genüsslich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungge-nüss-lich (computergeneriert)
Ungültige Schreibunggenüßlich
Rechtschreibregeln§ 2
eWDG, 1967

Bedeutung

genießerisch, mit Genuss
Beispiele:
er ließ das Gebäck genüsslich auf der Zunge zergehen
Seine kleinen, genüßlichen Äuglein spazierten stillvergnügt über die rosig angehauchten fetten Rücken seiner Schweine [G. Hauptm.4,10]
Reineboth nahm genüßlich einen Schluck [ApitzNackt201]
Mein Tier mahlte genüßlich sein Morgenfutter [HagelstangeSpielball107]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Genuß · genüßlich · Genußmittel · Genußsucht · genußsüchtig
Genuß m. ‘was Freude, Wohlbehagen, tiefe Befriedigung bereitet’, enger (nur im Sing., den Vorgang bezeichnend) ‘Nahrungsaufnahme’ Das vom Verb ↗genießen (s. d.) abgeleitete Abstraktum mhd. genuʒ (13. Jh.?, Hs. aber 15. Jh., vgl. außerdem mnd. genüt, genütte ‘Nutzung, Vorteil’, spätmnl. ghenot ‘Ertrag, Vorteil, Gewinn’), tritt seit Anfang des 17. Jhs. an die Stelle des älteren Deverbativums mhd. genieʒ, nhd. Genieß (dieses ist im 18. Jh. noch lebendig, daneben um 1700 Genüß, wohl durch Vermischung beider Lautungen), zunächst in dessen Bedeutung ‘Nutznießung, Nutzen, Gewinn’, die die Wendung in den Genuß einer Sache kommen ‘Gelegenheit bekommen, über eine Sache zum eigenen Vorteil, Nutzen zu verfügen’ bis heute bewahrt. Der moderne Gebrauch setzt im 18. Jh. ein. genüßlich Adj. ‘einen Genuß bewußt auskostend, genießerisch’, seltener (nur attributiv) ‘Genuß gewährend, behaglich’, neben semantisch abweichendem genießlich ‘vorteilhaft, genießbar, gewinnsüchtig’ (16. bis 20. Jh.) seit dem 17. Jh. vereinzelt bezeugt, auch noch Anfang des 20. Jhs. kaum geläufig. Genußmittel n. ‘wegen seiner anregenden Wirkung oder bestimmter geschmacklicher Eigenschaften geschätztes Produkt’ (Anfang 19. Jh.); vorher in gleichem Sinne Genießmittel (18. Jh.), auch Genosmittel (Schottel 1663). Genußsucht f. ‘übersteigertes Streben nach Genüssen’, dazu genußsüchtig Adj. beide als Neubildungen bei Campe (1808) verzeichnet; älter ist genießsüchtig ‘eigennützig, gewinnsüchtig’ (16. Jh., von Genieß, s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
genüsslich · ↗selbstgefällig · ↗spöttisch · ↗süffisant
Assoziationen
Synonymgruppe
genießerisch · ↗genussreich · ↗genussvoll · genüsslich · ↗lustvoll · ↗sinnenfreudig · ↗sinnlich  ●  ↗hedonistisch  geh. · ↗lustbetont  geh., ironisierend
Assoziationen
  • (in dieser Beziehung) kein Kind von Traurigkeit · alles mitnehmen · nicht verschmähen · nicht von der Bettkante stoßen · nichts anbrennen lassen  ●  die Blümlein am Wegesrand pflücken  fig. · kein Kostverächter  fig.
  • Genießer · ↗Genussmensch · ↗Hedonist · ↗Lebenskünstler  ●  ↗Epikureer  geh.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Auskosten Schmatzen ausgebreitet ausgekostet auskosten ausmalen ausschlachten auswalzen kauen knabbern lecken löffeln mampfen nippen nuckeln paffen reiben rekeln räkeln schlecken schlürfen sezieren verspeisen vorrechnen zelebrieren zelebriert zergehen zerpflücken zitieren zurücklehnen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›genüsslich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dort hinein lässt sich Lulu genüsslich fallen, aber dort hinein flüchten sich die Frauen auch vor den Männern.
Die Zeit, 12.12.2010 (online)
Oder kommt das genüßliche Plätschern in so vielen Filmen von dort aus purer Lust am melodramatischen Überschwang?
Der Tagesspiegel, 02.12.1998
Ohne mich aus den Augen zu lassen, kaute er langsam und genüßlich.
Franck, Julia: Lagerfeuer, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2003, S. 230
Genüßlich ließ sie ihr Sekret direkt in mein Gesicht tropfen.
Moers, Walter: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 265
Die Regierung verfolgt genüßlich den außenpolitischen Streit in der Opposition.
Der Spiegel, 06.09.1993
Zitationshilfe
„genüsslich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/genüsslich>, abgerufen am 22.10.2019.

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