geizen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennunggei-zen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›geizen‹ als Letztglied: ↗abgeizen · ↗ausgeizen  ·  mit ›geizen‹ als Grundform: ↗entgeizen
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
mit etw. geizenmit etw. übertrieben sparsam sein
Beispiele:
mit jedem Cent, jedem Tropfen Wasser, jeder Minute geizen
das Publikum geizte nicht mit Beifall
mit Mitleid, Lob soll man nicht geizen
sie geizte nicht mit ihren Reizen (= ließ sie sehen)
Offensichtlich fehlte ihm der Schnaps, mit dem der Kommandant geizte [ApitzNackt354]
2.
veraltend nach etw. geizennach etw. heftig verlangen
Beispiele:
nach Ruhm, Reichtum geizen
sie geizte nicht nach Einfluss, Macht
Es wurde Zeit, nach öffentlicher Ehre zu geizen, anstatt nach Geld [H. MannZeitalter281]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Geiz · geizen · Geiztrieb · geizig · Geizhals · Geizkragen · ehrgeizig · Ehrgeiz
Geiz m. ‘übertriebene Sparsamkeit, Habsucht, Knauserei’, mhd. gīz (Hs. geitz, 14. Jh.) ist wohl (wie auch zu erschließendes gīze, Ende 13. Jh.) rückgebildet aus mhd. gītsen ‘gierig, habgierig sein’, das selbst eine Weiterbildung von gleichbed. mhd. gīten darstellt (vgl. auch aengl. gītsian ‘verlangen, begehren’). Zugrunde liegt das Substantiv ahd. (9. Jh.), mhd. gīt ‘Habsucht, Gier’. Mhd. gītsen führt zu nhd. geizen Vb. ‘übertrieben sparsam sein, knausern’, älter auch ‘heftig verlangen, streben nach’. Außergerm. sind lit. geĩsti ‘wünschen, begehren, verlangen’, gaĩdas ‘heftiges Verlangen, leidenschaftliche Begierde, Gier’, aslaw. žьdati, russ. ždat’ (ждать) ‘warten, erwarten’ vergleichbar, so daß ie. *gheidh- ‘begehren, gierig sein’ erschlossen werden kann. Die heutige Bedeutung, aus ‘Gier nach Reichtum’ entstanden, setzt sich im 18. Jh. durch. Das in älterer Zeit fachsprachlich im Gartenbau übliche Geiz ‘Nebenschößling’ (Anfang 18. Jh.), dafür heute Geiztrieb m. (19. Jh.), geht von der Vorstellung aus, daß dieser den Pflanzen gierig den Saft aussauge. geizig Adj. ‘übertrieben sparsam, knauserig’, älter ‘begierig verlangend’, spätmhd. gīzig; voraus gehen bzw. daneben stehen (abgeleitet von ahd. mhd. gīt, s. oben) ahd. gītag (9. Jh.), mhd. gītec, gītic, frühnhd. geitig ‘gierig, habgierig’. Geizhals m. ‘übertrieben sparsamer Mensch, Knauserer’, eigentlich ‘gieriger Rachen’ (Ende 15. Jh.); entsprechend Geizkragen m. (Mitte 19. Jh.), zu ↗Kragen (s. d.) in seiner frühen Bedeutung ‘Hals’. ehrgeizig Adj. (um 1500); vgl. mhd. ēr(en)gītec. Daraus rückgebildet Ehrgeiz m. ‘Streben nach Ehren, übersteigerter Eifer, sich auszuzeichnen’ (1. Hälfte 16. Jh.); vgl. mhd. ērgītecheit.

Thesaurus

Synonymgruppe
(den) Rotstift ansetzen · ↗(jemanden) knapphalten · auf die Kostenbremse treten · ↗einsparen · geizen (mit) · ↗knausern (mit) · mit wenig Geld auskommen · ↗sparen · sparsam leben · sparsam umgehen mit  ●  sparsam sein  Hauptform · auf seinem Geld sitzen  ugs., fig. · ↗knapsen  ugs.
Unterbegriffe
  • am falschen Ende sparen · da sparen, wo es am Ende keinen Vorteil bringt · da sparen, wo es wenig Sinn macht
Assoziationen
Antonyme
  • geizen (mit)

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anmerkung Anspielung Applaus Auskunft Beifall Bemerkung Effekten Einfall Entwickler Erläuterung Geschenk Gramm Kompliment Lob Metapher Pathos Ratschlag Reiz Schotte Schwabe Speicherplatz Superlativ Tip Trinkgeld Versprechung Vorschußlorbeeren ansonsten keineswegs leider nicht

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›geizen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die italienische Presse geizt da nicht so mit der Kritik.
Die Zeit, 10.04.2007 (online)
Vor allen Dingen geizen die Autoren nicht mit erklärendem Text.
C't, 2000, Nr. 18
Da sie zudem nichts kostet, wäre es falsch, mit ihr zu geizen.
Graudenz, Karlheinz u. Pappritz, Erica: Etikette neu, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1967 [1956], S. 223
Die Besonderheit dieses abtretenden Jahres war es, mit dem Licht zu geizen.
Bachmann, Ingeborg: Das dreißigste Jahr, München: R. Piper & Co. Verlag 1961, S. 27
Im Grunde geizte ich nach jeder freien Stunde, in der ich mir angehören konnte.
Diederichs, Eugen: Aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1927], S. 23320
Zitationshilfe
„geizen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/geizen>, abgerufen am 18.10.2019.

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