gönnen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennunggön-nen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›gönnen‹ als Letztglied: ↗missgönnen · ↗vergönnen
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
jmdm. etw. wohlwollend, neidlos zugestehen, ohne Missvergnügen den Vorteil eines anderen mit ansehen
Beispiele:
ich gönne ihr das Vergnügen, die Erholung, Reise, Freude, das Glück
dieser Erfolg ist ihr wirklich zu gönnen
umgangssprachlich dem anderen das Brot nicht gönnen
salopp sie gönnt ihr nicht die Luft, nicht das Schwarze unterm Nagel (= ist stets neidisch auf sie)
Niemand gönnte diese beiden Menschen einander [HesseNarziß5,41]
2.
jmdm., sich etw. zukommen lassen, leisten
Beispiele:
gönne dir doch ein paar Tage Ruhe!
sie gönnt sich [Dativ] Tag und Nacht keine Pause
er hatte sich [Dativ] ein Fläschchen Wein, einen kurzen Urlaub gegönnt
sie gönnt sich [Dativ] nichts
sie gönnte ihm keinen Blick (= sie beachtete ihn nicht)
sie gönnte ihm kein Wort (= sie sprach nicht mit ihm)
Sich selbst gönnte der Bauer jetzt auch wieder Schlaf und Nahrung [PolenzBüttnerbauer1,169]
Man muß sich auch etwas gönnen [DürrenmattBesuchII]
gönnt mir ein geneigtes Ohr (= hört mich gnädig an) [E. T. A. Hoffm.Serapionsbrüder3,215]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gönnen · Gönner · gönnerhaft · Gönnermiene
gönnen Vb. ‘wohlwollend, neidlos zugestehen, zukommen lassen’. Das seit dem 16. Jh., vereinzelt schon im 14. Jh. auch im Präsens schwach flektierte Verb gehört ursprünglich zu den Präteritopräsentia; ahd. giunnan (9. Jh.), asächs. aengl. giunnan, mhd. gunnen, günnen (auch ‘gewähren, gestatten’, jetzt durch vergönnen repräsentiert), mnd. günnen, mnl. nl. gunnen ‘gönnen’ sind verstärkende Präfixbildungen (ahd. gi-, s. ↗ge-) zu gleichbed. ahd. (9. Jh.), asächs. aengl. unnan, mnl. onnen, anord. unna ‘lieben, gönnen’, schwed. unna ‘gönnen’. Die Herkunft ist nicht sicher geklärt. Wenn tiefstufiges germ. *unn- als Assimilation aus germ. *unz- anzusehen ist und sich mit griech. prosēnḗs (προσηνής) ‘freundlich, gütig’, apēnḗs (ἀπηνής) ‘hart, unfreundlich’ vergleichen läßt (sofern der zweite Wortteil aus *-ανσής), wäre eine Wurzel ie. *ans- ‘wohlgeneigt, günstig sein’ zu erschließen, wozu auch ahd. anst ‘Wohlwollen, Dank, Gnade, Gunst’ (8. Jh.), mhd. anst ‘Wohlwollen’, got. ansts, auch ‘Freude’ (germ. *ansti-). Verbalabstraktum zu gönnen ist ↗Gunst (s. d.). Gönner m. ‘wer jmdn. wohlwollend unterstützt, Wohltäter, Förderer’, mhd. gunner, günner ‘Freund, Anhänger’, Nomen agentis zum Verb. gönnerhaft Adj. ‘herablassend’ (2. Hälfte 18. Jh.), stets in abschätzigem Sinne. Gönnermiene f. ‘selbstgefälliger Gesichtsausdruck’ (Anfang 19. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Atempause Auszeit Bier Erfolg Erholung Erholungspause Glas Glück Herz Kurzurlaub Luxus Muße Pause Rast Ruhe Ruhepause Schluck Spaß Triumph Urlaub Vergnügen Verschnaufpause einmal gern mal man sonst was wenigstens zwischendurch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›gönnen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich habe ihm das von Herzen gegönnt, denn ich mag ihn sehr.
Die Welt, 13.10.2003
Jetzt also sind alle entschlossen, sich diese paar Tage zu gönnen.
Der Tagesspiegel, 23.12.2001
Wirklich, dieser "gute Ton" gönnt einem auch nicht die kleinste Freude!
Oheim, Gertrud: Einmaleins des guten Tons, Gütersloh: Bertelsmann 1957 [1955], S. 304
Ja, der gute Mann hat recht und ich gönne es ihm von Herzen.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 16.01.1940, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Das undankbare Kind gönnt ihrer alten Mutter kein Wort mehr; wie kann ich wissen?
Müller-Jahnke, Clara: Ich bekenne. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1904], S. 9224
Zitationshilfe
„gönnen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/gönnen>, abgerufen am 15.10.2019.

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