frisieren

GrammatikVerb · frisierte, hat frisiert
Aussprache
Worttrennungfri-sie-ren
HerkunftFranzösisch
Wortbildung mit ›frisieren‹ als Erstglied: ↗Friseuse · ↗Frisiercreme · ↗Frisiercrème · ↗Frisierkommode · ↗Frisiermantel · ↗Frisiersalon · ↗Frisierstuhl · ↗Frisiertisch · ↗Frisiertoilette · ↗Frisierumhang · ↗Frisöse
 ·  mit ›frisieren‹ als Letztglied: ↗auffrisieren · ↗hochfrisieren · ↗schaufrisieren · ↗umfrisieren · ↗zurechtfrisieren
 ·  formal verwandt mit: ↗unfrisiert
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
jmdm., sich die Haare neu kämmen, legen, stecken
Beispiele:
die Chefin hat mich heute frisiert
sie lässt sich jede Woche frisieren
sich vor dem Spiegel frisieren
sie war immer sorgfältig, schön frisiert
eine flott, elegant frisierte Dame
hübsch, modisch frisierte Haare
übertragen
Beispiele:
umgangssprachlich auf neu frisierte (= hergerichtete) Wagen
Motorsport den Motor frisieren (= seine Leistung durch zweckmäßige handwerkliche Veränderungen im Bau steigern)
2.
umgangssprachlich etw. zur Verschleierung von Mängeln absichtlich verändern, beschönigen
Beispiele:
eine Meldung frisieren
die Statistik ist frisiert
frisierte Rechnungen, Daten
Berichte in frisierter Aufmachung
nach frisierten Angaben
weil nämlich schon die Regimentsstäbe unwillkommene Nachrichten ... frisieren [A. ZweigEinsetzung305]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

frisieren · Friseur · Frisur
frisieren Vb. ‘das Haar kunstvoll, gefällig ordnen’ (Ende 17. Jh.), friseren (Anfang 17. Jh.). Das vielleicht durch Vermittlung von nl. friseren (vgl. ongefriseert 1629) aus frz. friser ‘kräuseln’ (von Haar, Stoff, Wasseroberfläche) entlehnte Verb steht anfangs auch (von der Perückenkunst übertragen?) für ‘(ein Kleidungsstück) mit Rüschen oder Krausen versehen, kräuseln’. Diesem Gebrauch folgt wohl die in der Kaufmannssprache entstandene Wendung eine Bilanz frisieren ‘beschönigen, zu eigenen Gunsten fälschen’ (19. Jh.). Mfrz. frz. friser schließt sich an im Mfrz. aufkommende Flexionsformen mit s-Erweiterung von afrz. (frz.) frire ‘backen, braten’ an, das aus lat. frīgere ‘braten, rösten, am Feuer dörren’ hervorgegangen ist. Die Bedeutungsentwicklung zu ‘kräuseln’ ist wohl im Hinblick auf die Verformung, das Krummwerden der Speisen beim Rösten und Braten entstanden. Friseur m. ‘Haarpfleger, -künstler, -schneider’ (Ende 17. Jh., neben Frisierer), französierende Bildung zum Verb (vgl. frz. coiffeur). Frisur f. ‘Haartracht’ (18. Jh.), aus gleichbed. frz. frisure.

Thesaurus

Synonymgruppe
(optisch) verbessern · ↗aufpeppen · ↗tunen  ●  ↗aufblasen  ugs. · ↗aufbohren  ugs. · ↗aufmotzen  ugs. · ↗aufmöbeln  ugs. · ↗aufpolieren  ugs. · frisieren  ugs. · ↗pimpen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
bürsten · frisieren · ↗kämmen
Synonymgruppe
fälschen · ↗klittern · ↗manipulieren · ↗schönen · ↗verfälschen  ●  ↗faken  ugs., engl. · frisieren  ugs.
Assoziationen
Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
(sehr) günstig darstellen · ↗beschönigen · frisieren · ↗herunterspielen · ↗maskieren · positiv darstellen · ↗schönen · ↗schönfärben · ↗schönreden · ↗verbrämen · ↗verharmlosen · ↗verhüllen · ↗verschleiern · ↗übertünchen  ●  in ein gutes Licht rücken  fig. · ins rechte Licht rücken  fig. · ins rechte Licht setzen  fig. · ↗weichspülen  fig. · ↗aufputzen  ugs. · ↗bemänteln  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bilanz Gel Haar Kamm Lebenslauf Locke Model Mofa Moped Rechenschaftsbericht Salon Statistik Steuererklärung Tolle Zopf akkurat auffrisieren einkleiden fälschen färben kleiden kostümieren massieren modisch rasieren schminken sorgfältig stylen umfrisieren waschen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›frisieren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Eine Frau, die etwas auf sich halte, wirke so immer gut frisiert.
Hettche, Thomas: Der Fall Arbogast, Köln: DuMont Buchverlag, 2001, S. 232
Kaum noch eine Frau - auch nicht Kate - beherrscht heute noch die Kunst, sich zu frisieren.
Die Welt, 24.01.2000
Ein Schauspieler, geschminkt, frisiert, gekleidet wie der Meister, lustwandelt lesend über den Platz.
Süddeutsche Zeitung, 05.02.1994
Die Statistik müßte sofort die Listen schließen, wenn alle Frauen schwören würden, trotzdem morgens hübsch, wenigstens sauber, frisiert zu erscheinen!
Baudissin, Wolf von u. Baudissin, Eva von: Spemanns goldenes Buch der Sitte. In: Zillig, Werner (Hg.), Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1901], S. 22555
Und ehe Sie sich frisieren, bürsten Sie die Haare - regelmäßig und nicht zu wenig.
Graudenz, Karlheinz u. Pappritz, Erica: Etikette neu, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1967 [1956], S. 140
Zitationshilfe
„frisieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/frisieren>, abgerufen am 17.06.2019.

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