fruchtbar

GrammatikAdjektiv
Worttrennungfrucht-bar
Wortzerlegungfruchten-bar
Wortbildung mit ›fruchtbar‹ als Erstglied: ↗Fruchtbarkeit  ·  mit ›fruchtbar‹ als Letztglied: ↗unfruchtbar
eWDG, 1967

Bedeutung

reiche Früchte tragend
Beispiele:
ein fruchtbarer Boden, Acker, ein fruchtbares Feld
das fette Marschland ist sehr fruchtbar
fette, fruchtbare Erde
Biologie reiche Nachkommenschaft erzeugend
Beispiel:
fruchtbare Mäuseweibchen, Kaninchenweibchen
bildlich
Beispiele:
ein fruchtbarer (= produktiver) Autor
unsere Anregungen sind auf fruchtbaren Boden gefallen (= sind günstig aufgenommen worden)
übertragen ertragreich, ersprießlich
Beispiele:
ein fruchtbares Arbeitsfeld, Wirkungsfeld
ein fruchtbares Gespräch, ein fruchtbarer Erfahrungsaustausch
eine fruchtbare Idee, Aussprache, Diskussion
Stunden fruchtbaren Schaffens
eine fruchtbare Lehrtätigkeit entfalten
eine fruchtbare Phantasie haben
fruchtbare Arbeit leisten
ein Werk durch fruchtbare Kritik fördern
dieser Gedanke ist sehr fruchtbar
sie machten ihre Erfahrungen für die Allgemeinheit fruchtbar
ihre Beziehungen zu den Menschen und zum Leben waren fruchtbarer ... geworden [Kellerm.Tunnel117]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Frucht · fruchten · befruchten · Befruchtung · fruchtbar · fruchtig
Frucht f. ‘der Fortpflanzung der eigenen Art dienendes Produkt einer Pflanze’, auch ‘ungeborenes Lebewesen’, übertragen ‘Ertrag’, ahd. fruht (9. Jh.), mhd. vruht, asächs. fruht, mnd. mnl. nl. vrucht beruhen auf einer frühen Entlehnung von gleichbed. lat. frūctus, abgeleitet vom Verb lat. fruī (frūctus sum) ‘genießen, Nutzen ziehen’ (verwandt mit ↗brauchen, s. d.). Das Deminutiv Früchtchen hat die spezielle Bedeutung ‘mißratenes Kind, Taugenichts’ (18. Jh.), älter Früchtlein (16. Jh.); vgl. bereits mhd. vruht für das ungeborene wie das geborene Kind. fruchten Vb. ‘nützen, zu einem Ertrag, einem Ergebnis führen’, mhd. vrühten, vruhten. befruchten Vb. ‘besamen, die (biologische) Voraussetzung zur Fruchtbildung schaffen’, auch ‘mit Früchten versehen’ (16. Jh.), neben befrüchten, älter befruchtigen, befrüchtigen, mhd. bevrühtigen. Befruchtung f. (18. Jh.), älter Befrüchtigung f. (16. Jh.). fruchtbar Adj. ‘fortpflanzungsfähig, ertragreich’, mhd. vruhtbære; vgl. mhd. vruhtbærec, -ic ‘reichlich’ (13. Jh.); s. ↗-bar. fruchtig Adj. ‘würzig, nach Frucht schmeckend’, als Geschmacksprädikat des Weins wohl junge Ableitung vom Substantiv und nicht unmittelbare Fortsetzung von mhd. vrühtec, vrühtic ‘fruchtbringend, nutzbringend, ergiebig’, das noch im 17. Jh. als früchtig bezeugt ist und in Mundarten fortbesteht.

Thesaurus

Biologie, Medizin
Synonymgruppe
fortpflanzungsfähig · fruchtbar · ↗geschlechtsreif · vermehrungsfähig  ●  ↗fertil  fachspr., lat. · ↗pubeszent  fachspr., lat.
Assoziationen
Synonymgruppe
ertragreich · fruchtbar · ↗urbar  ●  ↗gut  ugs.
Assoziationen
Antonyme
Synonymgruppe
dienlich · fruchtbar · ↗förderlich · ↗gewinnbringend · ↗gut · gute Dienste leisten · ↗günstig · ↗hilfreich · ↗lohnend · ↗nutzbringend · ↗nutzwertig · ↗nützlich · ↗opportun · von Nutzen · von Vorteil · ↗vorteilhaft · ↗wertvoll · ↗zuträglich  ●  ↗ersprießlich  geh. · ↗gedeihlich  geh. · ↗sachdienlich  fachspr., Amtsdeutsch, Jargon
Assoziationen
Synonymgruppe
ergiebig · ↗ertragreich · fruchtbar · ↗gewinnbringend · ↗nutzbringend · ↗produktiv
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Acker Ackerboden Ackerland Austausch Boden Dialog Ebene Erde Gedankenaustausch Halbmond Hochebene Hochland Humus Landstrich Lößboden Meinungsaustausch Miteinander Nährboden Oase Periode Schoß Schwemmland Symbiose Tal Wechselwirkung Zusammenarbeit unfruchtbar vielseitig äußerst überaus

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›fruchtbar‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Regen, der sich gegen Ende des Monats einstellt, verkündet dagegen ein fruchtbares Jahr.
Der Tagesspiegel, 29.09.1999
Je mehr die Zahl der Hühner sank, um so weniger fruchtbare Eier legten sie.
Süddeutsche Zeitung, 15.12.1998
Trotz der Verfolgung ist eine große Zahl der Schriften dieses fruchtbaren Autors erhalten geblieben.
Franke, Herbert: Sinologie, Bern: A. Francke 1953, S. 167
Trotz allem hat jedoch die Theorie einige fruchtbare Erkenntnisse geliefert.
Bukofzer, Manfred F.: Blasquinte. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1951], S. 3247
Sie macht nämlich sofort ein unabsehbares Feld für fruchtbare experimentelle Arbeit frei.
Ostwald, Wilhelm: Lebenslinien. Eine Selbstbiographie, 3 Teile. In: Simons, Oliver (Hg.), Deutsche Autobiographien 1690 - 1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1927], S. 39464
Zitationshilfe
„fruchtbar“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/fruchtbar>, abgerufen am 14.10.2019.

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