gebärden

GrammatikVerb · reflexivgebärdete sich, hat sich gebärdet
Aussprache
Worttrennungge-bär-den (computergeneriert)
eWDG, 1967

Bedeutung

sich außergewöhnlich benehmen, verhalten
Beispiele:
sich leidenschaftlich, wild, wie toll gebärden
sich wie ein Rasender, Verrückter, wie verrückt gebärden
sich aristokratisch gebärden
Doch als die Rechnungen einliefen ... gebärdete er sich wie ein Verzweifelter [KolbSchaukel147]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gebärde · gebärden · gebärdig · Ungebärde · ungebärdig
Gebärde, f. bis ins 19. Jh. meist Geberde, ‘eine Empfindung, einen Willen, einen inneren Vorgang ausdrückende Bewegung mit Hilfe der Hände, des Gesichts oder des ganzen Körpers, Geste’, ahd. gibārida (8. Jh.), mhd. gebærde ‘Verhalten, Benehmen, Wesen’, asächs. gibāriða, mnd. gebērde, mnl. ghebaerde, ghebeerde gehören als Verbalabstrakta zu ahd. gibāren (8. Jh.), mhd. gebæren ‘sich betragen, verhalten’, asächs. gibārian, mnd. gebēren, aengl. gebæran; dazu vgl. noch ahd. gibārī f. ‘Verhalten’ (11. Jh.), mhd. gebære ‘Verhalten, Aussehen, Wesen’, ahd. gibāri Adj. ‘sich verhaltend, geartet’ (9. Jh.), mhd. gebære ‘angemessen, schicklich, gebührend’. Zur weiteren Verwandtschaft s. ↗gebaren und ↗gebären. Vom Substantiv abgeleitet gebärden Vb. reflexiv ‘sich außergewöhnlich benehmen, verhalten, aufführen’ (2. Hälfte 15. Jh.). gebärdig Adj. ‘sittsam, freundlich’ (16. Jh.). Ungebärde f. ‘übles, unziemliches Benehmen’, mhd. ungebærde. ungebärdig Adj. ‘widersetzlich, störrisch, wild’ (15. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aufklärer Diva Gralshüter Monarch Sachwalter Schutzmacht Verfechter Vorkämpfer Wilde aggressiv arrogant aufgeregt autoritär exzentrisch gegenüber hysterisch kriegerisch nationalistisch närrisch pathetisch progressiv päpstlich radikal reaktionär selbstherrlich theatralisch ungestüm widerspenstig wild übermütig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›gebärden‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch er gebärdet sich wie ein Kind, das nicht gehorchen will.
Der Tagesspiegel, 20.07.1998
Für einen Mann seiner Position gebärdet er sich wenig machtbewußt.
Süddeutsche Zeitung, 12.12.1996
Aber äußerlich schienen sich die Kommunisten wie gute Demokraten zu gebärden.
Seton-Watson, Hugh: Rußland und Osteuropa. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 19480
Die Dame, die jetzt erst begriff, daß sie über Bord sollte, gebärdete sich wie irrsinnig.
Hausmann, Manfred: Abel mit der Mundharmonika. In: ders., Gesammelte Werke, Berlin: Fischer 1983 [1932], S. 59
Alles ist ausgelassen lustig, einige gebärden sich gar fast närrisch vor Freude darüber, daß sie ihre drei Jahre nun abgerissen haben.
Rehbein, Franz: Das Leben eines Landarbeiters. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 44870
Zitationshilfe
„gebärden“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/gebärden>, abgerufen am 14.10.2019.

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