geilen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennunggei-len (computergeneriert)
Wortbildung mit ›geilen‹ als Letztglied: ↗angeilen · ↗aufgeilen · ↗emporgeilen · ↗umgeilen
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
abwertend nach Geschlechtsgenuss gieren
Beispiel:
Sie regiert mit wilder Hand. / Ein Schwächling, geilt der Gatte neben ihr [G. Hauptm.Agamemnon407]
2.
üppig wuchern
Beispiel:
an den Bächen geilten mannshoch die weißblühenden, schierlingartigen Pflanzen [HesseUnterm Rad1,402]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

geil · geilen · aufgeilen · Geilheit
geil Adj. ‘lüstern, geschlechtlich erregt’, in heutiger Jugendsprache ‘schön, großartig, toll’, ahd. geil ‘übermütig, überheblich, erhoben’ (8. Jh.), mhd. mnd. geil(e) ‘von wilder Kraft, mutwillig, üppig, lustig, begierig’, asächs. gēl ‘fröhlich, übermütig’, mnl. gheil, gheel ‘fröhlich, üppig, lüstern’, nl. geil ‘wollüstig’, aengl. gāl ‘lustig, lüstern, stolz’ (germ. *gaila- ‘fröhlich, lüstern’) und (mit Suffix erweitert) anord. geiligr ‘schön’ gehören vielleicht wie ablautendes mnl. ghīlen, nl. (älter) gijlen ‘gären, schäumen’, anord. gilker ‘Gärbottich’ mit lit. gailùs ‘scharf, beißend, bitter, kläglich’ und aslaw. ẓělo, russ. zeló (зело) ‘sehr’ zu ie. *ghoilos ‘aufschäumend, heftig, übermütig, ausgelassen, lustig’. Der alte Sinn ‘übermütig, froh’ ist noch im 19. Jh. bezeugt; die heute vorherrschende Bedeutung entwickelt sich im Gegensatz zu ↗keusch (s. d.) deutlich seit dem 15. Jh.; vgl. ahd. geilī(n) ‘Hochmut, Überheblichkeit’ (8. Jh.), vereinzelt auch ‘Begierde, Fleischeslust’ (11. Jh.), mhd. geil(e) ‘Üppigkeit, Fröhlichkeit’, auch ‘Hoden’. geil ‘fruchtbar, üppig wachsend, wuchernd’ von Tieren und Pflanzen (15. Jh.) ist vom 19. Jh. an selten. Vom Adjektiv abgeleitet geilen Vb. ‘geil sein, nach etw. gierig sein’ (seit dem 16. Jh. geläufig), daneben jedoch in der alten Bedeutung ‘lustig, übermütig sein’ (gelegentlich bis ins 18. Jh.), entsprechend ahd. geilēn ‘stark, übermütig werden’ (8. Jh.), mhd. geilen ‘übermütig, ausgelassen sein, froh werden’, auch ‘froh machen’, vgl. got. gailjan ‘erfreuen’. aufgeilen Vb. reflexiv ‘sich sexuell erregen’ (20. Jh.). Geilheit f. ‘Zustand sexueller Erregung’, mhd. geilheit ‘Übermut, fröhliche Tapferkeit’.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arsch Bock Bunny Foxtrott Gefühl Geiz Glotze Gockel Karre Kick Klamotten Location Luder Meile Mucke Party Sau Schlampe Sound Titte Trieb Tussi WM-Ticket Weib altersgeil cool geldgierig gierig marktbestimmt super

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›geilen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich finde es auch nicht geil, was umsonst zu kriegen.
Bild, 29.05.2004
Aber ich war auch geil auf sie wie mit dreiundzwanzig.
Goosen, Frank: Liegen lernen, Frankfurt am Main: Eichborn AG 2000, S. 212
Jetzt sind die Stones einfach mal die geilste Band der Welt, denn jetzt klingen sie so, wie ich sie mir immer gewünscht habe.
Der Tagesspiegel, 27.08.1998
Alle seine Sinne krochen ihr nach, gierig, geil, giftig gefüllt mit eklen Lüsten.
Ewers, Hanns Heinz: Alraune, München: Herbig 1973 [1911], S. 233
Wenn Sie so geil auf eine Uniform sind, ziehen Sie doch selbst eine an!
Rothmann, Ralf: Stier, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1991 [1991], S. 207
Zitationshilfe
„geilen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/geilen>, abgerufen am 19.08.2019.

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