geniert ‘gezwungen, verlegen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) genieren · (sich) in Grund und Boden schämen (Verstärkung) · ↗erröten · rot werden  ●  ↗(sich) schämen  Hauptform
Unterbegriffe
  • (sehr) peinlich finden · (sich) fremdschämen · (sich) für jemand anderen schämen
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Gazette Leut Presse als beinahe da dafür dennoch du eher eigentlich fast gar geradezu ich ihr keineswegs mehr nicht offenbar vielleicht wahrscheinlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›genieren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie genierten sich alle, so hörig zu sein, wie sie waren.
Müller,Herta: Der König verneigt sich und tötet, München: Carl Hanser Verlag 2003, S. 111
Aber die Banken müssen sich nicht genieren, denn sie handeln ja für einen guten Zweck.
Der Tagesspiegel, 09.04.2001
Wir genierten uns plötzlich, so dörflich zu sein, so dörflich zu reden, zu denken, zu riechen.
Die Zeit, 06.05.1966, Nr. 19
Mein Sohn begann allmählich, sich für mich wegen meiner Sprechweise zu genieren.
Rösler, Jo Hanns: Wohin sind all die Jahre..., München: Goldmann 1984 [1964], S. 17
In letzter Zeit hatte ich wieder angefangen, eben damals, mich vor ihr zu genieren.
Gaiser, Gerd: Schlußball, München: Hanser 1958 [1958], S. 212
Zitationshilfe
„genieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/genieren>, abgerufen am 22.07.2019.

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